TV-Serie

Zum Jubiläum zeigt ARD „In aller Freundschaft“ als Spielfilm

„In aller Freundschaft“ hat in dieser Woche 20-jähriges Bestehen gefeiert. Fans bekommen eine spannende Folge zur Primetime geschenkt.

Sarah Marquardt (Alexa Maria Surholt) versucht Dr. Roland Heilmann (Thomas Rühmann) in der Sonderfolge „Zwei Herzen“ von der angenehmen Seite ihres Aufenthalts zu überzeugen.

Sarah Marquardt (Alexa Maria Surholt) versucht Dr. Roland Heilmann (Thomas Rühmann) in der Sonderfolge „Zwei Herzen“ von der angenehmen Seite ihres Aufenthalts zu überzeugen.

Foto: Tom Schulze / dpa

Berlin.  Das gab es ja noch nie: Statt am Operationstisch zu stehen, sitzt Klinikleiter Roland Heilmann am einsamen Strand unter Palmen. Nicht nur er – auch die Verwaltungschefin Sarah Marquardt – hat Leipzig gegen Thailand getauscht und strampelt vergnügt im türkisfarbenen Meer. Kein Urlaub – nein, es ist ein Ärztekongress, der aber aus zig Gründen ins Wasser gefallen ist. Zum 20. Jubiläum ihrer Erfolgsserie „In aller Freundschaft“ hat die ARD ihr einen Ausflug verschrieben, der jedoch in Turbulenzen endet.

Heilmann (Thomas Rühmann) ist schlecht drauf: Wie gerne würde er die bunte Badehose gegen den weißen Kittel eintauschen. Er ist nicht gemacht fürs Paradies. Er ist müde, er hat Hunger und die Sonne ist für ihn nur ein Faktor, sich erneut aufzuregen: „Soll ich hier Hautkrebs kriegen?“

Alle Hebel setzt er also in Bewegung, um zurück in die geliebte Sachsenklinik zu kommen. Fast hätte es geklappt, dann fällt ihm doch ein junger Mann aus „Ronnys Massageclub“ auf offener Straße ohnmächtig vor die Füße. Klar, dass Heilmann ihn sich auf die Rikscha packt. Statt zum Flughafen geht’s in die Klinik. Hier fühlt er sich gleich viel besser. Hier gibt er den Ton an. Und hier trifft er auf eine Ärztin, die den Witwer zu verzaubern scheint.

1295 Operationen in 20 Jahren

Heilmann ist also versorgt, und Frau Marquardt (Alexa Maria Surholt) sonnt sich mit Cocktails vor Buddha-Skulpturen. Doch da wird eine verstörende Szene eingeblendet: Dr. Heilmann, wie er in der Gefängniszelle sitzt. „Ich bin kein Tourist, ich bin ein Doktor“, ruft er verzweifelt.

Das hätte sich der Top-Chirurg nicht träumen lassen. Er ist doch sonst der, der das Heft in der Hand hat. 1295 Operationen hat er in 20 Jahren durchgeführt, 1580 Krankheiten behandelt, gemeinsam mit seinem Team, zu dem vor allem Dr. Martin Stein (Bernhard Bettermann) und Dr. Katrin Globisch (Andrea Kathrin Loewig) zählen.

Zwei Stammschauspieler sind inzwischen verstorben: Hendrikje Fitz, die ihrem Ehemann Roland Heilmann stets eine Stütze war, wie auch der Klinikchef aus altem Schrot und Korn, Dieter Bellmann. Sein Professor Simoni war geradezu eine Marke.

Neue Staffel startet ab Januar 2019

Gekündigt wurde Jutta Kamann (Oberschwester Ingrid) nach 16 Jahren Stationsdienst. Die Serie sollte jünger werden. Dabei war der Erfolg auch vorher gut: an die sechs Millionen Zuschauer schalteten und schalten jeden Dienstag ab 21.05 Uhr ein. Ein Format mit Ablegern: Donnerstag laufen „In aller Freundschaft – die jungen Ärzte“ (18.50 Uhr), die ab 1. November vorübergehend von „In aller Freundschaft – die Krankenschwestern“ abgelöst werden. Ab Januar 2019 startet die neue Dienstags-Staffel.

Fazit: Dank Fantasie, Sinn für Humor und gutem Drehbuch hält die Spannung auch über die Spielfilmlänge. Der Buddhismus-Kitsch unter Palmen trübt das Vergnügen nur ein bisschen, dafür sind die Dialoge genau auf dem Punkt. Lebensnah, menschlich – die Mitarbeiter der Sachsenklinik gehören ja fast zur Familie.

• Freitag, 26. Oktober, 20.15 Uhr, ARD: „In aller Freundschaft“