Dramedy-Serie

Falscher Pfarrer: RTL will Dienstag mit „Sankt Maik“ erobern

In der Serie „Sankt Maik“ spielt Daniel Donskoy einen Betrüger, der verwechselt wird. Für die Rolle trainierte er mit einem Zauberer.

Für Maik (Daniel Donskoy) ist es soweit: Er muss seine erste Predigt halten.

Für Maik (Daniel Donskoy) ist es soweit: Er muss seine erste Predigt halten.

Foto: Foto: MG RTL D / BM

Die zehn Gebote? Daniel Donskoy überlegt kurz. „Kriege ich hin.“ Ein Türschloss knacken, Geldbörsen aus Hosentaschen stehlen? Donskoy nickt begeistert. „Kann ich, habe ich tatsächlich gelernt.“ Womit schon mal die wichtigsten Voraussetzungen für die erste Serien-Hauptrolle des 27-Jährigen erfüllt waren. Er spielt Maik Schäfer, einen Berliner Trickbetrüger und Kleinkriminellen, der in einem Eifelstädtchen zufällig für den lang erwarteten neuen Geistlichen der Gemeinde gehalten wird – für Sankt Maik.

Was will dieser Maik in der Provinz?

Ja gut, der Herr Pfarrer ist ein wenig blass für jemanden, der die letzten zehn Jahre unter der heißen Sonne Afrikas gearbeitet hat. Und recht jung wirkt er auch, nicht nur, weil er weiße Sneakers und lockiges rötliches Haar zur Soutane trägt. Aber besser man fragt nicht so genau nach, sonst haut er nur wieder ab aus der Provinz. Das hat Maik ohnehin vor, will allerdings eine wertvolle Monstranz stehlen, um alte Schulden zu begleichen.

Doch selbstredend – sonst wäre ja nach der ersten Folge Schluss – ist der Diebstahl aus der Kirche nicht so einfach, und überhaupt braucht bald immer irgendjemand in der Gemeinde seine Hilfe. Natürlich ahnt man nach ein paar Minuten, wohin die Geschichte geht. Und es überrascht nicht, dass sich ausgerechnet Schäfer und die Dorfpolizistin Eva (Bettina Burchard) näher kommen und es der Gottesmann nicht so genau nimmt mit dem Zölibat.

Die Serie ist gut, wenn sie frech ist

Überhaupt kommt Sankt Maik zum Auftakt so behäbig daher, dass man sich im Vorabendprogramm der ARD wähnt. Die Serie ist gut, wenn sie frech ist. Leider ist sie das erst ab Folge zwei. Muss sie auch, denn der falsche Pfarrer hat eine wichtige Aufgabe. Er soll dabei helfen, den Dienstag als zweiten Serienabend im RTL-Programm zu etablieren.

Wenn das gelingt, dürfte es vor allem an Donskoy liegen, der im Film wie im Interview förmlich überschäumt vor Energie. Einer, der einen Raum betritt und ihn beherrscht, ohne viel dafür tun zu müssen. Gutaussehend und charmant. Selbstbewusst, aber nicht überheblich.

Russischer Jude, aufgewachsen in Berlin, Schulabschluss in Israel, Jobs als Model, Schauspielstudium und erste Engagements in Großbritannien. Was alles nur funktioniert, wenn man Russisch, Hebräisch, Deutsch und Englisch spricht wie ein Muttersprachler. Donskoy winkt ab. „Bin halt viel herumgekommen. Auch weil die Familie in der ganzen Welt verteilt ist.“

Auch im „Tatort“ ist er dabei

In England hat er an der Seite von Rufus Sewell in der historischen Serie „Victoria“ mitgespielt. Im nächsten Dresden-Tatort spielt er eine Episoden-Hauptrolle. Und wenn er nicht gerade modelt, inszeniert er in London auch schon mal eine moderne Version von Schnitzlers „Reigen“. Fast wirkt es, als sei er überqualifiziert für eine RTL-Unterhaltungsserie. Doch davon will Daniel nichts wissen. „Ich habe nicht eine Sekunde überlegt, als das Angebot kam. Das ist eine ganz große Chance für mich.“

Mit einem Zauberer hat er stehlen trainiert. „Seitdem trage ich alle wichtigen Dinge nur noch vorne in den Taschen.“ Gottesdienste besuchte er auch. Aber nur ein paar. Damit er nicht zuviel lernt über die katholische Kirche. „Meine Serienfigur, sagt er und lacht, „ hat ja auch keine Ahnung davon, wie es da so zugeht.“

RTL, Dienstag, 23. Januar, 20.15 Uhr

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