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„Aspekte“ ist mit Katty Salié und Jo Schück auf Erfolgskurs

Seit fünf Jahren gibt es bei „Aspekte“ zwei Moderatoren – Katty Salié und Jo Schück. Das ZDF-Kulturmagazin profitiert davon dauerhaft.

Von Anne Diekhoff
Moderieren „Aspekte“ seit 2014 zusammen: Katty Salié und Jo Schück.

Moderieren „Aspekte“ seit 2014 zusammen: Katty Salié und Jo Schück.

Foto: Svea Pietschmann/ZDF / ZDF/Svea Pietschmann

Berlin.  An diesem Tag steht die britische Indie-Band The Kooks auf der Bühne, die Woche davor waren es AnnenMayKantereit. Das heißt: zweimal hintereinander vorwiegend junges Publikum im „Aspekte“-Studio. Auch so kann man Nachwuchs in den Hochkulturbereich locken.

Die Gäste erleben ihre Musik-Idole aus nächster Nähe – und gleichzeitig die Aufzeichnung einer der traditionsreichsten Kultursendungen im Land. Smartphones mussten an der Garderobe bleiben, das Publikum wird zu seinem Glück der vollen Aufmerksamkeit quasi gezwungen. Nebenwirkungen eines Neustarts.

Am 7. Februar 2014 wurde die ZDF-Sendung „Aspekte“ von 30 auf 45 Minuten verlängert. Moderiert wird seither im Zweier-Team, zu Publikum und Musik kommt ein Gesprächsgast. Katty Salié kennt beide Varianten.

Die 43-Jährige hat zuvor schon das Magazin in seiner alten Form moderiert – allein vor der Kamera, jeden Beitrag 20 Sekunden anmoderieren, das war’s. „Man hat jetzt einfach viel mehr Möglichkeiten“, bilanziert sie beim Pressegespräch die Vorteile des Wandels vor fünf Jahren.

Can Dündar wurde bei „Aspekte“ zum Co-Moderator

Auch die Öffnung der Aufzeichnung für ein 80-Personen-Publikum bereut hier niemand. „Uns gefällt das sehr gut“, sagt Salié. „Man ist mittendrin in einer Gemeinschaft von Menschen, die kulturinteressiert sind.“ Mit-Moderator Jo Schück (38) ergänzt: „Wenn da nur drei Leute lachen, merkt man, hier ist eine Reaktion. Und das merkt auch der Gesprächsgast.“

Warum zahlen wir den Rundfunkbeitrag?
Warum zahlen wir den Rundfunkbeitrag?

Sie hätten Bewegung in die Sendung bringen wollen, schließlich sei Kultur etwas Lebendiges, sagt Daniel Fiedler, der Leiter der ZDF-Redaktion „Kultur Berlin“. Mit ihren 30 Leuten ist sie unter anderem auch für das „Literarische Quartett“ zuständig.

Fiedler ist froh über die Freiheit, mit dem Format spielen zu können. Mal eine monothematische Sendung zu machen, oder mal einen Gastmoderator einzuladen. Can Dündar, Erdogan-Kritiker im deutschen Exil, moderierte einmal an der Seite von Salié. „Da konnten wir aus der Sendung ein Statement zur Pressefreiheit machen“, sagt Fiedler.

Sendung erreicht freitagabends eine Million Menschen

Gesellschaftspolitische Themen gehören bei „Aspekte“ dazu. Auch intern: Seit einem halben Jahr probieren sie für sich eine Quote aus: Männer und Frauen ausgeglichen bei Themen und den Fachleuten, die dazu befragt werden. Laut Fiedler finden nun auch diejenigen aus dem Team, die skeptisch waren, dass das gut klappt.

Die Sendung, die mit 53 Jahren fast so alt ist wie das ZDF, erreicht so freitagabends eine Million Menschen. Der Marktanteil habe sich seit der Umstellung wieder verbessert, liege „stabil über fünf Prozent“. Eine Erfolgsbilanz also. Vorher läuft die Satiresendung „Heute-Show“ – und es gelinge besser als früher, deren Publikum zu halten.

Am Abend des Pressegesprächs soll das ein Beitrag über den Polarforscher Roald Amundsen schaffen, ein niedrigschwelliger Einstieg, Abenteuer statt Hochkultur. Die kommt dann aber noch, mit Beiträgen über eine Künstlerin, einen neuen Roman und, wieder politisch, die „Gelbwesten“. Bevor The Kooks ihr Mini-Konzert geben, ist auch das junge Publikum kulturell auf dem neuesten Stand.

Aspekte, freitags 23 Uhr im ZDF