Maischberger-Talk

Was Angela Merkel und Jogi Löw gemeinsam haben

„Wer braucht noch Union und SPD?“, fragte Sandra Maischberger am Mittwochabend ihre Gäste. Am Ende stand sogar eine klare Antwort.

Skandale und Gäste-Rankings: Diese fünf Dinge muss man über Polit-Talkshows wissen

Ob "Anne Will", "Hart aber Fair", “Maybrit Illner“ oder “Maischberger“: Polit-Talkshows prägen unsere politischen Debatten. Fünf Dinge, die man über dieseTalkshows wissen muss.

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Berlin.  Die Landtagswahl in Bayern hat bei den Parteien der großen Koalition vordergründig keine großen Konsequenzen ausgelöst. Horst Seehofer, Markus Söder, die CDU und die SPD: Man hat sich erstmal bis zur Hessenwahl gerettet.

Allein, der Schaden ist natürlich da. Dabei geht es längst nicht mehr nur um Personen, sondern um ganze Parteien. „Wer braucht noch Union und SPD?“, fragte am Donnerstagabend passend dazu Sandra Maischberger.

Die CSU

Das größte Problem der Christsozialen , da war sich die Runde schnell einig, ist das Personal. Dabei ging es vor allem um den Parteichef. „Horst Seehofer fährt einen Egotrip, er geht nicht, bevor er Merkel nicht mit in die Tiefe gerissen hat“, sagte Florian Schroeder. Dabei gehe es ihm nicht um politische, sondern nur noch um persönliche Gründe, vermutete der Kabarettist.

Markus Feldenkirchen arbeitete die Tragödie des CSU-Parteichefs heraus. „Er war nicht immer eine Hass- und Witzfigur“, sagte der Spiegel-Journalist. Nun aber bleibe von der politischen Person nicht viel übrig, zumal er dem Amt des Innenministers sichtbar nicht gewachsen sei.

Die SPD

Mindestens genauso dramatisch steht es um die Sozialdemokraten. Das machte der SPD-Politiker Rudolf Dreßler deutlich: „Die ganze Mannschaft, die die große Koalition wollte, hätte ihren Rücktritt anbieten sollen“, sagte der Sozialpolitiker mit Blick auf die Bayernwahl.

Über alles reden - SPD analysiert Bayernwahl
Über alles reden - SPD analysiert Bayernwahl

Auch hier war es vor allem das Personal, das Dreßler aufregte. Statt ernsthaft die Niederlage einzugestehen, habe man den Streit in der Union als Begründung hergenommen. „Das ist einfältig und einfallslos“, ärgerte er sich. Mit solchen und anderen Ergebnissen sei die SPD längst keine Volkspartei mehr – auch, weil ihr fast immer die rechnerische Option auf die Macht fehle.

Diese These wurde in der Runde sogleich belegt. Die in München wohnende Fußballmoderatorin Jessica Libbertz berichtete, warum sie die SPD nicht gewählt habe: „Ich wollte, dass meine Stimme nicht verschwendet wird.“ So dürften viele gedacht haben.

Die CDU

Bei den Christdemokraten dreht sich derweil weiter alles um Angela Merkel. Die Kanzlerin wisse, dass die Stimmung in der Partei schwierig sei, berichtete der CDU-Abgeordnete Philipp Amthor. Allerdings sei es sinnvoll, dass sich Parteichefin bleiben wolle.

Sigmund Gottlieb war sich nicht sicher, ob es so kommt. Falls die Hessenwahl verloren gehe, könnte Merkel einen Plan B haben, mutmaßte der frühere Chef des Bayerischen Rundfunks. Dann könnte sie mit Annegret Kramp-Karrenbauer eine eigene Kandidatin präsentieren.

Merkel will Vertrauen zurückgewinnen
Merkel will Vertrauen zurückgewinnen

Das Fazit

Soweit so gut analysiert. Nur seltsam, dass die Diskussion mit Fragen zu Joachim Löw gestartet war. Zehn Minuten ging es um Parallelen zwischen dem Bundestrainer und Merkel (hängt am eigenen Posten, hat eine Ära begründet und dann den Ausstieg zum richtigen Zeitpunkt verpasst), das Frankreichspiel und die WM. Auch ganz nett, aber: Warum?

Gebraucht hat es das nicht. Am Ende wurde nämlich sogar die Frage nach der Zukunft der Volksparteien plausibel beantwortet: „Sie sind am Ende“, stellte der Journalist Feldenkirchen unter Verweis auf spezieller werdende Interessen und ein breiteres Parteienangebot fest.