Maischberger-Talk

Spahn: „Kann mir nicht vorstellen, meine Eltern zu pflegen“

Den Beruf aufgeben, um die Eltern zu pflegen? Kommt für Gesundheitsminister Jens Spahn nicht in Frage, sagte er bei „Maischberger“.

Jens Spahn: Islam, Armut, Flüchtlinge – der neue CDU-Minister stößt jede Menge Debatte an. Dabei ist sein eigentliches Thema doch die Gesundheit.

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Berlin.  Bundesgesundheitsminister Jens Spahn kann sich nach eigenen Worten nicht vorstellen, seine Eltern selbst zu pflegen. „Meine Eltern würden es auch nicht erwarten, dass ich meinen Beruf aufgebe, um sie zu pflegen“, sagte der CDU-Politiker am Mittwochabend in der ARD-Sendung „Maischberger“. Thema war: „Die große Überforderung: Wie lösen wir den Pflegenotstand?“

Der auch für Pflege zuständige Minister ergänzte: „Ich würde so oft wie möglich versuchen, zu Hause zu sein und mitzuhelfen.“ Alle würden in ihren Familien das Thema weit wegschieben – „meistens, bis es zu spät ist“. Er habe das Gespräch hierüber mit seinen Eltern erst gesucht, als er vor Jahren in einer Talksendung darauf angesprochen worden sei, erzählte Spahn.

Beiträge werden steigen

Der Minister kündigte in der Sendung auch höhere Beiträge zur Pflegeversicherung an. „Ich kann Ihnen jetzt schon sagen, wir werden in den nächsten Jahren nochmals erhöhen müssen, da muss man kein Riesen-Mathematiker sein“, sagte Spahn.

Spahn ist noch nicht lange im Amt, hat aber mit einigen Vorstößen bereits heftige Kritik auf sich gezogen. Besonders mit Themen, die gar nicht sein eigenes Ressort und damit seine Zuständigkeit betreffen. So hatte sich der Gesundheitsminister etwa zu den Themen Recht und Ordnung und Hartz IV geäußert – und damit Kontroversen ausgelöst.

Jens Spahn erbittet sich mehr Zeit

Der CDU-Politiker befasst sich aber auch mit seinem eigenen Ressort. Er kündigte an, sich um den Pflegenotstand zu kümmern. Pflegekräfte aus dem Ausland sollen angeworben und die Ausbildung neu geregelt werden.

Für besonders viel Aufsehen hatte der offene Brief einer Krankenschwester gesorgt, in dem sie Spahn scharf kritisierte und ihn als „Fehlbesetzung“ bezeichnete. Der Minister hatte auf den Brief reagiert – und sich mehr Zeit zur Umsetzung seiner Vorhaben erbeten. (dpa/sdo)