ARD-Film

ARD-Komödie „Krauses Hoffnung“ – Das Leben ist ein Ponyhof

Die ARD-Reihe um Dorfpolizist Horst Krause geht weiter. Die Folge „Krauses Hoffnung“ stimmt nachdenklich und trifft den richtigen Ton.

Von Petra Koruhn
Horst Krause als Horst Krause: Nichts ist schöner als das Landleben.

Horst Krause als Horst Krause: Nichts ist schöner als das Landleben.

Foto: rbb/Arnim Thomaß

Essen.  Blau ist der Himmel, grün leuchten die Wiesen, wenn Dorfpolizist Krause mit seinem alten Motorrad durch Brandenburg fährt. Idylle pur. Dumm nur, diese böse Rauchwolke da am Horizont. Krause ahnt: Das könnte sein Gasthof sein, der da brennt.

Stimmt. Die Flammen lodern und Krauses Schwester, diese gute Seele des Gasthofs, steht da und starrt in die Pfanne mit dem Angebrannten. „Ich war doch nur kurz raus“, sagt sie. „Wegen der Wäsche.“ Und auf dem Herd brutzelte irgendetwas, wahrscheinlich die Buletten.

Elsa und Horst zeigen in „Krauses Hoffnung“ erneut, warum sie ihre Fans haben: Sie sind nicht nur die Meister des trockenen Humors, sondern verbinden in ihrer Komik auch ein kleines bisschen Wehmut.

Sie in ihrem geblümten Kleid mit Kittelschürze und er mit Bauch und einem viel zu kleinen Motorradhelm – ein Pärchen, das aus der Zeit gefallen scheint. Das gute, alte Glück. Doch Elsa ist dement.

Trauer mit Bulette heruntergeschluckt

Es ist die sechste Geschichte von „Krause“, dem früheren Polizisten aus „Polizeiruf 110“, inszeniert von Regisseur und Drehbuchautor Bernd Böhlich. Er zeigt nicht nur, was Heimatfilme leisten können, sondern führt vor, wie eine gute Komödie funktioniert.

Selbst bei einem ernsten Thema wie Demenz wird nicht an Humor gespart – so etwas könnte auch schiefgehen. Hier nicht. Im Gegenteil: Der Witz hilft, die Tücken des Alters ein bisschen leichter zu nehmen.

Dass das nicht in die Lächerlichkeit abrutscht, liegt an Krause, aber auch an der wunderbaren Schauspielerin Carmen-Maja Antoni, die mit einem Schnaps in der Hand so hinreißend nüchtern über Elsas Vergesslichkeit sinniert: „Und ich dachte, das kommt vom Kümmel.“ Man muss ihr Gesicht dabei sehen, dann ist so ein Satz unschlagbar.

Der Gasthof muss weg

Es ist wie im Leben: Elsa will einfach nicht einsehen, dass sie mit ihren gedanklichen Aussetzern den Gasthof nicht mehr führen kann.

„In der Schüssel sind Buletten für dich“, sagt sie dem dicken Horst Krause, der auch wirklich Horst Krause heißt.

Im Gegensatz zu ihr weiß er schon, dass es nicht so weitergehen kann. Der Gasthof muss weg. Er schluckt seine Trauer mit einem Biss in die Bulette herunter. Und beim Kreuzworträtsel weiß er sofort, was ein „Gefühl mit drei Buchstaben“ ist: Wut.

Am Ende wird sowieso alles gut

Seine neue Aufgabe: Er muss jetzt einen Nachmieter finden. Am besten einen, der auch Möhreneintopf mit Kassler auftischt. Doch das steht bei keinem auf dem Programm. Im Gegenteil: „Abreißen, den ganzen Mist“, sagt einer. „Und einen schönen Wellness-Tempel bauen.“ Krause versteht die Welt nicht mehr.

Die Dialoge sitzen, die Figuren sind bestens besetzt. Wer wollte Elsa und Horst nicht ins Herz schließen.

Und da kommt noch einer ins Spiel, der Charme und Witz vereint: Thilo Prückner (78), der beliebte „Rentnercop“, liefert in der Rolle des nervigen Schwagers ein Kammerspiel ab.

Mit rheinischem Witz und ohne Schneidezahn – den hat er bei seinen Hampeleien verloren – bringt er selbst den runden Krause auf Tour. Wesentliches passiert nicht. Und am Ende wird sowieso alles gut. So muss es sein.

Fazit: Eine Komödie, die auch noch nachdenklich stimmt und immer genau den richtigen Ton trifft. Beste Unterhaltung.

• „Das Leben ist ein Ponyhof“ läuft am Freitag, 1.Februar, um 20.15 Uhr in der ARD.