Böhmermann-Show

„Neo Magazin Royale“ trennt sich offenbar von Hans Meiser

Hans Meiser wird vorerst nicht mehr im „Neo Magazin Royale“ zu sehen sein. Grund ist wohl die Mitarbeit bei einer obskuren Website.

Hans Meiser war neben seinen Auftritten beim „Neo Magazin Royale“ auch für eine Website tätig, die Verschwörungstheorien verbreitet.

Hans Meiser war neben seinen Auftritten beim „Neo Magazin Royale“ auch für eine Website tätig, die Verschwörungstheorien verbreitet.

Foto: imago stock&people / imago/Rainer Unkel

Berlin.  Er spielte im „Neo Magazin Royale“ in der Rubrik „Der kleine Mann“ und parodierte als Hans Meiser-Steinmeiser den deutschen Bundespräsidenten – doch damit soll nun Schluss sein. Die Produktionsfirma der ZDF-Satire-Show mit Jan Böhmermann hat die Zusammenarbeit mit Hans Meiser am Dienstag ausgesetzt.

Auf der Facebook-Seite der „Bildundtonfabrik“ heißt es dazu gewohnt ironisch, aber doch eindeutig: „Wir hatten die unausgesprochene aber klare Vereinbarung, dass Hans Meiser neben dem Neo Magazin Royale in keinem zweiten unseriösen Internetformat zu sehen ist.“ Gemeint ist damit vermutlich das Onlineportal „watergate.tv“, das rechtspopulistische Verschwörungstheorien verbreitet.

Rhetorik von Verschwörungsmedien

So ist auf der Website etwa von „Volksverdummung“ zu lesen, von „Merkels Asylindustrie“ oder einer „Schattenjustiz“, mit der die EU die Bürger den Konzernen ausliefern wolle – eine Rhetorik, wie man sie von Verschwörungsmedien kennt. Hans Meiser wird auf der Website als Autor geführt.

Auf Nachfrage des „Vice“-Magazins, das am Dienstag zuerst über den fragwürdigen Job des früheren RTL-Nachrichtenmoderators berichtete, habe Meiser ungehalten reagiert. „Das sei nur ein Job für ihn, er habe auf der Seite auch nur drei Beiträge verfasst, und im Übrigen wolle er das nicht ‘diskutieren’“, heißt es in dem Bericht.

Hintertür steht Hans Meiser offen

Diese drei Beiträge sind dem 71-Jährigen nun offenbar zum Verhängnis geworden. Ein Hintertürchen steht ihm aber offen. „Sobald Hans Meister herausgefunden hat, wer wirklich hinter dem 11. September steckt, ob die Erde hohl ist und die Amerikaner tatsächlich auf dem Mond gelandet sind (...), darf er gerne wiederkommen“, schrieb die „Bildundtonfabrik“.

Böhmermann selbst hat sich bisher noch nicht zu der Personalie geäußert. Er ist aber dafür bekannt, mit Verschwörungstheoretikern hart ins Gericht zu gehen. Zuletzt etwa in der Debatte um den Sänger Xavier Naidoo, der wegen umstrittener Songzeilen in die Kritik geraten war. (cho)

© Berliner Morgenpost 2018 – Alle Rechte vorbehalten.