Fernsehen

„Late Night Berlin“ – Premiere für Klaas Heufer-Umlauf

ProSieben-Moderator Klaas Heufer-Umlauf feilt an seiner Solokarriere und versucht sich mit „Late Night Berlin“ in der Königsdisziplin.

Klaas Heufer-Umlauf lädt ab Montag, 12. März wöchentlich zur seiner neuen Late-Night-Show „Late Night Berlin“ ein.

Klaas Heufer-Umlauf lädt ab Montag, 12. März wöchentlich zur seiner neuen Late-Night-Show „Late Night Berlin“ ein.

Foto: Andreas Franke / ProSieben

Potsdam.  Sonst trägt der Mann bevorzugt Pullover und Turnschuhe. Aber für seinen ersten Tag am neuen Arbeitsplatz hat er sich schick gemacht. Grauer Anzug, die spitzen schwarzen Schuhe auf Hochglanz poliert, das Haar zurückgegelt und der Fusselbart halbwegs gestutzt – so betritt Klaas Heufer-Umlauf sein Studio. Ab Montag wird der 34-Jährige dort die vielleicht wichtigste Show seiner Karriere moderieren, ein paar Tage vorher wirft er einen Blick in das von Handwerkern frisch hergerichtete „Studio five“. „Riecht geil nach Holz“, kommt es ihm in den Sinn.

Dann nimmt er hinter dem rustikal-modernen Schreibtisch Platz, von dem aus er fortan das Weltgeschehen satirisch kommentieren will. Darüber der Schriftzug „Late Night Berlin“. Die wöchentliche Sendung heißt so, obwohl sie aus einem fensterlosen Raum in Potsdam-Babelsberg gesendet wird. Der Titel habe schon festgestanden, als ProSieben gemerkt habe, dass in der Hauptstadt gar kein Studio frei sei, erklärt Heufer-Umlauf.

Es ist die Königsdisziplin: Heufer-Umlauf ist nervös

Seine Aufregung gibt er offen zu: „Klar bin ich nervös.“ Late-Night-Shows gelten unter Fernsehmachern als Königsdisziplin. Harald Schmidt (60) und Stefan Raab (51) sind damit zu Ruhm gelangt, viele andere – von Oliver Pocher (40) bis Anke Engelke (52) – gescheitert. Selbst Jan Böhmermann (37) kommt bei ZDFneo nicht über die Rolle des Nischenstars hinaus.

ProSieben-Chef Daniel Rosemann (37) formuliert seinen Anspruch an Heufer-Umlauf so: „Wer Late Night machen will, braucht Witz, Haltung und Bildung.“ Über Witz und Bildung verfügt der Moderator unbestritten. Aber wer ihn in seinem neuen Studio erlebt, fragt sich, welche Haltung „Late Night Berlin“ zugrunde liegen wird.

Bisher immer mit „Joko“ Winterscheidt – nun die Solokarriere

Der Familienvater steht zu seinen Sympathien für die SPD. Vor der Bundestagswahl interviewte er für seinen Haussender Politiker, was seriös, aber nur in Maßen unterhaltsam war. „Was ich nicht will“, bekennt er, „ist Provokation um der Provokation willen. Ich bin Moderator, kein Aktivist.“

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Heufer-Umlauf ist das Risiko, einen Flop zu landen, bewusst. Vom Fernseh- bis zum Grimmepreis hat er zwar alle wichtigen Branchenauszeichnungen gewonnen, immer jedoch an der Seite seines langjährigen Partners Joachim „Joko“ Winterscheidt (39). Seit dem vergangenen Jahr versucht der gelernte Friseur eine Solokarriere.

Der Anzug ist seine Uniform

Als TV-Mensch habe man „so ein Ego-Ding“, sagt er. Früher in Oldenburg, wo er seine ersten Schritte beim Offenen Kanal ging, sei er schon seiner Mutter auf den Keks gegangen: „Ich wollte immer im Mittelpunkt stehen.“

Und wie fühlt sich der Turnschuhträger in seiner neuen Rolle im schnittigen Anzug? Heufer-Umlauf lächelt auf die ihm eigene, etwas gelangweilt wirkende Art: Er interessiere sich gar nicht für Mode, behauptet er. „Die Klamotten sind für mich wie eine Uniform. Dieses Hemd habe ich mir zehnmal gekauft – damit ist die Frage, was ich in der Show anziehe, ein für alle Mal geklärt.“

• Montag, 12. März, ProSieben, 23 Uhr

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