ProSieben-Show

„Schlag den Star“: Schweiger-Tochter kontert schlagfertig

Frauen im Schlamm, die Modelabels erraten: „Schlag den Star“ mit Luna Schweiger und Vanessa Mai hatte dumme Sprüche und dumme Ideen.

Von Johanna Ewald
„Schlag den Star“: Vanessa vs. Luna – die 3 größten Aufreger

„Schlag den Star“- Vanessa vs. Luna – die 3 größten Aufreger

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Berlin. „Schlag den Star“ mit Luna Schweiger und Vanessa Mai – was als „schönstes Duell des Jahres“ angekündigt wird, ist vor allen Dingen ein fünfeinhalbstündiger dumme-Sprüche-Marathon zwischen Schauspieler-Tochter und Schlagersängerin.

Entgegen der Erwartung hat Papa Til Schweiger daran den geringsten Anteil. Das Sexismus-Feuerwerk brannte der Sender selbst ab. Nutzer zeigen sich davon aber unbeeindruckt. Im Netz machte sich gähnende Langweile breit.

Nur ab und an kommentierten Nutzer den im im Publikum in der ersten Reihe sitzenden Schweiger, der immer wieder eingeblendet und gezeigt wurde, wie er auf auf seinem Smartphone rumspielte.

Auf der Bühne machte Vanessa Mai gleich mal eine deutliche Ansage. „Luna, ich habe ein Rollenangebot für Dich: die Verliererin! Wenn ich mit dir fertig bin, hast du nur noch Honig im Kopf“, drohte Schlagersängerin Mai vor Beginn der Show. Luna Schweiger konterte: „Heute wird Vanessa erleben, wie es ist, ein „KeinSiegHase“ zu sein. Ich sag‘ immer: lieber Filme mit Til Schweiger machen als Musik mit Dieter Bohlen.“

Ihr Debüt gab die 22-jährige Schauspielerin, die fast ausschließlich in Filmen neben ihrem Vater auftrat, in Til Schweigers „Keinohrhasen“. Die leidenschaftliche Reiterin gab sich im Vorfeld des „Schlag den Star“-Duells siegessicher: „Reden ist Silber, aber Schweiger ist Gold! Ich schlag’ den Schlagerstar.“

Schlag den Star mit Sexismus-Einlage – Das muss man wissen:

  • Bei „Schlag den Star“ gab es am Wochenende vor allem sexistische Sprüche zu bestaunen
  • Das sorgte für Kritik
  • Am Ende siegte Vanessa Mai - Luna Schweiger unterlag
  • Papa Til Schweiger feierte dennoch

Sprüche von Luna Schweiger und Vanessa Mai für „Schlag den Star“ locke Zuschauer an

Die markigen Sprüche lockten offensichtlich viele Menschen vor den Fernseher. 1,57 Millionen Zuschauer bedeuteten für ProSieben am Samstagabend 7,6 Prozent Marktanteil. Damit landete „Schlag den Star“ zwar deutlich hinter dem ZDF-Krimi „Der Tote im Stollen“ und der Konkurrenz von RTL und Sat.1. Doch bei der jungen Zielgruppe war ProSieben der Quotensieger des Abends.

„ProSieben macht das Rennen bei den jungen Zuschauern und ist mit 13,6 Prozent klarer Marktführer am Samstag bei den 14- bis 39-Jährigen“, teilte der Sender am Sonntagvormittag mit.

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Luna Schweiger ist Vanessa Mai bei „Schlag den Star“ erst klar überlegen

Und tatsächlich macht sie bei den ersten Spielen den Eindruck, dass sie diejenige sein würde, die die 100.000 Euro am Ende des Abends abräumen würde. Schon beim ersten Spiel ist Luna Schweiger ihrer Kontrahentin klar überlegen. Und dabei kommt es auch schon gleich zum ersten Eklat.

„Kniehochschwung“ ist die Aufgabe. In 30 Sekunden sollen die Damen sich so oft wie möglich um das Reck drehen. Dabei dürfen sie ihre eigene Technik entwickeln. Den Beginn macht Schweiger, die mit 17 Drehungen und einem Kniehochschwung rückwärts beeindruckt. Währenddessen muss Vanessa Mai Brille und Kopfhörer tragen, damit sie keine Schlüsse aus der Technik der Gegnerin ziehen kann.

„Wieso darf Luna zusehen wie Vanessa es versucht? Und umgekehrt nicht?“, fragen zahlreiche User auf Twitter – denn Luna Schweiger muss weder Kopfhörer noch Brille tragen, während Vanessa Mai sich am Reck versucht. Und damit stellt sich die Frage nach ungleichen Wettbewerbsbedingungen und einem möglicherweise parteiischen Sender.

„Schlag den Star“: ProSieben bekommt keinen Orden für „political correctness“

Generell hat ProSieben an diesem Abend keinen Orden für „political correctness“ verdient. Nicht nur, dass schon im Vorhinein bloß mit der Schönheit der beiden Kandidatinnen geworben wird – auch die Spielauswahl ist diskriminierend bis ignorant.

Bei dem zweiten Spiel, „Modelabels“, dürfen die beiden raten, welches Logo sie sehen. Während Luna Schweiger Gucci, Chanel und Versace erkennt, ist Vanessa Mai unterlegen, immerhin errät sie Converse. Ob das Zufall ist, dass die Schauspieler-Tochter sich so gut mit Luxus-Labels auskennt? Wohl eher nicht. Aber es ist schon traurig, wenn einem Sender bei einer Gameshow am Samstagabend nichts Besseres einfällt, als zwei Frauen Modelabels erraten zu lassen.

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Luna Schweiger und Vanessa Mai fahren Pick-ups durch den Schlamm

Als Gegenstück dürfen die jungen Frauen weitere Männerfantasien bedienen – mit Pick-up-Trucks im Schlamm. Nacheinander müssen sie einen Parcours mit Wasserpfützen, Wällen und rutschigen Schrägen bewältigen.

Schon bei der Probefahrt sorgt Vanessa Mai für den ersten Schock: Sie fährt nicht, wie gewünscht, gerade über den Wall, sondern schräg, so dass sie einen beträchtlich steileren Hang hinunterstürzt. Und damit muss schon gleich zu Beginn des Spiels das Auto ausgetauscht werden.

ProSieben setzt 2019 auf Spritfresser und Frauen als Deko

Auch die gefühlt 1000-malige Nennung von Marke und Modell machen die Werbung fürs Fahrzeug nicht viel erfolgreicher – gleich zu Beginn fällt das Kennzeichen ab. Das ist letztendlich das kleinere Problem. Vielmehr fragt man sich, wie der Sender mitten in der Klimadebatte – und kurz nachdem die Bundesregierung eine erhöhte Kaufprämie für Elektro-Autos festgelegt hat – ein Spiel mit zwei Diesel-betriebenen Pick-ups ansetzen kann, deren Überbreite und unglaubliche PS-Leistung ständig erwähnt wird.

Und dann ist da noch Vanessa Mai. „Oh Gott, Frauen, die rückwärts fahren“, kommentiert die Sängerin das Spiel. „Ich kenne viele Frauen, die besser rückwärtsfahren als ich“, fängt Moderator Elton den Spruch noch ab. Als dann Vanessa Mai allerdings meint, dass die Scheiben anliefen, weil sie so heiß sei, kann auch er die Situation nicht mehr retten. Besser macht es auch nicht Eltons Assistentin Corinna, die im glitzernden, sehr kleinen Schwarzen immer wieder zu dem Moderator kommt, um ihm ein neues Sakko zu reichen. Irgendwie ist es erschreckend, dass ein Sender im Jahr 2019 sich immer noch ganz selbstverständlich traut, Frauen als Deko einzusetzen.