Fernsehgeschichte

„Columbo“: Der Kultermittler im Trenchcoat wird 50 Jahre alt

Vor 50 Jahren lief die erste Folge von „Columbo“. Bis heute ist die Serie mit Peter Falk beliebt und wird nahezu täglich gesendet.

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Foto: dpa Picture-Alliance / United Archives/IFTN / picture alliance / United Archiv

Berlin.  Mit seiner wirren Frisur, dem verschlissenen Trenchcoat und seiner alten Rostlaube machte er keinen kompetenten Eindruck. Dabei war der schusselige Inspektor Columbo einer der scharfsinnigsten Ermittler der Fernsehgeschichte. Wenn der von Peter Falk gespielte Lieutenant mit dem Glasauge, der abgekauten Zigarre und seinem Hund namens „Hund“ in Los Angeles auf Mörderjagd ging, schnellten in den USA, Deutschland und vielen anderen Ländern die Einschaltquoten zuverlässig nach oben.

„Columbo“ gilt bis heute als eine der erfolgreichsten Krimiserien der Welt. Jetzt wird die Serie 50 Jahre alt: Im Februar 1968 löste Inspektor Columbo im US-Fernsehen seinen ersten Fall, schon ein Jahr später durfte der Ermittler auch in der ARD ran.

Der Reiz besteht in den Psychoduellen zwischen Ermittler und Täter

Ihren unwiderstehlichen Charme bezog die von Richard Levinson und William Link konzipierte Krimiserie aus den intelligenten Psychoduellen, die sich die meist arroganten Mörder mit dem von ihnen unterschätztem Ermittler lieferten. Die Fälle spielten fast ausnahmslos in Kreisen der gehobenen Gesellschaft. Die Mörder waren Ärzte, Anwälte, renommierte Künstler oder Politiker, die ihre Bluttaten bis ins letzte Detail akribisch planten, kaltblütig ausführten und mit falschen Fährten und scheinbar wasserdichten Alibis raffiniert vertuschten.

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Der Zuschauer wusste von Anfang an, wer der Täter war, doch auch Columbo ahnte mit sicherem Instinkt sofort, wer den Mord begangen hatte. Danach ging es dem Inspektor nur darum, den nötigen Beweis für die Untat zu erbringen, wobei er den von einem Gaststar gespielten Tatverdächtigen mit seiner scheinbaren Schusseligkeit in Sicherheit wähnte, um die Schlinge dann mit seiner zwingenden Kombinationsgabe und vor allem hartnäckigen Nachfragen immer enger zu ziehen.

Columbos einzige wirkliche Waffe war sein Verstand

Dabei war Columbo auch ein Ermittler neuen Typs: Ein Mann, der nicht auf seine Waffe, seine Muskeln oder seinen Charme vertraute, sondern auf seinen Verstand. Ein Normalo, der auch an einer Supermarktkasse hätte sitzen können – wie es Falk selbst einmal ausdrückte. Columbo war kein schießwütiger Macho. Eher ein pazifistischer Grübler und damit eben auch ein Produkt der 68er-Bewegung.

Für Peter Falk (1927–2011) wurde der Part des US-Inspektors mit italienischen Wurzeln die Rolle seines Lebens. Dabei war der aus New York stammende Schauspieler mit russischen und polnischen Vorfahren ursprünglich gar nicht vorgesehen: Eigentlich hätte der Sänger und Filmstar Bing Crosby („White Christmas“) in der Serie den Inspektor aus Los Angeles spielen sollen, doch der hatte keine Lust.

Peter Falk war nur dritte Wahl für die Rolle

Nachdem auch Lee J. Cobb („Die Faust im Nacken“) abgesagt hatte, wurde Peter Falk verpflichtet, der seinen ersten von insgesamt 69 Fällen als Inspektor Columbo am 20. Februar 1968 im US-Fernsehen löste. Die Serie lief zunächst bis 1978 und dann erneut von 1989 bis 2003. Dass die Reihe bis heute ihre Fans hat, zeigen auch Gerüchte, die sich seit Jahren hartnäckig halten. Angeblich arbeiten mehrere TV-Sender an einer Neuauflage der Serie.

• montags bis freitags, 12.50 Uhr, ZDF Neo

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