Rosenheim-Cops

Nach Hannesschlägers Tod: Letzter „Rosenheim-Cops“-Einsatz

Einen Monat nach dem Tod von Joseph Hannesschläger ermittelt er ein letztes Mal als „Rosenheim-Cop“. Aber der Abschied kommt noch.

"Rosenheim-Cop" Joseph Hannesschläger ist tot

Der Schauspieler erlag mit nur 57 Jahren seinem Krebsleiden. Seine Frau Bettina war bei ihm.

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München. Das diesjährige Winterspecial der „Rosenheim-Cops“ ist der letzte Einsatz von Kommissar Korbinian Hofer. Der Schauspieler Joseph Hannesschläger, der ihn jahrelang verkörperte, starb am 20. Januar. Hannesschläger wurde 57 Jahre alt. Er erlag in einem Münchner Hospiz seinem Krebsleiden.

Als der TV-Star im vergangenen Oktober mit seiner Krebserkrankung an die Öffentlichkeit ging, war der Schock groß. Er leide unter einem neuro-endokrinen Tumor im Magen-Darm-Bereich, der nicht heilbar sei, sagte er damals.

Joseph Hannesschläger: So laufen Hofers letzte Ermittlungen

Am Mittwoch zeigt das ZDF um 20.15 Uhr die Folge „Schussfahrt in den Tod“. Durch Zufall kommt Kommissar Hofer einem Tatverdächtigen auf die Schliche. Durch ein beiläufiges Treffen und einen Artikel in einer Zeitung kombiniert der Ermittler, dass die Frau eines ermordeten Orthopäden eine Affäre mit dessen Konkurrenten hat.

Bei dem Winterspecial in Spielfilmlänge hängt der Tote im Sessel eines Skilifts und dreht so eine Runde. Bei der Kultserie schalten nach Senderangaben im Schnitt nahezu fünf Millionen Zuschauer ein. Hannesschläger war einer der beliebtesten und prominentesten „Rosenheim-Cops“.

Diesmal springt Hofer allerdings nur ein. Denn eigentlich ist er mit einer ganz anderen Aufgabe betraut worden: Der Kommissar soll einen Bericht über einen alten Fall für den Staatsanwalt schreiben und überlässt seinen Kollegen Sven Hansen und Anton Stadler den Mordfall.

Warum Hannesschläger nur einen kleineren Part hat

Aber wie es der Zufall so will stecken die beiden Kommissare in anderen Ermittlungen in einem Schneegebiet fest und schicken Hofer in eine Arztpraxis. „Mord geht vor“, sagt der – und lässt die Aktenarbeit erstmal ruhen.

„Dass Joseph Hannesschläger in diesem Film nur einen kleineren Part hatte, war mit ihm besprochen, da er aufgrund seiner Einschränkungen nicht beim Außendreh im Schnee dabei sein wollte“, erläuterte Produzent Alexander Ollig. „Wir wollten ihn aber natürlich gerne dabei haben.“

„Rosenheim-Cops“: Ein besonderes Winterspecial

Durch den Schnee stapfen dafür Hansen und Stadler. Mal bei Sonnenschein mit idyllischem Panoramablick in den Alpen, mal im fiesen Schneegestöber. Das ist eine Besonderheit an den Winterspecials der Serie, in der es üblicherweise höchstens mal regnet und überwiegend bayerisches Bilderbuchwetter vorherrscht.

Diesmal kam den Machern zugute, dass im XXL-Winter Anfang 2019 gedreht wurde. Zwar hatten sie für die Außenaufnahmen das Salzkammergut in Österreich gewählt, um Schneesicherheit zu haben. Nun war es aber beinahe zu viel, wie Ollig einräumt.

90 Minuten reichen für eine ganze Handvoll Verdächtige

Anders als dieses Jahr türmen sich die weißen Massen beeindruckend hoch, durch die ein schmaler Pfad die Kommissare führt – bis sie einem Räumfahrzeug ausweichen müssen und Hansen den Wagen festfährt.

90 Minuten reichen für eine ganze Handvoll Verdächtige. Es geht um Geld, verbotene Liebe, Ärztepfusch. Nach etwa einer Stunde wendet sich das Blatt: Es gibt eine zweite Leiche – oder mit den berühmten Worten von Sekretärin Miriam Stockl: „Es gabat a Leich.“

Erst in den letzten etwa zehn Minuten klärt sich der Fall. Eine Nacht mit 14 Obstlern à 4,50 Euro liegt da hinter den Kommissaren. „Die haben uns bei unseren Ermittlungen aber einen entscheidenden Schritt weitergeholfen“, sagt Stadler.

Trost für alle Hannesschläger-Fans: Produzent lüftet Geheimnis

Überhaupt ist es das eine oder andere verbale Scharmützel, das beim Zusehen Spaß macht: So sagt Hansen zu seinem Kollegen, als der eine abendliche Verabredung mit seiner Frau platzen lässt: „Sie können ja lügen ohne rot zu werden.“ Stadler antwortet: „Das nennt man eheliche Diplomatie.“

Kommissar Hofer gönnt sich am Ende ein Stück Apfelkuchen mit Sahne. Und für eingefleischte „Rosenheim-Cop“-Fans gibt es einen kleinen Trost: Hannesschläger wird am 17. März noch einmal zu sehen sein, wie Produzent Ollig verrät.

In der Folge verabschiedet er sich in einer Szene von seinen Kollegen, da er zur Aushilfe als Leiter einer Fortbildung nach Husum reist. Dann wird der Abschied endgültig.

Joseph Hannesschläger und „Rosenheim-Cops“ – mehr zum Thema:

Bei der Trauerfeier für „Rosenheim-Cop“ Joseph Hannesschläger Ende Januar nahmen viele Freunde und Fans Abschied. Christian Ude, sein guter Freund und ehemaliger Münchener Oberbürgermeister, sprach bewegende Worte. Erst im März des vergangenen Jahres mussten die „Rosenheim-Cops“-Schauspieler einen Trauerfall verkraften. Der ZDF-Schauspieler Matthias Messner war tot im Wald gefunden worden.

(dpa/gem)

  • Mittwoch, 19. Februar, ZDF: „Die Rosenheim-Cops“, 20.35 Uhr