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Wie Frank Elstner zu einem gelassenen Menschen wurde

Spielshow-Moderator Frank Elstner ist Autor eines Gesundheitsbuchs. Der Workaholic von einst sucht jetzt Entspannung bei Meditation.

Frank Elstner – der Show-Dino hat die Kraft der Meditation schätzen gelernt.

Frank Elstner – der Show-Dino hat die Kraft der Meditation schätzen gelernt.

Foto: Patrick Seeger / dpa

Berlin.  "Montagsmaler", "Jeopardy" und "Wetten, dass..?" – Frank Elstner (74) gilt als Deutschlands größter Spielshow-Moderator. Jetzt zeigt er eine neue Seite: Gemeinsam mit dem Mediziner Prof. Gerd Schnack bringt er das Gesundheitsbuch "Bonusjahre" (Piper) auf den Markt.

Lieber Herr Elstner, wo erwische ich Sie?

Frank Elstner: Ich bin gerade auf Mallorca.

So, wie man Sie kennt, sicher nicht, um zu relaxen.

Elstner: Ich habe das Haus schon seit vielen Jahren. Es ist ein wunderbarer Platz. Ich ziehe mich hier gerne zurück. In der Tat bereite ich mich aber auf eine weitere Folge für "Die große Show der Naturwunder" vor.

Wie fühlen Sie sich denn nun als Autor eines Gesundheitsbuchs?

Elstner: Ich spiele ja nicht die Rolle des Heilers oder Wunderheilers. Ich stelle Professor Schnack nur die Fragen.

Der Professor hat Sie fasziniert.

Elstner: Und wie. Er war zweimal bei mir in der Sendung, das Publikum war begeistert, und die Einschaltquoten sind in die Höhe geschossen.

Was ist sein Geheimnis?

Elstner: Der redet nicht nur, der lebt das. Der Mann ist eine Wucht. Er ist so herrlich vital. Und ist dabei ja noch acht Jahre älter als ich.

Er ist ein Fitness-Guru. Haben Sie denn etwas von seinen Sporttipps übernommen?

Elstner: Sagen wir so: Entspannungstechniken finde ich sehr interessant.

Welche denn?

Elstner: Alles, was ausgleichend wirkt. Hier auf Mallorca kann ich ja schon mal Meditationsübungen im Sitzen machen. Da sieht mich ja keiner.

Und sonst machen Sie solche Übungen nicht?

Elstner: Es ist ja nicht alles mit dem Beruf vereinbar. Aber durch die Entspannungsübungen bin ich schon deutlich gelassener geworden.

Es hieß ja immer, Sie seien einer dieser typischen Workaholics.

Elstner: Ich arbeite mittlerweile weniger. Ich habe nicht mehr so viel Verantwortung und muss nicht mehr jeden Samstagabend eine große Show moderieren. Das war ein Knochenjob. Ich habe mehr freie Zeit. Und das genieße ich ungemein.

Shows wie "Wetten, dass..?" wurden noch von Jung wie Alt geguckt.

Elstner: Das ist natürlich heute anders. Die Gesellschaft hat sich verändert. Und junge Leute sind ja sehr viel online unterwegs.

Sie auch? Sie sind ja ein Spielenarr. Und online gibt es doch zig Spiele.

Elstner: Ich sehe nicht mehr so gut, von daher bitte ich eigentlich meistens meine Mitarbeiter, dies oder das mal zu googeln. Also bewege ich mich nicht so sehr im Internet, sondern schau klassisch fern.

Und was?

Elstner: Alle Informationssendungen.

Das sagen ja alle. Keiner gibt zu, dass er auf Unterhaltung steht.

Elstner: Es stimmt, dass ich sehr viel Informationssendungen gucke und Magazine. Aber ich mag auch sehr gerne Sendungen mit Günter Jauch. Er ist ein wunderbarer Mensch und Moderator. Bei ihm bin ich immer gerne Kandidat.

Wird es noch einmal so eine große Samstagabendshow wie "Wetten, dass..?" geben?

Elstner: Man sollte niemals nie sagen.

Haben Sie schon eine Idee?

Elstner: Nicht dafür.

Wofür dann?

Elstner: Vielleicht für ein Altersheim.

Ein Altersheim? Also keine Show, sondern einfach ein Altersheim?

Elstner: Ja, genau. Ich könnte mir vorstellen, dass man einiges tun kann, um das Wohnen dort zu verbessern.

Was genau?

Elstner: Das werde ich natürlich nicht verraten.

Würden Sie denn auch in ein Altersheim ziehen?

Elstner: Wenn ich anderen Menschen damit eine Freude machen könnte, würde ich es mir schon überlegen.

Spüren Sie das Alter?

Elstner: Da muss ich auf meinen alten Freund Blacky Fuchsberger zu sprechen kommen, der gesagt hat, Alter ist nichts für Feiglinge.

Sie gehören aber zu denen, die noch fast so aussehen wie früher. Immer noch diese vollen Haare.

Elstner: Wenn Sie mich jetzt sehen könnten, würden Sie jemanden sehen, der auf Mallorca sitzt mit einem roten Kopf. Ach ja, man hat schon das ein oder andere Wehwehchen. Und was die Frisur angeht: Was meinen Sie, wie viele Leute mit vollen Haaren im Sarg liegen. Aber daran denk ich jetzt nicht. Ich werde jetzt einen wunderbaren Spaziergang in der Sonne machen. Das entspannt mich noch am meisten.

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