Volksentscheid

Schweizer offenbar für öffentlich-rechtlichen Rundfunk

Die Schweizer haben sich für die Beibehaltung der Fernseh- und Rundfunkgebühren ausgesprochen. Das meldete ein Umfrage-Institut.

Warum zahlen wir den Rundfunkbeitrag?

Warum zahlen wir den Rundfunkbeitrag?

Immer wieder steht der Rundfunkbeitrag in der Kritik. Dabei ist er als ein Pfeiler unserer Demokratie gedacht. Wir zeigen, wofür wir den Beitrag eigentlich zahlen.

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Bern.  Nach einem monatelangen Abstimmungswahlkampf haben die Schweizer die Abschaffung der Rundfunkgebühren mit deutlicher Mehrheit abgelehnt. Nach einer ersten Hochrechnung des unabhängigen Umfrageinstituts gfs.bern sprachen sich bei der Volksabstimmung am Sonntag 71 Prozent der Wähler gegen die Abschaffung aus.

Die Fehlermarge lag den Angaben zufolge bei drei Prozent. Die Stimmauszählung läuft ausschließlich auf Kantonsebene, gfs.bern ist das einzige Institut, das landesweite Prognosen präsentiert.

Umgerechnet 390 Euro jährlich für öffentlichen-rechtlichen Rundfunk

Eine Volksinitiative wollte die geräteabhängige Gebühr für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Höhe von umgerechnet rund 390 Euro pro Jahr ersatzlos streichen. Die Schweizer Inkassostelle Billag, die die Empfangsgebühren einzieht, sollte nach den Plänen geschlossen werden.

Die öffentlich-rechtliche Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) und ihre Senderfamilie können nun weiter mit den Gebühreneinnahmen planen. Ab dem nächsten Jahr soll jeder Haushalt einen Beitrag von 316 Euro bezahlen, unabhängig davon, ob er Empfangsgeräte hat oder nicht.

Regierung, Parlament und die meisten Parteien hatten die Initiative abgelehnt. Die Gebühren trügen entscheidend zur Finanzierung des TV- und Radioangebots der SRG bei, erklärte die Regierung. Die Initiative nehme in Kauf, dass nur noch produziert werde, was sich rentiere. Dies schade der Medienvielfalt und erhöhe den Einfluss privater Geldgeber. Die rechtsgerichtete Schweizerischen Volkspartei unterstützte die Volksinitiative

Trend ist eindeutig

Grundlage für die Trendrechnung sind nach Angaben von gfs.bern bereits vorliegende Ergebnisse aus ausgewählten Gemeinden. Viele Gemeinden schließen ihre Lokale schon deutlich vor 12 Uhr. Rund 90 Prozent der Wähler stimmen in der Regel per Brief ab.

Wenn Abstimmungsergebnisse sehr knapp sind, gibt gfs.bern keine so frühen Trendrechnungen heraus. Eine solche Rechnung komme erst, wenn der Trend eindeutig sei, sagte Co-Leiter Lukas Golder. (dpa/epd)