Comeback

Jörg Kachelmann kehrt als Moderator zurück zum MDR

2010 kehrte Jörg Kachelmann dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen den Rücken. Nun kommt er zurück. Er moderiert zusammen mit Kim Fisher.

Kim Fisher und Jörg Kachelmann moderieren künftig gemeinsam die MDR-Talkshow „Riverboat“.

Kim Fisher und Jörg Kachelmann moderieren künftig gemeinsam die MDR-Talkshow „Riverboat“.

Foto: MDR / obs

Berlin.  Vor acht Jahren kündigte der Wetterunternehmer und Journalist Jörg Kachelmann seinen Rückzug aus dem Fernsehen an. Nun kehrt er zurück: Gemeinsam mit Kim Fisher wird Kachelmann ab 2019 die Talkshow „Riverboat“ moderieren. Das kündigte der MDR am Montag auf seiner Homepage an.

Als Gastgeber werden die beiden Moderatoren wöchentlich vor der Kamera stehen. Kachelmann löst damit Susan Link, Stephanie Stumph und Jörg Pilawa ab.

Nicht nur Kim Fisher, die von 1998 bis 2005 sowie seit 2014 bei „Riverboat“ vor der Kamera steht, auch der Wettermoderator hat bereits Erfahrung bei der MDR-Talkshow: Bereits von 1999 bis 2004 sowie von 2007 bis 2009 war er dort im Einsatz. „Jetzt wird alles gut! Isch gomm heeme“, zitiert ihn der MDR. Auf Facebook teilte Kachelmann einen Beitrag des MDR.

MDR setzt künftig auf festes Moderatoren-Duo

Auch bei seiner Kollegin Fisher ist die Freude groß: „Ich freue mich auf Jörg Kachelmann und darauf, in neuen Zeiten an alte Erfolge anknüpfen zu können. Ich denke, es wird nicht weniger überraschend und spannend werden, wie damals, nur eben ein paar Jahre später ...“

Der MDR setzt ab dem kommenden Jahr auf nur ein festes Moderatoren-Team. Dies sei keine leichte Entscheidung gewesen, sagt MDR-Programmdirektor Wolf-Dieter Jacobi. „Bei Susan Link, Stephanie Stumph und Jörg Pilawa möchten wir uns ganz herzlich für ihr großes Engagement auf unserem Talk-Flaggschiff bedanken.“

Jörg Kachelmann hatte sich Ende 2010 komplett aus dem Fernsehgeschäft zurückgezogen, nachdem er wegen des Verdachts der Vergewaltigung einer Frau in Untersuchungshaft saß und vor Gericht stand. Im Mai 2011 wurde er freigesprochen.

Einen juristischen Erfolg verbuchte Kachelmann zudem jüngst gegen den Medienkonzern Axel Springer, der ihm erneut ein Schmerzensgeld zahlen muss, weil nach Ansicht der Richter durch die Berichterstattung über den Vergewaltigungsprozess wiederholt Kachelmanns Persönlichkeitsrechte verletzt worden seien.

Kachelmann fühlte sich von ARD nicht ausreichend unterstützt

Dass Kachelmann zum MDR zurückkehrt, dürfte viele überraschen. Nach dem Zerwürfnis mit der ARD, bei der er jahrelang „Das Wetter im Ersten“ moderiert hatte, sah es zunächst nicht danach aus, als sei eine erneute Zusammenarbeit möglich. Der Wetter-Moderator sah sich nach den Vergewaltigungsvorwürfen nicht ausreichend unterstützt.

In einem Interview mit dem „Stern“ sagte er vor zwei Jahren auf die Frage, ob er zurück zur ARD möchte, dass es „vermutlich eher nichts mehr“ werde. „Ein Sender, der seinen Mitarbeitern nicht mal solidarisch ist, wenn sie nichts verbrochen haben, ist nichts für mich.“

Nun hat sich Kachelmann offenbar umentschieden. Der MDR ist eine von neun Landesrundfunkanstalten der ARD.

Der in der Schweiz lebende Wetterunternehmer und Journalist Jörg Kachelmann ist bereits seit 2015 wieder im überregionalen Fernsehen beim Privatsender sonnenklar.tv zu sehen. (jkali)

© Berliner Morgenpost 2018 – Alle Rechte vorbehalten.