TV-Show

Welterklärer im Bademantel – „Dittsche“ kommt zurück

Die Kultsendung „Dittsche“ geht wieder los. Und Olli Dittrich sucht nach Antworten, „wo andere die Fragen nicht einmal mehr verstehen“.

Dittsche (Olli Dittrich) und Wirt Ingo (Jon Flemming) in der Eppendorfer Grillstation. (Archiv)

Dittsche (Olli Dittrich) und Wirt Ingo (Jon Flemming) in der Eppendorfer Grillstation. (Archiv)

Foto: Franziska Lindhorst / dpa

Köln/Hamburg.  Dittsche, Bademantel-Philosoph und gespielt von Komiker Olli Dittrich (61), hat es zu einer der bekanntesten Figuren im Fernsehen gebracht. Am Sonntag (8. April, 23.30 Uhr) zieht er wieder los, um bei Imbisswirt Ingo über Gott und die Welt zu schwadronieren. Der Westdeutsche Rundfunk (WDR) zeigt zwölf neue Folgen von „Dittsche - Das wirklich wahre Leben“.

Der Arbeitslose Dittsche aus Hamburg steht auf einer ganz besonderen Bühne: eine fast menschenleere Imbissbude. Olli Dittrich ist Dittsche und Jon Flemming Olsen (53) spielt Ingo, beide improvisieren in der „Eppendorfer Grillstation“ in Hamburg ein Gespräch, ein Drehbuch gibt es nicht.

Live und in Farbe ohne Schnickschnack

Der WDR überträgt das Geschehen live und ohne großen technischen Schnickschnack. Dittsche hat in der Regel den deutlich größeren Redeanteil, da Ingo gedanklich erstmal hinterher kommen muss, wenn sein Stammgast thematisch mühelos plastikfressende Raupen und Ivanka Trump, die Tochter des US-Präsidenten, verbindet.

Olli Dittrich verspricht für die Staffel allerdings auch ein paar Neuerungen. „Dittsche wird neben dem Reflektieren des aktuellen Weltgeschehens rückblickend berichten, was er so alles erlebt hat in der jüngeren Vergangenheit. Wir waren ja nun leider fast ein Jahr nicht mehr zu sehen“, sagt der Komiker.

Neue Bekanntschaft aus dem Ruhrgebiet

So sei Dittsche etwa im Ruhrgebiet gewesen („Der Rhein-Herne-Kanal ist die Südsee des kleinen Mannes“). Von dort bringt er eine neue Bekanntschaft mit, „den Berndchen“, gespielt von Hans Werner Olm. Der NRW-Bezug des Formats – immerhin im WDR zu Hause – dürfte etwas deutlicher werden als bisher.

Zudem gibt es eine notgedrungene Umbesetzung auf dem Barhocker, den früher der zumeist völlig stumme Imbissgast Schildkröte bezogen hatte – Darsteller Franz Jarnach starb überraschend im Januar 2017.

Neu dabei: Der Krötensohn

Seinen Platz wird nun sein Sohn, der , fest einnehmen, gespielt von Jens Lindschau. Bei der Frage, ob der Sprössling gesprächiger als der Papa sein wird, hält sich Dittrich noch bedeckt: „Man wird sehen. Der Apfel fällt ja nicht weit vom Stamm.“

„Dittsche“ läuft mittlerweile seit 2004. Für ein Format dieser Machart – inhaltlich nur bedingt planbar, optisch braun und beige – ist das eine lange Zeit. Es funktioniert wegen Olli Dittrich.

Welterklärer im Bademantel

„Dittsche ist das Sprachrohr des typischen „kleinen Mannes“, der sein kleines Glück im Schwadronieren findet“, sagt er. „Weil er Antworten findet, wo andere die Fragen nicht einmal mehr verstehen.“ Ein Welterklärer wie Helmut Schmidt – nur im Bademantel und aus der Imbissbude, nicht aus dem Kanzleramt.

Der „kleine Mann“ und seine Ansichten erscheinen im Jahr 2018 allerdings in einem anderen Licht als noch 2004. Damals gab es noch keinen US-Präsidenten Trump, keinen Brexit, keinen starken Rechtspopulismus in Deutschland. Das macht die Figur Dittsche ziemlich spannend. Eigentlich.

Andererseits ist Dittsche mit seinen aus gefährlichem Halbwissen gedrechselten Ideen oft so weit ab vom Schuss, dass selbst der beste Verschwörungstheoretiker nicht mehr mitkommt. Man wird sehen, wohin Dittrich sein zweites Ich in dieser Staffel führen wird. (dpa)