Imitator

US-Moderator verlieh "Germany second" die Trump-Stimme

„Germany second“ – oder doch Dänemark oder die Niederlande? Videos aus ganz Europa gehen aktuell viral. Nur wer gibt darin den Trump?

TV-Satiriker Jan Böhmermann (r.) sowie zahlreiche europäische Late-Shows haben Werbe-Videos ihrer Länder veröffentlicht. Sie beziehen sich auf US-Präsident Donald Trumps Worte „America first“.

TV-Satiriker Jan Böhmermann (r.) sowie zahlreiche europäische Late-Shows haben Werbe-Videos ihrer Länder veröffentlicht. Sie beziehen sich auf US-Präsident Donald Trumps Worte „America first“.

Foto: Oliver Berg / dpa

Berlin.  Alles fing mit einem Video aus den Niederlanden an. Die Satire-Show "Zondag met Lubach" veröffentlichte einen Werbe-Clip für die Niederlande – ganz in Anlehnung an Trumps Forderung "America first" wollten die Niederlande als Zweite folgen. Das Video im markanten Trump-Slang wurde zum Hit im Netz und es folgten dank Jan Böhmermann und anderen europäischen Satirikern weitere Werbe-Videos.

Was bei vielen der Clips sofort auffällt, ist die Sprecherstimme. Diese klingt verdächtig nach Donald Trump persönlich. Aber der US-Präsident war es natürlich nicht, der den satirischen Videos seine Stimme lieh. Diesen Part übernahm sein Stimmen-Double Shaun Streeter.

US-Moderator imitiert Trump

Streeter ist Moderator bei einem lokalen US-Radiosender in Florida und gab eigentlich nur auf kleinen Feiern oder Geburtstagen den Trump-Imitator. Doch dann kam die Anfrage der dänischen Satire-Show "Nathholdet". Sie wollten Streeter für die Vertonung ihres "Denmark second"-Beitrags, wie Wired.de berichtet. "Ich schickte eine Demo-Aufnahme und die Dänen liebten es", sagte der 31-Jährige der Webseite. Seitdem hat er gut zu tun, im Gästeschlafzimmer seines Hauses, in dem er die Aufnahmen einspricht.

Es folgten Anfragen von zahlreichen europäischen Satire-Shows, auch von Jan Böhmermanns "Neo Magazin Royale". Jeder wollte die Stimme von Shaun Streeter für die "Who wants to be second"-Kampagne. Noch immer hat Streeter die Aufträge der verschiedenen Länder nicht abgearbeitet.

Streeter wartet noch auf Trumps Reaktion

Wired.de erzählte er, dass er erstmals beim Barbecue im heimischen Garten Trump imitieren musste. Also las er seinen Freunden einen Tweet des heutigen US-Präsidenten vor. "Die konnten plötzlich alle nicht mehr auf ihren Stühlen sitzen vor Lachen", sagte Streeter weiter. Irgendwann begann er, auch im Radio mal ein "brilliant" oder "huge" in Trump-Manier einfließen zu lassen.

Während Trump andere Künstler nach Imitationen bereits auf Twitter kritisierte, wartet Streeter noch auf eine Rüge des Präsidenten. "Es ist nicht unbedingt mein Ziel, einen Troll-Tweet des Präsidenten zu bekommen, aber witzig wäre es." (jei)

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