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Maybrit Illner - „Trump befindet sich im Überlebenskampf“

Kommt es in Syrien zum militärischen Kräftemessen USA-Russland? Bei Maybrit Illners Talk prallten die Meinungen hart aufeinander.

Skandale und Gäste-Rankings: Diese fünf Dinge muss man über Polit-Talkshows wissen

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Berlin.  Russland und die USA scheinen auf einen Showdown in Syrien zuzustreben. US-Präsident Donald Trump erklärt Moskau per Twitter quasi den Krieg, Kremlchef Wladimir Putin hält dagegen. Unklar ist dabei, ob es überhaupt den Einsatz von Giftgas in der syrischen Stadt Duma kam, wie der Westen es darstellt.

Steht „Putin unter Generalverdacht“, wie ZDF-Talkmasterin Maybrit Illner am Donnerstagabend ihre Gäste fragte? Zumal Moskau auch im Fall des in Großbritannien vergifteten russischen Ex-Spions Sergej Skripal unter westlicher Anklage steht. Die wichtigsten Aussagen und Standpunkte der Sendung im Talk-Protokoll.

Gysi fordert: Wir müssen misstrauischer werden

• Sandra Navidi, Autorin und Finanzexpertin aus USA sieht ein großes Problem im Weißen Haus: „US-Präsident Trump befindet sich im Überlebenskampf. Deshalb wird er immer schwerer berechenbar. Er hat keine Strategie, er kann immer nur einen Schritt vorausdenken.“

• Gregor Gysi von der Linkspartei glaubt anders als die westlichen Regierungen nicht daran, dass syrische oder russische Militärs in Syrien Giftgas einsetzten: „Hier wird ein Vorurteil gepflegt. Das ist mir viel zu wenig. Wir müssten misstrauischer sein. Warum sollten Assad und Putin jetzt Chemiewaffen einsetzen und damit ein Eingreifen der USA provozieren?“

• Alexander Rahr, Putin-Biograf und Politologe: „Wir haben jegliches Vertrauen untereinander verloren. In der Kubakrise hat man noch miteinander geredet. Jetzt gehen die USA am russischen Botschafter vorbei. Russland respektiert man nicht: Es ist der Verlierer des Kalten Kriegs und hat nichts mehr zu bestimmen in der Weltpolitik.“

Röttgen: Wir brauchen keinen Empörungshöhepunkt

• Katja Gloger, „Stern“-Journalistin, sieht Russland auf gefährlichem Kurs : „Wladimir Putin propagiert Russland als eine vom Westen belagerte Festung. Die Menschen sollen sich opferbereit hinter ihm versammeln. Und das funktioniert nicht schlecht. Russland hat sich zunehmend von Europa verabschiedet, es möchte einen eigenen Weg gehen in eine post-westliche Welt. Dazu gehört die Ablehnung des demokratischen Modells.“

• Norbert Röttgen, CDU-Außenpolitiker, warnte vor einer militärischen Aktion der USA in Syrien: „Eine einzelne Militäraktion, ein Empörungshöhepunkt wird nicht dazu führen, dass der Krieg in Syrien aufhört. Der Türkei, dem Iran und Russland geht es um ihre machtpolitischen Interessen. An einer Ordnung für Syrien sind sie nicht interessiert und auch nicht in der Lage dazu.“

• Fazit: Die Talk-Runde spiegelte die verzwickte Lage wider: Ein überforderter Präsident im Weißen Haus, ein kalt kalkulierender Machtpolitiker im Kreml - und Syrien als Spielfeld fremder Interessen. Verlierer sind die Menschen in dem Land, in dem seit sieben Jahren ein erbarmungsloser Krieg tobt. Und es ist kein Ende absehbar.

Sehen Sie die komplette Sendung hier in der ZDF-Mediathek