Arte-Doku

„Das Ende der Giganten“: Die Mensch-gemachte Katastrophe

Die Arte-Doku „Das Ende der Giganten“ geht der Frage nach, wieso Mammut und Co. ausstarben: War es der Klimawandel oder die Bejagung?

Mammutjäger folgten den deutlichen Spuren über Kilometer – und umzingelten dann das Tier.

Mammutjäger folgten den deutlichen Spuren über Kilometer – und umzingelten dann das Tier.

Foto: Holger Neuhäuser / © Holger Neuhäuser

Essen. Reißerischer Säbelzahntiger und baumhohes Wollhaarmammut – kennt ja jeder spätestens seit „Ice Age“. Aber kennen Sie auch den Riesen-Biber im Braunbär-Format oder das elefantöse Riesen-Faultier? Warum und wie sie, erdgeschichtlich gesehen, erst gestern Abend ausgestorben sind, das erklärt die gelungene Doku „Das Ende der Giganten“ auf Arte an diesem Samstag.

Der ständige Wechsel von kalt- und Warmzeiten war es auf jeden Fall nicht, der die größten Landsäugetiere der Geschichte verschwinden ließ. Auch die kleinen Populationen der Neanderthaler konnten die Riesen der Vorzeit nicht in ihrem Bestand gefährden. Erst als der moderne Homo Sapiens aus Afrika bis in die kalten Grassteppen der Nordhalbkugel vorgedrungen war, ging es Mammut & Co an den Fellkragen.

„Das Ende der Giganten“: Doku ist spannend und gut animiert

Modernste Paläogenetik hilft dabei. Erst seit der Entschlüsselung des kompletten menschlichen Genoms vor wenigen Jahren können Wissenschaftler aus kleinsten Knochenteilen und Zähnen die Erbinformationen so detailliert bestimmen und genaue Rückschlüsse über die Wanderungs- und Eroberungszüge des modernen Menschen ziehen.

Das Bild des eiszeitlichen Endkampfes der Giganten zeichnet die gut 50-minütige Dokumentation ausgezeichnet nach: spannend dramatisiert, gut animiert und modern inszeniert. Beim wollenen Riesenelefanten aus dem Computer lässt sich jedes Häarchen erkennen. Und in der uralten Gipswüste spüren die Forschern erhaltenen Fußabdrücken nach und zeigen, wie der Jäger über Kilometer in die Stapfen seiner Beute tritt, sie umzingelt und erlegt.

Riesige Knochenhaufen belegen, dass es teilweise ein großes Schlachten gewesen sein muss, und die ersten Jagdhunde der Menschheit halfen dabei.

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Säbelzahnkatze starb an Futtermangel, Höhlenbär im Winterschlaf

Den monströsen Höhlenbären überwältigte der moderne Jagdmensch einfach im Winterschlaf. Auch die furchteinflößende Säbelzahnkatze fiel ihm zum Opfer, allerdings nicht seinen Speeren. Der Killerkatze blieb einfach nicht mehr genug zum Fressen übrig, und für die Umstellung auf kleinere Beute war sie nicht anpassungsfähig genug.

Viele der großen Tiere mit nur wenigen, pflegeintensiven Nachkommen konnten dem Druck der Bejagung nicht mehr standhalten, besonders, als das Klima sich änderte.

Die letzten Mammuts lebten auf einer Insel im arktischen Meer und verhungerten dort. Eine Katastrophe in Zeitraffer, verursacht durch eine Mischung aus Klimawandel und, wenn auch damals ungewolltem, menschlichem Fehlverhalten – also in etwa das gleiche Szenario wie heute.