Staffelfinale

Die „Bachelorette“ will erst mal die Beziehungsbasis checken

„Bachelorette“ Nadine hat sich entschieden. Vor der letzten Nacht der Rosen machte sich Mama Ingrid noch ein Bild von Alex und Daniel.

Berlin.  Vorspann – Zeitlupe – Musik: Männer liegen sich weinend in den Armen, die „Bachelorette“ mit verheulten Augen, ein tränenreiches Finale wie nie. Die letzte Rose von Nadine Klein ging an… nun, das zögerte RTL auch dieses Mal bis zum Geht-nicht-mehr hinaus. Und stopfte die Folge bis dahin voll mit Rückblicken der jungfräulichen Anfangsmomente. Vor acht Wochen stiegen die Jungs aus der weißen Limousine und blickten der fortan umkämpften Frau zum ersten Mal in die blauen Augen.

Zwei Monate später stehen sie wieder dort, an genau dieser Stelle an der Villa auf Korfu, nur sind es nicht mehr 20 Männer, sondern zwei. Daniel und Alex – zweimal Bart, zweimal zum Nest gegelte Haartolle, zweimal Blendex-Lächeln – hatte Nadine für den letzten Abend der diesjährigen Staffel erwählt. Würde Daniel nicht so „schwäbeln“, könnte man meinen, dass die beiden Brüder sind. Nadines Geschmacksvorlieben sind schnell durchschaut.

Während sich Alex früh in der Favoritenrolle wähnte, machte es Daniel mit seiner von Nadine oft erwähnten „humorvollen Art“ ab Mitte der Staffel wieder etwas spannend. Aber warum eigentlich? Vielleicht, weil sonst Nadines viel zu offensichtliche Zuneigung zu Alex der Show die Spannung genommen hätte? Sei’s drum. Vor der letzten Nacht der Rosen mussten beide Herren bei Bachelorette-Mama Ingrid vorstellig werden.

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Daniel zu Mama: Und wie habt ihr euch kennengelernt?

Alex durfte zuerst. Zum Kennenlernen hat der Boy aus Gammelby Ingrid eine Flasche Ouzo mitgebracht. Doch der wird nicht gebraucht. Mama und Test-Schwiegersohn verstehen sich auch nüchtern blendend. Oder hat Alex vorher vielleicht schon vom Ouzo genascht? Es entwickelt sich tatsächlich so etwas wie eine echte Gesprächssituation. Man erfährt sogar etwas aus dem Leben von Alex. Zum Beispiel, dass sein Vater vor zwei Jahren gestorben ist. So viel Inhalt und Tiefe ist man bei der Bachelorette nicht gewohnt.

„Ich find ihn toll“, sagt Ingrid hinterher. So tolle blaue Augen. „Da kann man sich verlieren in den Augen“ – Mama ist ein bisschen verknallt. Und auch Alex irgendwie angetan: „Kleine süße goldige Frau.“

Daniel ist Daniel: selbstverliebt, selbstgerecht, Floskelfreund. Ingrid schenkt er Honig und Olivenöl in Flaschen, der Größe nach zu urteilen hastig aus dem Hotel zusammengeklaubt. Ingrid bleibt skeptisch. Ob er sich denn in Nadine verguckt habe, will sie wissen. Und Daniel antwortet: „Verguckt ist ein gutes Wort. Ich weiß nicht, wie du sie kennengelernt hast…“.

Auf jeden vollen Satz folgt eine Werbeunterbrechung

Der Tag der Entscheidung ist dann gewohnt zäh. Zu dramatischer Musik zeigen die drei, wie emotional aufgewühlt sie doch vor dem Finale sind: Nadine: „Es wird schmerzhaft.“ Musik. Daniel: „Ein abartig bitterer Moment, wenn es nicht klappt“. Musik. Alex: Mein Bauchgefühl sagt, dass es für mich nicht gut ausgeht.“ Noch emotionalere Musik! Dazwischen mehr Werbepausen als zusammenhängende Sätze, die beide Finalisten jemals von sich gegeben haben. Einfach „emotionaler Mindfuck“, wie Daniel es ausdrückt.

Wer zur Rosennacht zuerst das Auto verlässt, verliert. So lautete einst die goldene Final-Regel beim „Bachelor“ und der „Bachelorette“. Weil RTL das mittlerweile weiß, ist die große Entscheidung so zusammengeschnitten worden, dass die Zuschauer durch die Abfolge der Auftritte keine Rückschlüsse auf den Gewinner ziehen können. Beide treffen Nadine also irgendwie gleichzeitig, so scheint es.

Zwischen den Zeilen nach der sich anbahnenden Entscheidung suchen

Das funktioniert nicht, wenn beide Kandidaten fast gleich aussehen und beide „humorvoll“ und mit Nadine „auf einer Wellenlänge“ sind. Der findige Zuschauer behilft sich mit Signalworten. Fragt Nadine Daniel, ob er die letzte Rose haben möchte, würde dieser – wie gewohnt – mit „Auf jeden Fall“ antworten. Die typische Alex-Erwiderung lautet „Definitiv“.

Nadine lässt noch einmal Revue passieren: Daniel überzeugte durch seine freche, direkte Art, Alex ist der schüchterne „Womanizer“ der ersten Stunde. Nach vielen Tränen und noch mehr Rückblenden stellt Nadine dann endlich die entscheidende Frage, die mit einem erleichterten „Definitiv“ beantwortet wird: Alex hat gewonnen.

Erst mal eine mögliche Beziehungsbasis checken

Daniel kann’s nicht fassen: „Dein Ernst?“. Dein Ernst, Daniel? Hast du gerade Nadine verloren, oder hat dir dein WG-Mitbewohner den letzten Joghurt geklaut? Der Zweittollste verlässt die Villa wütend und versucht unterwegs noch einen Kerzenständer umzuschmeißen. Nicht mal das klappt: „Ich bin enttäuscht von ihr, fühle mich getäuscht von ihr“. Was hat sich Nadine nur dabei gedacht?!

Die wirklich wichtige Frage wird aber erst nach dem Finale geklärt: Sind Nadine und Alex noch ein Paar? Bis auf Anna Hofbauer und ihr Marvin Albrecht trennten sich alle „Bachelorette“-Paare bereits kurz nach Show-Ende. Während RTL die Antwort bis zum bitteren Ende hinauszögert, wird sie hier klar mit einem „Joar“ beantwortet. Beide wollen jetzt für ein paar Tage wegfahren, sich kennenlernen und schauen, ob es eine Basis für eine Beziehung gibt.

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