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„Wir werden mit Absicht gequält“ – Tag 1 im Dschungelcamp

Friede, Freude, Madensalat: Das Dschungelcamp startet mit viel Harmonie in die 11. Staffel. Nur bei einer Kandidatin fließen Tränen.

Hanka Rackwitz und Markus Majowski beim Puzzlen. In der Box waren selbstverständlich nicht nur die Bauteile für Sterne, sondern auch Ameisen.

Hanka Rackwitz und Markus Majowski beim Puzzlen. In der Box waren selbstverständlich nicht nur die Bauteile für Sterne, sondern auch Ameisen.

Foto: Stefan Menne / RTL

Berlin.  Ach Mensch, wäre das schön geworden im Dschungelcamp! Mit Lästereien am Lagerfeuer, Larven-Leckerereien und der ein oder anderen Prüfung inklusive Pipi-Soßen-Trinken. Doch die 11. Staffel der RTL-Erfolgsshow „Ich bin ein Star – holt mich hier raus!“ ist noch keine Nacht alt, da geschieht schon der Gau: Hanka Rackwitz und Kader Loth wissen Bescheid. Die beiden Kandidatinnen haben das Konzept durchschaut! Das Leben im Busch ist nicht so „geil“, wie Gina-Lisa Lohfink es beschreibt. Und „wie bei Disney“ ist es auch nicht, selbst wenn Marc Terenzi das meint. Nein, nein, „wir werden richtig mit Absicht gequält“, sagt TV-Maklerin Hanka (47). „Ich fühle mich körperlich, seelisch und moralisch vergewaltigt“, ist sich auch Fernseh-Luder Loth (44) sicher. Oha, das hört sich aber gar nicht gut an.

Wenigstens haben die anderen zehn Kandidaten – noch – ihr Vergnügen. Und das zu Recht, schließlich beginnt das Spektakel in Australiens Abgeschiedenheit am Freitagabend wahrlich vielversprechend. Zumal RTL ein „härteres, böseres und giftigeres“ Dschungelcamp als je zuvor anpreist – was zumindest mit der Moderation von Sonja Zietlow und Daniel Hartwich schon geglückt ist (War nicht noch ein Trump-Witz mehr drin? Noch ein Scherz auf Kosten der Kandidaten à la „Mit fermentierten Eiern kennt sich Florian Wess nach seiner Beziehung mit Helmut Berger aus!“).

Eine Armlänge Abstand statt Küsschen

Unter den Anwärtern auf die Dschungelkrone aber herrscht erstmal Friede, Freude, Madensalat, und das, obwohl sie sich bereits nach dem ersten Bebusseln an der Strandbar in zwei Gruppen teilen müssen. Die da wären: Team „Snake Rock“ und Team „Base Camp“, die „verfeindetsten Lager seit Aldi Süd und Aldi Nord“. Gruppenleiterin Nummer 1 ist, dumm gelaufen, Hanka, die ihre neuen Leidensgenossen leider nur aus der sicheren Entfernung von einer Armlänge in ihrem Team willkommen heißen kann. Denn anfassen, gar umarmen, oder, Hilfe!, Küsschen, Küsschen, das geht gar nicht. Die 47-Jährige leidet nämlich nach eigenen Angaben an einer Bakterien-Phobie.

Wie gefährlich ist eine Zwangsstörung im Dschungelcamp?

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Wie gefährlich ist eine Zwangsstörung im Dschungelcamp?

Ungünstig, dass sie dann am „Dschungelcamp“ teilnimmt, aber was der einstigen „Big Brother“-Kandidatin blüht, hat sie ja zum Glück schon selbst ganz schnell herausgekriegt. Schon bei der ersten Prüfung um ein ordentliches Abendessen – je ein Mitglied des einen Teams tritt gegen ein Mitglied des anderen an – wird es widerwärtig: Gina-Lisa (30) und Florian Wess (36) würgen Mottenlarven herunter, während „Verbotene Liebe“-Starlet Nicole Mieth (26) und Thomas „Icke“ Häßler (50) Fischabfälle trinken müssen.

Kader Loth und Sarah Joelle Jahnel in der Taucherglocke

Ähnlich appetitlich trifft es Kader Loth und Konkurrentin Sarah Joelle Jahnel (28), als eine Art, sagen wir, Nacktmodel/Oliver-Pocher-Affäre bekannt. Die beiden müssen eine Schätzfrage beantworten, während ihr Kopf in einer von Kakerlaken gefüllten Taucherglocke steckt. Sarah-Joelle: „Ich bin echt keine Denkerin!“, weswegen sie die Gründung von Sydney auf das Jahr 1930 beziffert (war schlappe 142 Jahre früher, 1788). Die arme Hanka, vom Pech verfolgt, blutet unterdessen in der Kniekehle. Und dann muss sich die Ärmste auch noch eine Ameise aus der Achsel fischen, es ist doch zum Verzweifeln.

Das sind die Dschungelcamp-Kandidaten

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Das sind die Dschungelcamp-Kandidaten

Anführer der gegnerischen, am Schluss unterlegenen Formation ist Alexander „Honey“ Keen (34), der in der Show aber nur mit seinem Spitz-, ach was, Künstlernamen angesprochen wird (So wie Loriot. Bono. Eminem). Honey hat ihn seine Ex-Freundin Kim Hnizdo getauft, die vergangenes Jahr „Germany’s next Topmodel“ (GNTM) geworden ist. Nur so als Hinweis für alle, die es – völlig unwahrscheinlich natürlich – vergessen haben sollten.

Ex-Paar Lohfink und Terenzi trifft sich im Dschungelcamp

Apropos Ex-Paar, da hat das Dschungelcamp dieses Jahr doch auch was Feines anzubieten. Gina-Lisa Lohfink, als ehemalige Kandidatin von „GNTM“ quasi Kollegin von Kim Hnizdo, schmuste zwei Jahre lang mit Ex-Boybandler Marc Terenzi (38). Lange vor ihrem Sex-Skandal und seinen Ausflügen in die Striptease-Szene wohlgemerkt. Die beiden haben sich laut Sonja Zietlow zwar „sieben bis acht Operationen“ nicht gesehen, verstehen sich aber trotzdem blendend. So wie alle eigentlich. Kuschelatmosphäre trotz Kakerlaken-Alarm. Toll!

Ach so, was die Operationen angeht: Zietlow könnte bei genauerem Hinsehen nach auch die Schwester von Faltenfrei-Florian sein, der als BBF (Best Friend Forever) von Gina-Lisa mit in den Dschungel zieht. Der 36-Jährige ist Spross der „Botox-Boys“, Vater Arnold und Onkel Oskar Wess, und macht seiner Herkunft alle Ehre, aber sonst einen sympathischen Eindruck. Zwar gibt es für ihn keine Daseinsberechtigung im Dschungel, aber na ja. Wenn die „Promi-Landschaft so ausgedünnt ist wie der Wortschatz von Thorsten Legat“ (Zietlow wieder), dann nimmt der Kölner Privatsender eben, wen er kriegen kann.

Markus Majowski isst fast alles

So wie auch Sängerin Fräulein Menke (56, „Tretboot in Seenot“), die sich den Fisch- und Schweineaugen verweigert, bevor sie kosten kann, und Jens Büchner, den 47-Jährigen Vox-Auswanderer, der inzwischen am Ballermann beheimatet ist. Oder Schauspieler Markus Majowski (52, „7 Zwerge – Männer allein im Wald“). Er weigert sich im Camp, schmutziges Wasser zu trinken, verspeist bei der zweiten Prüfung aber lebende Sandwürmer, Truthahn-Hoden und Rattenschwänze, als handele es sich um Schwarzwälder Kirschtorte. Nach dem „Oll you can eat“-Buffett bedankt er sich sogleich bei höheren Mächten für das leibliche Wohl. Nicht auszudenken, dass noch Böses über ihn hereinbricht, denn er ist trockener Alkoholiker, wie er vor laufenden Kameras gesteht.

Darum gibt es so viel Drama im Dschungelcamp

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Darum gibt es so viel Drama im Dschungelcamp

Das Böse ist dann leider über Hanka gekommen. Sie ist nach der ersten Nacht unter freiem Himmel nämlich einmal mehr am Bein verletzt. Ein wildes Tier? Ein liebestoller Terenzi, der sie beim Duschen mit blitzblanken Brüsten erspähte? Vielleicht war es auch nur der Reißverschluss vom Schlafsack, aber wer weiß das schon genau? Durch offenen Stellen am Körper komme jedenfalls „Unheil herein“, weswegen sie kurz panisch ist, was sie noch panischer macht, denn so viel Leid, das „ist so schade um die schöne Lebenszeit“.

Tja, liebe Hanka, das mit der schönen Lebenszeit hätten Sie sich vielleicht vor dem Dschungel überlegen müssen. Ach, wobei, jetzt, da die ersten Schwierigkeiten überstanden sind, wird’s doch erst richtig lustig. Werden wir schon sehen.