ZDF-Rihe

„Die Toten vom Bodensee“ verwirrt mit schludriger Story

Die Ermittlerin stellt sich in „Die Toten vom Bodensee“ ihrer Vergangenheit: eine verwirrende Folge der ZDF-Reihe mit ärgerlichem Ende.

Hannah Zeiler (Nora Waldstätten) observiert den Mann, der behauptet, dass ihr tot geglaubter Vater noch am Leben sei.

Hannah Zeiler (Nora Waldstätten) observiert den Mann, der behauptet, dass ihr tot geglaubter Vater noch am Leben sei.

Foto: Petro Domenigg / ZDF und Petro Domenigg

Essen.  Am Ufer des Bodensees wird die Leiche eines Mannes gefunden, direkt daneben liegt bewusstlos die Kommissarin Hannah Zeiler (Nora Waldstätten). Wie sich herausstellt, wurde der Mann mit ihrer Dienstwaffe erschossen. Ist sie eine Mörderin? So verheißungsvoll beginnt „Der Wiederkehrer“, der sechste Film aus der ZDF-Krimireihe „Die Toten vom Bodensee“ (Regie: Hannu Salonen, Buch: Timo Berndt). Schnell klärt sich allerdings, dass die Polizistin nicht die Täterin war. Das wäre für einen Montagabend-Krimi vielleicht auch zu radikal gewesen.

Trotzdem steht die Ermittlerin in dieser Episode klar im Mittelpunkt, ihr Kollege Michael Oberländer (Matthias Koeberlin) rückt an den Rand. Denn Hannah Zeiler wird diesmal endlich erfahren, was aus ihrem Vater wurde. Der Ermordete versprach ihr wichtige Informationen über dessen Verbleib, deshalb traf sie sich mit ihm – und bleibt an der Sache dran.

Emotionslose Ermittlerin mit versteinertem Gesicht

Fans der Reihe wissen: Seit einem Segelunfall vor 20 Jahren wird der Vater der Kommissarin vermisst, die Leiche ihrer Mutter wurde aus dem Wasser gezogen. Hannah Zeiler befand sich damals ebenfalls an Bord. Stets hat sie gehofft, dass ihr Vater noch lebt. Diese tragische Familiengeschichte wurde in den bisherigen Filmen der Reihe regelmäßig angedeutet und ist der Grund dafür, dass die Ermittlerin so emotionslos und mit versteinertem Gesicht zu sehen ist.

Der Abschluss dieses Handlungsstrangs ist nun leider komplett misslungen. Eines der Hauptprobleme: Obwohl in erklärenden Dialogen über den Segelunfall und dessen Begleitumstände gesprochen wird, dürften neue Zuschauer Schwierigkeiten haben, das alles überhaupt zu verstehen. Und wer die Vorgeschichte kennt, wird auch bald verwirrt sein.

Eine Stimmung aus Misstrauen, Melancholie und Trauer

Es ist nämlich nicht gerade hilfreich, dass eine der entscheidenden Figuren dieses Films bislang nur beim Auftakt der Reihe im Jahre 2014 zu sehen war, danach nie wieder auftauchte, aber jetzt plötzlich wieder da ist. Es handelt sich dabei um den Chefinspektor Ernst Gschwendner (August Schmölzer), der auch der Patenonkel der Kommissarin ist und vielleicht etwas über das Schicksal ihres Vaters weiß. Zwischendurch gibt es ein paar wenige schöne Momente, in denen die Schauplätze der Bodenseeregion die Gefühlslagen der Figuren gelungen untermalen.

Es herrscht dann eine von Misstrauen, Melancholie und Trauer geprägte Atmosphäre. Ärgerlich ist das Finale: Als es endlich darum geht, was aus dem Vater der Ermittlerin wurde, bekommen die Zuschauer eine konfuse Geschichte aufgetischt. Alles endet mit einer enttäuschend schludrig erzählten Räuberpistole. Das Positive an alledem: Vielleicht hat die Kommissarin ihr Trauma überwunden, und die begabte Schauspielerin Nora Waldstätten darf in den nächsten Folgen mehr als nur einen einzigen Gesichtsausdruck zeigen.

Fazit: Einige schön in Szene gesetzte Schauplätze, aber zäh erzählt, verwirrend und mit einem ärgerlichen Ende.

• Montag, 22. Januar, 20.15 Uhr, ZDF