Krimi

Neue Serie "New Blood" im ZDF überzeugt dank der Darsteller

Die britische Serie „New Blood“ zeigt, wie zwei Polizisten in London zu Freunden werden. Leichte Krimikost am Sonntagabend im ZDF.

Stefan Kowolski (Mark Strepan, li.) und Arash Sayyad (Ben Tavassoli).

Stefan Kowolski (Mark Strepan, li.) und Arash Sayyad (Ben Tavassoli).

Foto: Des Willie / ZDF und Des Willie

Essen.  Der Titel könnte falsche Assoziationen wecken. "New Blood" heißt die neue britische Serie, die das ZDF ab diesem Sonntag zeigt. Klingt ein wenig nach Mystery und Vampiren, ist aber ein lupenreiner Krimi aus dem Herzen Englands. In London ermitteln Stefan Kowolski (Mark Strepan) und Arash Sayyad (Ben Tavassoli). Ein Pole in Diensten des Betrugsdezernats und ein Iraker, der für die Metro-Polizei arbeitet. Ohne sich zu kennen, arbeiten beide am gleichen Fall. Es geht, verkürzt gesagt, um missglückte Medikamententests eines riesigen Pharmaunternehmens.

Die liegen zwar schon einige Jahre zurück und fanden in Indien statt. Nun aber sterben in der englischen Hauptstadt die Teilnehmer der Tests – und sie sterben nicht eines natürlichen Todes. Hinter den Morden stecken erwartungsgemäß keine Kleinkriminellen, sondern einige der reichsten und mächtigsten Persönlichkeiten Londons, die ganze Heerscharen von Anwälten beschäftigen. Im Zuge der Ermittlungen kreuzen sich die Wege der beiden Jungfahnder immer wieder, und wer ein wenig Krimi-Erfahrung hat, der ahnt, dass sie sich zu Beginn in etwa so gut leiden können wie Hund und Katze.

Ermittler werden zu Freunden

Weil sie trotz vieler Gemeinsamkeiten – jung, dynamisch, unterschätzt und schlecht bezahlt – grundverschiedene Menschen sind. Ordentlich und penibel der eine, schludrig und schnodderig der andere – "Lethal Weapon" lässt aus der Ferne grüßen. Natürlich raufen sie sich zusammen und lösen den Fall, werden dabei sogar zu Freunden.

Buddys halt. Auch sonst bleibt kaum ein Klischee des Genres unerfüllt: Kowolski verguckt sich ausgerechnet in die Schwester von Sayyad, und knorrige Vorgesetzte heben verwundert eine Augenbraue, wenn die Nachwuchsermittler ihre verwegenen Theorien erläutern. Ältere Kollegen sind zynisch, Mitglieder der eigenen Familie peinlich. Trotzdem macht "New Blood" Spaß. Was vor allem an den beiden Hauptdarstellern liegt, die zeitweise wirken, als sei die eine Hälfte einer Boyband kurzfristig in den Polizeidienst eingetreten.

Verschachtelte und komplizierte Story

Hin und wieder eine Spur zu cool, aber auf der anderen Seite ohne – wie so oft – einen eigenen Berg von Problemen mit sich rumzuschleppen, kommen sie den Tätern auf die Spur. Und das machen sie zwischen Themse und Tower Bridge, dem Wolkenkratzer "The Shard" und Canary Wharf recht flott, obwohl die Story verschachtelt und kompliziert ist.

Gut zwei Stunden dauert das Debüt des ungleichen Duos. Das liegt daran, dass das Zweite die ersten drei von sieben Folgen am Stück zeigt. Mit jeweils zwei Doppelfolgen geht es an den kommenden Sonntagabenden weiter. Bleibt nur noch die Frage nach dem Titel zu klären. "New Blood", sagt Serienschöpfer Anthony Horowitz, solle darauf anspielen, dass es "eine Serie über die sogenannte Generation Y ist – junge Leute, die am Beginn ihrer Karrieren stehen, die Machtlosen gegen die Mächtigen". Klingt trotzdem nach Vampiren.

Fazit: Leichte Krimikost am späten Sonntagabend. Sympathische Hauptdarsteller retten die etwas konfuse Handlung.

ZDF, Sonntag, 13. August, 22 Uhr

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