"Hart aber fair"

Grünen-Chef Robert Habeck lästert: „Das ist Verarschung“

Der Asylstreit in der Union holte Frank Plasberg aus den Ferien. Da fällten seine Gäste bei „Hart aber fair“ ein hartes Urteil.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Asylvereinbarung mit der CSU als "wirklich guten Kompromiss" begrüßt.

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Berlin.  Nach Anne Will unterbrach auch Frank Plasberg seine ARD-Sommerpause – und platzte am Montagabend mit seiner Sonderausgabe von „Hart aber fair“ mitten in die Auflösung des Union-Streits. Und seine Gäste nutzten die Gunst der Stunde, um CDU und CSU abzuwatschen.

„Im Grunde ist das ‘ne Verarschung“, ätzte Grünen-Chef Robert Habeck, als die Nachricht bekannt wurde, dass „Transitzentren “ für Asylbewerber nun der Kern des Unionskompromisses sein sollen. Diese Idee sei doch drei Jahre alt, nix Neues also. Habeck: „Das ist so, als hätten sich die Grünen geeinigt, wir sind gegen Atomkraft.“

Wolfgang Kubicki: „Ohne Neuwahlen wird es nicht gehen“

Vor drei Jahren war allerdings der Koalitionspartner SPD gegen diese Idee der Union. Und nun? Wieder Habeck: „Die armen Genossen müssen jetzt die bittere Suppe löffeln.“ Entweder mitmachen oder als Verhinderer dastehen – beides nicht eben dankbar.

FDP-Vize-Chef Wolfgang Kubicki glaubt ebenso wenig daran, dass die von Angela Merkel, Horst Seehofer und ihren Leuten ausgehandelte Einigung lange trägt. „Es kann doch nicht sein, dass in Deutschland alle jubeln, weil man einen Kompromiss gefunden hat, nur des Kompromisses wegen, wenn man damit aber das eigentliche Problem nicht löst“, so Kubicki. Nach diesem „Schauspiel“ von CDU und CSU sei klar, „ohne Neuwahlen wird es nicht gehen“.

Hajo Schumacher: „Das ist Kasperletheater“

Auch der Dresdner Politikforscher Werner Patzelt hatte nur Häme für den sich abzeichnenden Kompromiss der Unionisten. „Das ist keine Lösung, da wird nur eine Lösung simuliert. Das ist Selbstbetrug. Sie sind verzweifelt.“

Als Plasberg die hereingereichte Nachricht vorliest, wonach Kanzlerin Angela Merkel die Einigung mit Seehofer als „wirklich guten Kompromiss“ bezeichnete und vom „Geist der Partnerschaft in der Europäischen Union“ schwärmt, konnte auch der Publizist Hajo Schumacher nicht mehr an sich halten. Das sei doch „Satire“, so Schumacher. „Das ist Kasperletheater.“

Einen Vertreter aus der Union suchte man im Halbrund von „Hart aber fair“ übrigens vergebens. Trotz zahlreicher Anfragen, so Gastgeber Plasberg, habe man sich nur Körbe eingefangen. Keiner wollte vor die Kamera. „Auch Wolfgang Bosbach nicht?“, stichelte der Grüne Habeck. Nein, auch der nicht. Dann muss es wirklich ernst sein in der CDU.

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