Romanverfilmung

Der ZDF-Krimi "Dengler" hält eine Überraschung bereit

Privatermittler „Dengler“ gerät in der Ägäis in den Kampf ums Trinkwasser: Ein spannender ZDF-Thriller mit großer politischer Relevanz.

Auch als ehemaliger Zielfahnder muss sich Georg Dengler (Ronald Zehrfeld) in Form halten, denn seine Aufträge fordern ihn auch immer wieder körperlich.

Auch als ehemaliger Zielfahnder muss sich Georg Dengler (Ronald Zehrfeld) in Form halten, denn seine Aufträge fordern ihn auch immer wieder körperlich.

Foto: Julia Terjung / ZDF und Julia Terjung

Essen.  Früher hätte man vielleicht noch gelächelt, wenn jemand das Thema Wasserversorgung als Aufhänger für einen Thriller benutzt hätte. Inzwischen aber ist die Privatisierung von Wasser weltweit zu einem Milliardengeschäft geworden, das viele reich macht, während die Ärmsten der Armen zu leiden haben. Denn wer kann sich in der Dritten Welt schon Wasser leisten, das abgefüllt in Flaschen für einen Dollar oder mehr verkauft wird?

"Wasser ist das Öl der Zukunft, der größte Schatz der Erde", meint denn auch die in Brüssel tätige Frau Dr. Larson (Thekla Reuten), die weltweit Wasserwerke berät. Sie schickt den Privatermittler Georg Dengler (Ronald Zehrfeld) zur Ermittlung nach Griechenland. Hier sind gerade der EU-Kommissar Kolidis und seine Familie bei einer Explosion auf seinem Boot ums Leben gekommen. Unfall oder Anschlag, das ist die Frage, die es zu klären gilt.

Spagat zwischen Aufklärung und steigender Spannung

"Dengler – Fremde Wasser" ist bereits die vierte Verfilmung eines Romans von Wolfgang Schorlau, der mit dieser Figur einen lässigen Allround-Detektiv mit globalem Einsatzgebiet erschaffen hat. Der frühere BKA-Beamte ist für jede Verschwörungstheorie zu haben, weil er damit schon oft richtiggelegen hat. Und auch in diesem Fall fürchtet er eine solche Verschwörung, auch wenn die griechischen Behörden nichts Verdächtiges feststellen können.

Schließlich wollte der Lobbyist Kolidis in Brüssel reinen Tisch machen, wollte all die Beamten nennen, die sich in Sachen Wasser von Großkonzernen lange schon haben schmieren lassen. Der zuverlässige Drehbuchautor Lars Kraume und Regisseur Rick Ostermann versuchen hier den Spagat zwischen Aufklärung und steigender Spannung, was ihnen weitgehend auch gelingt.

Birgit Minichmayr spielt nur eine Nebenrolle

Dazu trägt vor allem das Schicksal des Mitglied des Bundes Andreas Schülkopf (Max von Pufendorf) bei, der Kolidis überhaupt erst dazu ermutigt hat, seine Auftraggeber preiszugeben. Das hat zur Folge, dass Schülkopf sich plötzlich im Gefängnis wieder­findet, weil man in seinem Haus Crystal Meth sichergestellt hat, das ihm von kundiger Hand untergeschoben wurde.

Es ist viel los in diesem Film. So viel, dass für Denglers Freundin ­Olga kaum noch Platz vorhanden ist. Die sonst eher auf Hauptrollen abonnierte Birgit Minichmayr hat hier eigentlich nur noch die Funktion, immer den Laptop zu betätigen, wenn wieder mal recherchiert werden muss.

Gespür für starke Schauspieler

Dafür zeigt Regisseur Ostermann ein Gespür für großes Kino, indem er zwei Schauspieler ins Spiel bringt, die derzeit auf der Leinwand stark gefragt sind. Clemens Schick ("Das finstere Tal") spielt einen Zielfahnder des BKA, der Denglers Wege in Griechenland verfolgen soll. Und Oliver Masucci (der Hitler-Darsteller in "Er ist wieder da") ist hier mit dem Spitznamen "der Doktor" der Mann fürs Grobe.

Fazit: Der Privatermittler Deng­ler muss erkennen, dass Konzerne bereit sind, für Wasserrechte auch über Leichen zu gegen. Der Thriller wagt den Spagat zwischen Aufklärung und Spannung und hält am Ende noch eine Über­raschung bereit.

ZDF, Montag, 14. Mai, 20.15 Uhr

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