Serie

„Inspector Barnaby“: Neil Dudgeon über den Erfolg der Krimis

„Inspector Barnaby“ läuft weiter erfolgreich. Das ZDF strahlt Sonntag eine neue Folge aus. Neil Dudgeon über die Serie und sein Leben.

Von Claudia Böhm
DCI John Barnaby (Neil Dudgeon, l.) und DS Jamie Winter (Nick Hendrix, r.) sind erneut verblüfft über die Kreativität, mit der Cricket-Spieler Leo Henderson (Bruce Lawrence, M.) getötet wurde – mit einer Ballmaschine wurde er zu Tode malträtiert.

DCI John Barnaby (Neil Dudgeon, l.) und DS Jamie Winter (Nick Hendrix, r.) sind erneut verblüfft über die Kreativität, mit der Cricket-Spieler Leo Henderson (Bruce Lawrence, M.) getötet wurde – mit einer Ballmaschine wurde er zu Tode malträtiert.

Foto: Mark Bourdillon/ZDF / ZDF und Mark Bourdillon

Essen.  Für viele Zuschauer ist er der Inbegriff des kultivierten, etwas verschrobenen englischen Gentlemans: Seit fast acht Jahren ermittelt der Brite Neil Dudgeon (57) als Inspector Barnaby vorwiegend in malerischen Dörfern.

Am Sonntag läuft im ZDF um 22 Uhr eine neue Folge „Inspector Barnaby“, es geht um einen toten Cricket-Spieler. Warum ist diese sehr britische Reihe in Deutschland so erfolgreich?

Neil Dudgeon: Ich denke, dass ein Teil des Erfolgs sicher daher kommt, dass die Leute glauben, Barnaby wäre wirklich so: typisch englisch eben. Dazu kommen natürlich noch die wunderschöne englische Landschaft und die typisch englischen, doch sehr exzen­trischen Charaktere.

Hatten Sie mit dem internationalen Erfolg gerechnet, als Sie die Rolle 2011 angenommen haben?

Ich möchte meinem deutschen Publikum danken, dass es mir über all die Jahre die Treue gehalten hat, seit ich die Rolle des Inspector Barnaby von meinem Vorgänger John Nettles übernommen habe. Das ist wirklich absolut großartig.

Nettles lebt in einer ehemaligen Psychiatrie. Sind Sie auch so ein Exzentriker?

Andere Menschen sehen häufig Sachen in einem, die man selber nicht wahrnimmt. Ich habe allerdings die Angewohnheit, schon mal gerne etwas in meinen nicht vorhandenen Bart zu murmeln. Meine Schwester sagt dann immer: „Jetzt fängst du schon wieder an mit deinen Selbstgesprächen, hör endlich auf damit!“ Worauf ich meist ganz erstaunt bin, weil ich das selber schon gar nicht mehr merke.

Ihre Mutter war Sängerin, Ihr Vater trat als Schlittschuhläufer in Shows auf. Wie sind Sie Schauspieler geworden?

Ich hatte das Glück, dass ich einen großartigen Englischlehrer hatte, der mit uns auch einige Theaterstücke einstudiert hat. Er war es auch, der mich motiviert hat, bei den Schulaufführungen mitzumachen, wenn ich mich mal wieder davor drücken wollte. (lacht) Darum war er auch maßgeblich verantwortlich dafür, dass ich mit der Schauspielerei angefangen habe.

Leben Ihre Eltern noch?

Meine Mutter lebt Gott sei Dank noch. Gerade vergangene Woche hat sie uns erst besucht und war für eine Woche bei uns zu Hause, um mich, meine Frau und ihre Enkel zu sehen.

Sie drehen seit Jahren ohne längere Pausen. Haben Sie Angst vor Überlastung?

Natürlich versuche ich, auch gut zu leben und umsichtig zu sein, um gesund und fit zu bleiben. Die Dreharbeiten gehen doch immer über einen relativ langen Zeitraum, und da ist es schon wichtig, auf sich selbst zu achten, damit man nicht irgendwann völlig ausgepowert ist und womöglich ein Burnout hat. Ich muss schon auf mich aufpassen und versuchen, mich zu erholen, wo ich kann.