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„Die Bachelorette“ – Verpatzte Küsse und rasierte Beine

Ein widerwilliger Fisch, ein Gespräch mit Einschlaf-Garantie sowie Gladiatoren-Kämpfe: Bachelorette Nadine ist nicht zu beneiden.

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Berlin.  Bizarr, schlicht und doch ergreifend. Ja, so lässt sich das Verhalten von Bachelorette Nadine wohl am besten beschreiben. Da begrüßt sie in ihrer Heerschar von 17 mehr oder minder Heiratswilligen einen Mann, der jedem Putzteufel die Hölle reinwischt, und wie entscheidet sie? Lässt ihn laufen!

Da bettelt der inoffizielle Botox-Beauftragte der Bundesrepublik um die Aufmerksamkeit der 32-Jährigen – und was passiert? Die Rose zieht an ihm vorbei wie jede Falte. Und der Herr mit den wohl glattesten Beinen seit Erfindung des Rasierapparats muss weiterhin als einsamer Wolf durch die Pflegeartikel-Abteilung eines jeden Drogeriemarkts schweifen. Was war da los in der zweiten Folge des Kuppel-Formats? So viel vorweg: Petzen, Trantüten und Schleimbacken gewinnt unsere Kandidatin offenbar mehr ab als den erwähnten Unglückseligen.

Bachelorette: Candle-Light-Dinner mit Nebenwirkungen

Die Berlinerin Nadine gesteht schon zu Beginn der Sendung, dass sich ihre Gefühle so unberechenbar gestalten wie die emotionalen Ausbrüche eines Eddy, 27. „Es rattert unglaublich in meinem Kopf“, lässt Nadine wissen, schließlich könne sie bei dem Überangebot von Bewerbern schnell an den Falschen gelangen. Und ließe sich der Trugschluss noch während der Dreharbeiten erkennen? Fragen über Fragen.

Ob Filip, ein „recht frühreifer“ Fitnesstrainer aus Hamburg, über Tischmanieren verfügt, stellt sich jedenfalls schnell heraus. Fische scheinen dem 24-Jährigen weniger geheuer, zumindest wenn er das Filetieren übernehmen darf: „Ich habe den Fisch gesehen, ein Messer gesehen und dachte: Scheiße.“ Hohe Wahrscheinlichkeit, dass es Nadine beim Anblick des Überforderten ähnlich ergeht.

Das erste Einzeldate verläuft ansonsten aber nicht weiter aus dem Ruder, um im Bild zu bleiben. Die beiden schippern nämlich vor dem Candle-Light-Dinner auf der „Felicita“. Eine Jacht, auf den Namen „Glück“ getauft? Klingt vielversprechend.

Ein Robert de Niro ist auch dabei

Das dürften 16 Herren anders sehen. Denn schon in der zweiten Folge scheint es um die anfängliche Männerfreundschaft nicht mehr ganz so gut bestellt. Selbst Filips Witz, die Nacht nach dem Date mit Nadine verbringen zu wollen, verfinstert manche Miene mehr, als es Schönheitschirurg Manuel genehm sein dürfte.

DJ Sören fände eine solche Vorgehensweise „schon heftig“, Brian (mit tätowiertem Kreuz auf der Brust) gar „brutal“. Kein Wunder: Wenn der Bayer nicht verknallt ist, bietet er Robert de Niro in Sachen Schauspielkunst ernsthafte Konkurrenz. Beim Gruppen-Daten in einem Dorf geht er jedoch leer aus.

Stefan schnappt sich Nadine, um mit ihr über Nachwuchs zu plaudern – und die Tatsache, dass er sich noch im heiligen Stand der Ehe befindet. „Eine Vorbelastung“, findet die Berlinerin, nur um sich davon zu überzeugen, dass der 35-Jährige so wenigstens über ausreichend Beziehungserfahrung verfügt.

Zwei Details werden die Bachelorette wohl in den nächsten Wochen verfolgen: Andis Geständnis, nie ohne rasierte Beine das Haus zu verlassen („Ich bin jetzt nicht so penibel, ich bin jetzt kein Freak“) und Rafis Schulterschmatzer („Ist halt passiert, mein Gott, gibt Schlimmeres“). DJ Sören findet, die Art zu küssen gehöre „in Deutschland eingeführt“.

Bachelorette Nadine tappt bei vielen Kandidaten im Dunkeln

Statt Bussis zu verteilen, überlässt Nadine den Körperkontakt allerdings lieber ihren Bewerben. In einer in Sachen Kennenlernen absolut sinnfreien Veranstaltung müssen sich die Herren beim zweiten Gruppen-Treffen im Bogenschießen, Tauziehen und Rangeln versuchen. Außer ein paar Blessuren bleibt dieser Teil der Show ohne Folgen. So wie das Treffen mit Tourismuskaufmann Dennis. Wieso die 32-Jährige ausgerechnet ihn eine Runde weiter lässt, bleibt schleierhaft.

Laut TV-Aufnahmen besteht dieses Date aus genau einem Programmpunkt: Schweigen. Nadine: „Du kannst mich auch noch irgendwas fragen.“ Dennis: „Ich muss grad mal überlegen.“ Nadine: „Jetzt langsam wird’s auch frisch.“ Beziehungsweise: eisig. Womit wir sogleich beim Streit zwischen Filip und Rafi wären.

Was gibt’s dazu zu sagen? Eifriges Wortgefecht, wobei wir die Fäkalsprache lieber unerwähnt lassen wollen, übereifriges Petzen bei Nadine in der „Nacht der Rosen“. Die Bachelorette kann dem Gladiatoren-Kampf wenig abgewinnen, schließlich sorgt sie sich um wahrlich Wichtigeres: „Bei vielen Kandidaten tappe ich noch im Dunkeln. In der einen Sekunde finde ich den toll, dann finde ich plötzlich jemand anderen interessanter.“ Nicht leicht, das Leben.

Die ersten müssen gehen

Wenigstens beweist Nadine in Sachen Manuel-Rauswurf den richtigen Riecher. Nicht nur, dass er ihr im Vier-Augen-Gespräch mangelndes Interessiere vorwirft. Nein, gegenüber seinen Kumpanen erwähnt der 38-Jährige bereits, dass „sie sich bei ihm halt schwer tut, die Alte“. Und so müssen „Facility Manager“ Jan, Andi ohne Beinhaar und der Schönheitschirurg ihre sieben Sachen packen. „Da freuen sich anderswo die Mädels“, resultiert Manuel. Es sei dem Unglückseligen gegönnt.