Vox-Show

"Happy Cheeze"-Deal platzt nach der "Höhle der Löwen"

Ist „Die Höhle der Löwen“ zu einer reinen Verkaufsshow verkommen? In der aktuellen Ausgabe kämpften die Löwen gegen diesen Eindruck an.

TV: Mit diesen vier Regeln überlebt man die "Höhle der Löwen"

„Die Höhle der Löwen“: In der Vox-Show präsentieren Start-up-Unternehmer ihre Ideen. Mit diesen vier Regeln ist der Erfolg (fast) garantiert.
Mi, 04.10.2017, 17.01 Uhr

TV: Mit diesen vier Regeln überlebt man die "Höhle der Löwen"

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Berlin.  In den vergangenen Wochen wurde der Vox-Show "Die Höhle der Löwen" vorgeworfen, dass der Sender nur noch Produkte präsentiere, die komplett ausgereift seien. Statt Risiko-Investments in spannende Erfindungen habe es nur noch Beteiligungen an Produkten gegeben, die am Tag nach der Ausstrahlung bereits in den Regalen standen. Doch in der elften Folge der aktuellen Staffel bewies die Show gleich mehrfach, dass es auch anders geht.

Denn selbst den wohl größten Deal des Abends landeten mit der Marke "Happy Cheeze" zwei Gründer, die nicht den Geschmack aller Investoren getroffen haben. Mudar Mannah und Rocky Wüst präsentierten vegane Käsealternativen und wollten ein Investment von 500.000 Euro für zehn Prozent der Firmenanteile. Carsten Maschmeyer fasste die Skepsis der Investoren zusammen: "Es ist ja kein Käse, aber ihre Bewertung ist Käse".

Carsten Maschmeyer gibt Bestellung bei "Happy Cheeze" auf

Doch ausgerechnet der so skeptische Maschmeyer gab an der Käsetheke seine Bestellung ab: gemeinsam mit seinem Miteinkäufer Frank Thelen bot Maschmeyer 500.000 Euro für 30 Prozent Anteile. Die Gründer stimmten zunächst zu. Wie die Nachrichtenseite "Nord24" berichtet, habe man sich jedoch nach der Aufzeichnung gegen eine Kooperation entschieden. Laut dem Fachportal "Ngin Food" sei die handwerkliche Produktion nicht geeignet, um einen Massenmarkt zu bedienen, wie es Maschmeyer und Thelen geplant hatten.

Während "Happy Cheeze" mit ausgereiften Produkten aufwarten konnte, lieferten die Gründer von "Detox Rebels" aus Köln und "Happypo" aus Berlin Innovationen, die noch nicht serienreif waren. Und plötzlich spielte die Show aus, was sie groß gemacht hat: leidenschaftliche Präsentationen der Gründer, einfallsreiche Produkte und harte Kritik der Löwen. Für die Gesundheitsrebellen Martin Bressem und Jonas Höhn gab es dann positives Feedback, aber kein Investment. Die Gründer promoten alkoholfreie Partys und veranstalten Gruppen-Workouts in Fitness-Studios.

Berliner Unternehmen "Happypo" findet Investor

Oliver Elsoud und Frank Schmischke aus Berlin hatten nur Prototypen ihres Produktes "Happypo" dabei, machten damit die Löwen aber trotzdem sprachlos. Das lag wohl auch an dem Problem, für das das Produkt entwickelt wurde: die richtige Hygiene nach dem Stuhlgang. Während vier Investoren ein Investment ablehnten, landete Dagmar Wöhrl einen Deal. Sie investierte 120.000 Euro in das mobile Bidet.

In Person von Dagmar Wöhrl stemmte sich die Sendung also gegen einen Eindruck, den viele Zuschauer in der aktuellen Staffel – Nummer vier – hatten. So hatte Wöhrl zu Beginn der Staffel angeblich kaum investiert. In der aktuellen Ausgabe zückte sie dann aber wiederholt das Check-Buch.

Ein Investment bekam auch Marcus König aus Graz in Österreich – allerdings von einem anderen Investor. In Anlehnung an den berühmten Sohn seiner Heimatstadt, den "Terminator" Arnold Schwarzenegger, nannte König sein Unternehmen "Yumminator". Dahinter verbirgt sich eine Kombination aus einem Hundenapf und einer rutschfesten Unterlage. Für 125.000 Euro erhielt Ralf Dümmel 15 Prozent an dem Unternehmen.

Während seiner Produktion hätte Marcus König dabei durchaus ein anderes Produkt aus der Sendung nutzen können. Denn nachdem sich ein Welpe während der Präsentation auf der Bühne erleichtert hatte, hätte auch die Po-Dusche "Happypo" zum Einsatz kommen können.

Frank Thelen erneut mit deutlicher Kritik

Doch auch wenn die Sendung sich gegen Klischees wehren konnte. Einige Konstanten gab es dennoch: ein Investment vom Mann mit dem lockeren Geldbeutel und eine heftige Kritik von Technik-Investor Frank Thelen. Ralf Dümmel, der Mann mit den größten Investments, investierte in "Tukluk". Hinter der Marke stehen weiche Bauelemente für Kinder, mit denen sich Höhlen und Spielgeräte bauen lassen.

Für das Team von "Vulpés" hatte Frank Thelen eine ordentliche Kritik gebastelt. Zur Handhabung beheizbaren Mützen und Einlegesohlen sagte der Investor: "Das ist schlecht". Es sei zu umständlich, die Sohlen etwa aus Schuhen herauszunehmen, den Akku für die Heizung zu laden und die Sohlen dann wieder einzulegen, wenn man sie brauche. Thelen gab den Gründern einen Tipp für einfachere Handhabung: "Denkt immer an meiner Mutter. Wie setzt meine Mutter euer Produkt ein?"

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