TV-Show

„Beginner gegen Gewinner“: Die Show dauert einfach zu lange

In einem Spezial zum „Red Nose Day“ lässt Pro Sieben Promis gegen Profis antreten. An sich eine gute Idee. Nur: Es ziiieeeht sich.

Sophia Thomalla (l) half das handicap ihrer Gegnerin am Ende auch nicht. Sie verlor gegen die 22-fache deutsche Meisterin und Doppel-Weltmeisterin im Armwrestling, Katrin Mook.

Sophia Thomalla (l) half das handicap ihrer Gegnerin am Ende auch nicht. Sie verlor gegen die 22-fache deutsche Meisterin und Doppel-Weltmeisterin im Armwrestling, Katrin Mook.

Foto: © ProSieben/Jens Hartmann

Berlin.  Mats Hummels hat Glück gehabt. Der Abwehrchef des FC Bayern war bei Pro Sieben schon fest eingeplant. Doch weil sein Verein am kommenden Dienstag im Champions League-Halbfinale gegen Real Madrid noch um den Finaleinzug kämpft, musste Hummels zu Hause bleiben. Trainer Jupp Heynckes legte sein Veto ein.

Der Nationalspieler trat bei „Beginner gegen Gewinner“ am Samstagabend also nicht zum „Fifa“-Match an der Playstation gegen eSports-Weltmeister Kai Wollin an. Die zu erwartende Klatsche holte sich stattdessen Moderator Joko Winterscheidt ab. Und Hummels, immerhin kurz per FaceTime zugeschaltet, musste auch nicht viereinhalb Stunden im TV-Studio ausharren.

Wie gesagt: Glück gehabt.

Denn mit dieser Spezialausgabe, in der Pro Sieben passend zum „Red Nose Day“ Geld für den guten Zweck sammelte, hat es der Sender übertrieben. Das eigentlich gute Konzept von „Beginner gegen Gewinner“, diese bunte Mischung aus „Wetten, dass..?“ und „Schlag den Star“, trägt für zwei, maximal drei Stunden. Danach wird’s kritisch. Schon in der Vergangenheit wurde die Sendezeit großzügig ausgereizt.

Promis treten als Amateure an

Auch wenn Pro Sieben diesmal Promis gegen Profis in deren Paradedisziplin antreten ließ. Die bekamen natürlich ein Handicap aufgebrummt. Schauspielerin Sophia Thomalla hatte im Arm-Wrestling – ja, das gibt’s wirklich – trotzdem keine Chance gegen die über dem Boden schwebende Weltmeisterin Katrin Mook. „Ist ihr beide Arme brechen auch eine Option?“, fragte Thomalla noch bei der Wahl des Handicaps. Sie wusste wohl schon, was ihr droht.

Ähnlich erfolglos präsentierte sich auch Moderator Jochen Schropp („Promi Big Brother“). Der tänzelte beim Ringen zwar elegant um Champion Frank Stäbler, der sich in eine Mono-Hose und Mono-Schuhe zwängen musste. Doch auch wenn der Profi nur hüpfen konnte: Es reichte trotzdem, um seinen Konkurrenten auf die Matte zu legen.

Auch das gibt’s: Joko ist sprachlos

Die Gaga-Duelle waren lustig anzuschauen und oft auch spannend. Gleich zu Beginn etwa trat Moderator Winterscheidt zum 400-Meter-Schanzenlauf an. Dabei ging’s darum, eine Skipiste zu erklimmen, 140 Höhenmeter zu überwinden. Steigung: bis zu 35 Grad.

Mit vier Minuten Vorsprung startete Joko vor Extremsportler Anton Palzer, der ihn trotzdem noch einholte. Dabei sah es lange so aus, als könnte der Außenseiter den Champion bezwingen. Winterscheidt keuchte, schnaufte, schleppte sich mit letzter Kraft ins Ziel – und war so fertig, dass er hinterher kein Wort mehr sagen konnte. Ja, auch das gibt’s.

Masse statt Klasse: So verschenkt Pro Sieben Potential

Doch weil Pro Sieben auf Masse statt Klasse setzte, konnten die insgesamt sieben Matches keine große Strahlkraft entwickeln. Entweder wurden sie durch Werbepausen zerhackt oder durch anschließendes Palaver kaputt gequatscht.

Das ist schade, weil das Format von Tempo und der Freude, den haushohen Favoriten straucheln (und fallen) zu sehen, lebt. Noch immer hat „Beginner gegen Gewinner“ Potential. Doch durch die aufgeblähte Sendezeit und die ständigen Werbeblöcke ist Pro Sieben dabei, ein gutes Konzept gegen die Wand zu fahren.

Ein feines Gespür immerhin hatten Ex-Tennis-Star Boris Becker und GNTM-Juror Thomas Hayo, die vor jedem Duell auf Sieg oder Niederlage tippten – und meistens richtig lagen. Damit erhöhte sich auch jedes Mal der Jackpot. 233.000 Euro kamen am Ende zusammen. Zumindest für den guten Zweck war „Beginner gegen Gewinner“ diesmal ein voller Erfolg.