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Darum mag Moderator Kai Pflaume Unterhaltung mit Mehrwert

Kai Pflaume spricht im Interview über seinen Erfolg mit dem Quiz „Wer weiß denn sowas?“ und beantwortet im Video skurrile Fragen.

Von Jonas Erlenkämper
Das passiert, wenn Kai Pflaume skurrile Alltagsfragen beantwortet

Das passiert, wenn Kai Pflaume skurrile Alltagsfragen beantwortet

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Berlin.  Kai Pflaume wirkt entspannt. Es läuft gerade gut für den Wahl-Münchener: Der Erfolg seines Quiz’ „Wer weiß denn sowas?“ ist ungebrochen, ab Montag zeigt die ARD wochentags neue Folgen (18 Uhr). Samstagabend gibt es eine XXL-Ausgabe.

Pflaume (50) ist der Mann fürs Wohlfühlprogramm. Ein Image, mit dem der zweifache Vater gut leben kann, wie er beim Besuch unserer Berliner Redaktion verrät.

Herr Pflaume, Ihr Wissensquiz erzielt Marktanteile von fast 20 Prozent. Wie schaffen Sie das?

Kai Pflaume: Es gibt ein klares Spielprinzip, das jeder Zuschauer versteht, und dazu kann man etwas Spannendes lernen – die kleinen Filme mit den Auflösungen haben einen echten Mehrwert. „Wer weiß denn sowas?“ hat auch eine ganz besondere Stimmung im Studio, da Elton und Bernhard den Gewinn ja für das Publikum erspielen.

Klassische Familienunterhaltung gibt es im Fernsehen immer weniger.

Pflaume: Ich mache seit 24 Jahren Fernsehen, ich erlebe häufig, dass mich die Kinder von den „Klein gegen Groß“-Shows kennen und deren Eltern von „Nur die Liebe zählt“. Im Fernsehen hat sich in dieser Zeit sicher so einiges verändert, aber es gibt immer noch Platz für gut gemachte Familienunterhaltung.

Wie stellen Sie sich das vor?

Pflaume: Einfaches Beispiel: Als ich im April die Show zum 75. Geburtstag von Frank Elstner moderiert habe, war das kein automatisch gesetztes Knallerthema, um junge Leute zu erreichen. Aber wir hatten an dem Abend mehr junge Zuschauer als „Schlag den Star“ und DSDS. Weil sich zuhause ein Gemeinschaftsgefühl entwickelt hat: Schau mal, das haben wir früher immer geguckt.

Fehlt es an Moderatoren, die dieses Gemeinschaftsgefühl herstellen können?

Pflaume: Jein. Junge Moderatoren können sich nicht mehr so ausprobieren, wie ich es früher bei „Nur die Liebe zählt“ konnte. Wenn du Castingformate moderierst, dann bist du weniger Moderator, sondern fragst Kandidaten, wie ihr Auftritt war und sagst dann das Telefongewinnspiel an. Das sage ich ganz wertfrei.

Das war bei Ihnen anders?

Pflaume: Meine erste Show war ab 1993 „Nur die Liebe zählt“. Dort habe ich die gesamte Bandbreite mitbekommen: Ich durfte Außendrehs machen, es gab sehr emotionale und überraschende Situationen – die ganze Klaviatur. Bei „Nur die Liebe zählt“ habe ich gelernt, völlig frei zu moderieren, ohne Zettel und Teleprompter. Dazu kommt, dass vor allem die privaten Sender in den letzten zehn Jahren so viele Grenzen überschritten haben, dass sie ihr Publikum heute schnell langweilen, wenn nicht immer neue Extreme zum Tragen kommen. Das Dschungelcamp ist ein gutes Beispiel. Was sind die Menschen Sturm gelaufen, als das ins Fernsehen kam. Und heute? Muss es jedes Jahr noch verrückter werden, damit sich beim Zuschauer überhaupt noch irgendwas regt.

Sind Sie mit anderen Moderatoren befreundet?

Pflaume: Mit Thomas Gottschalk, Günther Jauch, Jörg Pilawa und Dieter Hallervorden bin ich seit Jahren verbunden. Ein freundschaftliches Verhältnis habe ich zu Frank Elstner. Wir sehen uns auch abseits der Arbeit. Wir haben einen guten Draht zueinander und holen uns auch mal Rat beim anderen. Ich öfter bei ihm als er bei mir. Auch Bernhard Hoëcker und Elton, mit denen ich bei „Wer weiß denn sowas?“ zusammenarbeite, sind tolle Kollegen. Wir haben über 200 Sendungen zusammen gemacht und noch nie Stress gehabt. Das liegt daran, dass wir alle drei einen sehr uneitlen Umgang mit unserem Beruf haben.

Haben Sie manchmal genug von Familienunterhaltung?

Pflaume: Ich habe viele Kollegen erlebt, denen es nicht reichte, Erfolg als Moderator einer Unterhaltungsshow zu haben. Die wollten irgendwann auch etwas Ernsthaftes machen. Das kann ein Fehler sein. Auch Unterhaltung kann und darf ernsthaft sein, und es ist schwer genug, gute Unterhaltung zu machen. Für mich ist Unterhaltung kein Sprungbrett. Ich mache das Fernsehen, das ich selber gerne sehe. Das mache ich, so lange ich Spaß daran habe und solange der Zuschauer mich sehen möchte.

Samstag, 1. Juli, ARD, 20.15 Uhr