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Dschungelkönigin 2018: Jenny Frankhauser erobert den Thron

Die Schwester von Daniela Katzenberger besteigt den umkämpften IBES-Thron. Ihre letzte Prüfung erweist sich als größte Herausforderung.

Königin Jenny Frankhauser.

Königin Jenny Frankhauser.

Foto: 16 / MG RTL D

Berlin.  Fein, ganz fein. Da gewinnt ihre Tochter Tschänny die Dschungelkrone, und was macht Iris Klein? Na jedenfalls nicht ihren Verpflichtungen nachgehen. Sonntagmorgen, 02:19 Uhr, und die Internetseite www.jenny-dschungelkoenigin.de könnte sich jeder dahergelaufene Hans Wurst unter den Nagel reißen. Gleiches gilt etwa für www.jenny-frankhauser-ist-dschungelkoenigin.de.

Ganz groß, Frau Klein. Und dafür musste Ihr armer Nachwuchs nun 16 Tage lang Qualen erleiden? Fischaugen verspeisen? Auf die Gnade grüner Ameisen hoffen, nur um am Tag ihres großen Triumphs weit und breit keine zukunftssichernde Unterstützung aus Ludwigshafen zu erfahren? (Das bisschen Daumendrücken auf Facebook gilt keinesfalls). Da müssen wir aber noch mal drüber reden. Auf RTL plus oder so. Also falls Tina York nicht gerade zu Gast ist.

Aber gut, Gemeinheiten beiseite. Denn nach unzähligen Kriechtier-Körperkontakten, Zigarettenmangel-Muffigkeit und allgemeiner Angespanntheit ob der großen Titelaussichten findet ein weiteres Kapitel des allabendlichen Australien-Abenteuers ein Ende.

An dieser Stelle noch mal hochoffiziell: Jenny Frankhauser , tollpatschig, Frisuren-Freak, Peter-Pan-Sympathisantin („Komplett erwachsen will ich gar nicht sein“) ist die neue Königin des Dschungels. Allerwärmste Glückwünsche zu einer Glanzleistung, die mindestes einen Extensions-Werbevertrag nach sich ziehen sollte. Denn diese Finale hatte es in sich, keine Frage.

Die Prüfungsvorbereitungen

Sieh an, da menschelt es kurz vom großen Dschungel-Finale auch noch bei RTL. Die Finalisten dürfen nämlich selbst entscheiden, wer welche End-Aufgabe absolviert:. Prüfung R, T oder L?

Daniele Negroni , so hell wie das Glühen seiner Glimmstängel, wittert die Fährte: „Das muss eine versteckte Prüfung sein! L ist Essen, da bin ich mir sicher“ Bingo! Und, großherzig wie er sein Leben gestaltet, lässt er den Damen den Vortritt zu den weiteren Wettbewerben – um sich selbst einem Gourmet der Spitzenunterklasse hinzugeben.

Speiseplan des Schauderns

In der zweiten Prüfung des Tages (auf die erste, nämlich die unserer Siegerin, gehen wir gleich ausführlich ein) darf sich Daniele an dem wohl Widerlichsten, was der Dschungel zu bieten hat, bedienen. Seine „Leibspeisen“ für den Gegenwert von fünf Hauptgerichten fürs Camp-Abendessen? Büffelpenis, Schweinenase sowie pürierter und fermentierter Schlammfisch. Geht noch? Absolut!

Wenn da die lebendige Spinne und die einhergehende Warnung Dr. Bobs nicht wäre: „Du musst gut kauen, sonst kann sie wieder hoch krabbeln.“ Iiiihhh. Ach so, und da hätten wir noch das angebrütete, sprich bereits haarige Entenküken. „Ein an-, an-, was?“ Ja, Daniele, angebrütet, ganz genau. Aber – „Alter, bist du krass drauf“ (Sonja Zietlow) – der Sänger schluckt die Speisen herunter, als gehe es um sein blankes Überleben. Ach, geht es ja auch: „Ich kriege extra Kippen, wenn ich das jetzt esse?“

Dschungelcamp: Das muss man über Jenny Frankhauser wissen
Dschungelcamp: Das muss man über Jenny Frankhauser wissen

Die (Hirse-)Kammer des Schreckens

Für Tina spielen selbstredend keine weltlichen Genüsse in das Bestreiten ihrer Prüfung herein. Sie will es vielmehr allen beweisen – und jetzt, da sie endlich, endlich einen Funken Spaß am Dschungel-Dasein empfindet, auch das Zepter schwingen.

Zuvor aber macht sich die 63-Jährige erstmals während ihres Australien-Aufenthalt fast in die Buchse: In der unterirdischen „Tierkammer“ darf sie es sich mit 30 Schlangen („Pfui deibel“), einigen Dutzend Kakerlaken und mindestens 3000 Körnern Hirse gemütlich machen. Diese stören sie übrigens am meisten, weil ihre Atmung nicht so mitmachen möchte: „Wenn ihr mir weniger gebt, kann ich auch besser atmen.“ Die Yorksche Logik. „Sag mal, geht’s noch, hier ist wegen Überfüllung geschlossen!“, ruft sie in ihrer Not den Störenfrieden zu.

Ihre Warnung erhört das Moderatoren-Team weniger. Tina: „Ich glaube, mein Herz setzt gleich aus.“ Sonja Zieltow: „Das wäre aber ganz, ganz schade.“ Absolut, schließlich beweist die Fünf-Sterne-Siegern auf einmal ein Talent für Komik: „Sonja, du siehst fantastisch aus in dieser Staffel!“

Haarige Angelegenheit

Aber natürlich nicht so fantastisch wie Jenny, die in der abschließenden Show jedem Honigkuchenpferd Konkurrenz macht. Ein Strahlen hier, ein Lächeln dort, die 25-Jährige strotz bei ihrer letzten Prüfung vor Siegeswille. Der steht ihr nicht schlecht, muss sie in der „Rappelkiste“, einer Art Vorrichtung in Form eines gläsernem Menschen, doch die sprichwörtlich hautnahe Anwesenheit verschiedener Spezies über sich ergehen lassen.

Und die beißen, kratzen, stechen. Skorpione, Riesenkakerlaken und Krebse machen sich an den Extremitäten der Selbstdarstellerin zu schaffen, während sich eine grüne Ameise in ihrem Mundwinkel einnistet. Autsch! Daniel Hartwig: „Jenny, jetzt mal ganz unter uns: Das ist schon hart. Man könnte mir eine Million Euro dafür bieten, und ich würde es nicht machen.“ Frau Frankhauser aber kennt keinen Schmerz. Für sie zählt nach Gewinn der fünf Vorspeisen-Sterne nur eins: „Wie sind meine Haare?“

Das Champions-Dinner

Zum Festessen sitzt die Mähne, und so können sich die drei Finalisten ihre wohlverdienten Gerichte schmecken lassen: Pizza, Nudeln, Caesars Salad. „Das ist ein Eistee!“, ruft Jenny, die zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnt, dass sie schon am nächsten Morgen Schampus schlürft.

Ihr größter Erfolg erweist such übrigens charakterlicher Natur. Jenny: „Es gibt für mich kein schöneres Kompliment, als dass man mich so akzeptiert, wie ich bin. Ich bin die Jenny, das ist alles, was ich bin.“ Und manchen soll das ja schon reichen…

Tina und Daniele tragen ihre Plätze auf dem Siegertreppchen übrigens mit Fassung. Tina: „Ich bin glücklich, dass ich hier war. Und ich habe immer abgespült, obwohl ich nie gegessen habe.“ Fein gemacht! Daniele: „Ich nehme unendlich viel Positives mit. Aber es ist ein hartes Déjà-vu.“ Bei DSDS war er ja damals auch nur Zweiter.

Dschungelcamp: So überwindet man seine Ekel-Ängste
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Was bleibt zu sagen?

Dass sich RTL doch bitte, bitte mal eine angemessenere Siegerehrung übergelegt. Erst muss die amtierende Königin des Dschungels nach der Verkündung allein im Camp zurückbleiben, und dann bekommt sie eine Krone aufgesetzt, die nach einem 1,99-Euro-Osternest aus dem Supermarkt aussieht.

Da muss Ersatz her, ein ordentliches, wenngleich die Frisur schonendes Plastik-Krönchen, aber das kann Iris ja vielleicht besorgen. Oder, Tina? „Jenny, du musst mit 25 auch mal lernen, für dich selbst zu sorgen.“ Und ewig bleiben begehrte Domains ja auch nicht frei.