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Claas Relotius: Fälschungsskandal soll jetzt verfilmt werden

Im Herbst erscheint das Buch über den Fall Relotius von Juan Moreno. Die Filmrechte hat sich bereits eine Produktionsfirma gesichert.

Der Fall Relotius hat den „Spiegel“ erschüttert.

Der Fall Relotius hat den „Spiegel“ erschüttert.

Foto: imago stock&people / imago/Rüdiger Wölk

Potsdam.  Im Dezember 2018 sorgte der Fälschungsskandal um den ehemaligen „Spiegel“-Journalisten Claas Relotius für Schlagzeilen. Jetzt soll die Geschichte des 33-Jährigen verfilmt werden. Die Produktionsfirma Ufa Fiction hat sich die Rechte an dem neuen Buch von Juan Moreno gesichert, wie sie am Freitag in Potsdam mitteilte.

Morenos Recherche hatte im vergangenen Jahr maßgeblich dazu beigetragen, Relotius zu überführen. Das Buch mit dem Titel „Tausend Zeilen Lüge. Das System Relotius und der deutsche Journalismus“ soll im Herbst beim Rowohlt Verlag in Berlin erscheinen.

Film über Relotius ist geplant


Relotius hatte im Dezember 2018 nach internen Untersuchungen massive Fälschungen zugegeben und das Nachrichtenmagazin verlassen. Ins Rollen gebracht hatte die Prüfungen „Spiegel“-Reporter Moreno, der während der gemeinsamen Arbeit an der Reportage „Jaegers Grenze. Bürgerwehr gegen Flüchtlinge“ Unstimmigkeiten im Text von Relotius entdeckt hatte. So läuft die Aufklärung beim „Spiegel“ im Fall Relotius.

Relotius hat viele Reportagen gefälscht


Der mehrfach mit Preisen ausgezeichnete Journalist bestätigte anschließend über seinen Anwalt öffentlich, dass er „über mehrere Jahre hinweg vielfach Fakten falsch dargestellt, verfälscht und hinzuerfunden hat“. Auch andere Redaktionen, für die Relotius als freier Journalist gearbeitet hatte, haben inzwischen manipulierte Texte entdeckt.

Ufa Fiction ist unter anderem für erfolgreiche Filme wie „Der Junge muss an die frische Luft“ verantwortlich. Nach dem Fälschungsskandal hatte sich auch die „Zeit“ von einem Problemautor getrennt. (msb/epd)