TV-Show

„Schlag den Star“: Pietro Lombardi versagt auf ganzer Linie

Laue Sommerspielchen statt packender Duelle: Sänger Gil Ofarim ließ seinen Konkurrenten keine Chance. Da half auch kein Alkohol mehr.

Von Fabian Hartmann
Fünf Fakten über Pietro und Sarah Lombardi

Fünf Fakten über Pietro und Sarah Lombardi

Was man über Pietro und Sarah Lombardi wissen muss

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Berlin.  Endlich gibt’s Alkohol. „Wir gehen jetzt Bier trinken“, verkündete Moderator Elton, als alles vorbei war. Um kurz nach 23 Uhr fiel bei „Schlag den Star“ am Donnerstagabend die Entscheidung – zumindest offiziell. Denn eigentlich war beim Sänger-Duell Pop gegen Rock, Pietro Lombardi gegen Gil Ofarim, schon lange klar, wer das TV-Studio als Sieger verlassen wird.

Und wer wie ein bedröppelter Hund dastehen wird. „Wenn Fußball kommt, gewinne ich“, hatte Lombardi, der Sieger der achten DSDS-Staffel, vorher noch getönt. Blöd nur: Fußball kam halt nicht. Und so entwickelte sich eine Sendung, die so zäh war wie ein Kaugummi: Ein Bier wird wohl nicht reichen, um sich das schönzutrinken.

Mit 19 zu zwei Punkten war Gil Ofarim bereits nach sechs Spielen davongezogen, es sah nach einer deutlichen Packung aus, doch dann wehrte Lombardi den Matchball nochmal ab und rettete sich, angefeuert vom Publikum, in die achte Runde, wo beide Sänger beim „Hürdenlauf“ gegeneinander antraten – und wo es auf engstem Raum darauf ankam, die Hindernisse nicht zu berühren. Geschicklichkeit war also gefragt. Nichts für Lombardi. Nächste Pleite. Aber immerhin: damit war es auch vorbei.

ProSieben liefert kein „Duell der Giganten“

ProSieben plusterte den Abend mit faden Spielchen, ständigen Unterbrechungen und einer Dramaturgie, die den Anschein erweckte, einem Duell der Giganten beizuwohnen, unnötig auf. Dabei hätte eine Sendestunde vollkommen ausgereicht, um zu zeigen, dass Ex-DSDS-Gewinner Pietro Lombardi nicht den Hauch einer Chance hat – egal, ob es in den Spielen um Geschicklichkeit, Koordination oder Wissen geht.

„Soll ich mir einen Duden kaufen und gucken, wie man ,Gesellschaft‘ schreibt?“, fragte der 26-Jährige, der in der Vergangenheit vor allem durch Eheprobleme mit Ex-Frau Sarah für Boulevard-Schlagzeilen gesorgt hat. Hätte auf jeden Fall nicht geschadet.

Immerhin: Zumindest beim Thema Zoff mit der Ex bestand eine Parallele zu seinem Gegner Gil Ofarim, der sich aktuell mit Noch-Ehefrau vor dem Münchner Familiengericht um das Sorgerecht für die Kinder streitet. Doch das war’s auch schon mit den Gemeinsamkeiten.

„Ach du Schande, ach du Schande“

Ofarim musste sich nicht sonderlich anstrengen, um die 50.000 €, die ProSieben diesmal auslobte, zu gewinnen. „Ach du Schande, ach du Schande“, stöhnte Kommentator Elmar Paulke, als Lombardi beim Spiel „Rowcart“ schon nach wenigen Sekunden mit seinem Gefährt in die Wand krachte – und so eine grottige Zeit einfuhr.

Noch peinlicher war sein Auftritt beim Spiel „Tierstimmen“, die erraten werden sollten. Jeder im Studio hörte das Fiepen eines Meerschweinchens, Pietro hämmerte auf den Buzzer und rief – Delfin. Das Publikum lachte ihn dafür gnadenlos aus.

Mit einem Kandidaten wie Lombardi wird „Schlag den Star“ zum Totalausfall, ProSieben sollte in Zukunft Promis auswählen, die mehr auf Augenhöhe agieren. Oder es zumindest versuchen. Ein Format, das von überraschenden Volten, Aufholjagden und knapper Siege lebt, langweilt sonst.

Kann man sich nicht schön trinken

Was bleibt also von dieser Sendung? Nicht viel. Außer vielleicht die Füße von Gil Ofarim. Die postete der Sänger auf Instagram – beim zweiten Spiel hatte er sich den großen Zeh gebrochen und trotzdem weitergemacht.

Mehr Aufregendes hatte diese laue Sommer-Ausgabe von „Schlag den Star“ aber auch nicht zu bieten. ProSieben muss sich fürs nächste Mal etwas einfallen lassen. Alkohol allein wird da nicht reichen.

• Die nächste Folge von „Schlag den Star“ wird am 9. August, 20.15 Uhr, ausgestrahlt. Dieses Mal mit Faisal Kawusi und Ralf Moeller.