Interview

„Die Inselärztin“ Teil drei: Liebesgeschichte unter Palmen

Die ARD zeigt den dritte Teil von „Die Inselärztin“. Hauptdarstellerin Anja Knauer über Mauritius, das Älterwerden und die Berge.

Annäherung unter Kollegen: Dr. Filipa Wagner (Anja Knauer) hat ihr Herz für Dr. Daniel Bucher (Tobias Licht) entdeckt. Doch für eine feste Beziehung fühlten sich beide bisher nicht frei. Das könnte sich ändern.

Annäherung unter Kollegen: Dr. Filipa Wagner (Anja Knauer) hat ihr Herz für Dr. Daniel Bucher (Tobias Licht) entdeckt. Doch für eine feste Beziehung fühlten sich beide bisher nicht frei. Das könnte sich ändern.

Foto: ARD Degeto/Tivoli Film/Diensen Pamben

Traumhafte Strände, türkisfarbener Ozean und ein Halbtagesjob in einem Luxushotel – so sieht der Arbeitsplatz der „Inselärztin“ aus. Auch im dritten Teil der TV-Reihe muss Dr. Filipa Wagner, gespielt von Anja Knauer, weiter an ihrer Vergangenheitsbewältigung arbeiten: Ihr früherer Lebensgefährte ist tot.

Die Trauer lässt sie nicht los. Aber es scheint, als könnte Klinikkollege Dr. Daniel Bucher (Tobias Licht) ihr ein Trost sein. Doch auch Bucher hat noch einiges aus seiner Vergangenheit aufzuarbeiten.

Frau Knauer, fühlen Sie sich schon heimisch auf Mauritius?

Anja Knauer: Das ist tatsächlich so. Ingesamt habe ich nun schon vier Monate auf der Insel verbracht. Ich fühle mich inzwischen schon ein bisschen heimisch. Ich habe auch das Gefühl, dass ich jeden Winkel und jeden Berg kenne.

Wir Schauspieler sind zu einem tollen Team zusammengewachsen. Jeder hat sein eigenes kleines Häuschen. Irgendwie ist das ein bisschen, als wären wir auf Klassenreise.

Mit dem Alter werden die Rollen spannender

In Ihrer Rolle kommen Sie Ihrem Kollegen Daniel sehr nahe. Wie schwer fallen Ihnen intime Szenen im Bett?

Knauer: Ich habe damit keine Probleme mehr. Bei meinem ersten Filmkuss vor zwanzig Jahren war das natürlich komisch, aber mittlerweile habe ich keine Scheu mehr. Bei solchen Szenen sind zum Glück weniger Leute am Set – wirklich nur die, die gebraucht werden.

Knauer: Man soll sich ja fallen lassen können. Dennoch ist es total unromantisch, wenn noch zehn Leute im Raum sind und überall Lampen und Mikrofone stehen. Irgendwie ist es am Ende eine Art Pantomime von Liebe.

Sie werden nächstes Jahr vierzig – wie fühlen Sie sich dabei?

Knauer: Na ja, vierzig ist eine große Zahl. Ich fühle mich überhaupt nicht wie vierzig. Aber ich finde es gut. Ich wollte nicht mehr 20 sein. Ich werde gerne älter. Die Dinge werden einfacher, wenn man älter wird. Ich bin heute viel mehr bei mir als noch vor ein paar Jahren. Ich habe auch das Gefühl, dass mit dem Alter die Rollen immer spannender werden.

Möchten Sie eigentlich noch Kinder?

Knauer: Nein, ich sehe das entspannt mit der Familienplanung. Ich könnte mir sehr gut eine Familie vorstellen. Mit fünfzehn dachte ich, ich hätte mit fast vierzig längst drei Kinder. Aber dann sind so viele andere spannende Sachen passiert, und schwupps ist man vierzig. Ich kann dem Leben ohne Kinder halt auch ziemlich viel abgewinnen.

Können Sie nach der langen Zeit auf Mauritius noch Strand und Palmen sehen?

Knauer: Es ist tatsächlich so, dass sich die Lust ein bisschen erschöpft, so extrem weit weg zu reisen. Es gibt auch in der Nähe wunderschöne Ziele, die sich lohnen, anzuschauen. Ich liebe die Berge.

Zuletzt war ich oft in Österreich und habe gemerkt, wie glücklich es mich macht zu wandern und von einem Berg ins Tal zu schauen. Es reicht schon die Stille, der Duft von frisch geschnittenem Gras und das Gebimmel von Kuhglocken. Ich glaube, ich muss einen Weg finden, das noch mehr in mein Leben einzubauen.

ARD, Freitag, 4.1.2019, 20.15 Uhr