ARD-Nachrichten

„Tagesschau“ soll ab 2017 einen Qualitätsmanager bekommen

Zum Team der „Tagesschau“ soll künftig auch ein Qualitätsmanager gehören. Mit der aktuellen Kritik soll das aber nichts zu tun haben.

Das Qualitätsmanagement soll crossmedial arbeiten, also sowohl Fernsehen- als auch Online-Nachrichten im Blick haben.

Das Qualitätsmanagement soll crossmedial arbeiten, also sowohl Fernsehen- als auch Online-Nachrichten im Blick haben.

Foto: imago stock&people

Hamburg.  Die Redaktion der „Tagesschau“ soll künftig von einem Qualitätsmanager unterstützt werden. Die Funktion solle von einem Redakteur besetzt und im kommenden Jahr durch interne Umstrukturierung eingerichtet werden, teilte der NDR am Dienstag in Hamburg mit.

Die Rundfunkanstalt ist für die Redaktion ARD aktuell verantwortlich. Die Chefredaktion erwäge bereits seit längerem die Einrichtung eines solchen Qualitätsmanagements. Es soll crossmedial organisiert werden.

Beschwerden wegen Fall aus Freiburg

Die Redaktion stand in der Kritik, weil sie sich am Sonnabend entschieden hatte, in der 20-Uhr-Ausgabe der „Tagesschau“ nicht über die Festnahme eines minderjährigen Flüchtlings zu berichten, der eine 19-jährige Studentin in Freiburg ermordet haben soll.

Bis zum Dienstagabend hat es nach NDR-Angaben fünf Programmbeschwerden zu dem Fall gegeben. Die Vorsitzende des Rundfunkrats, Ursula Thümler, nehme „solche Beschwerden zur Kenntnis und befindet dann über das weitere Vorgehen“, sagte NDR-Pressesprecher Martin Gartzke.

„Tagesthemen“ berichteten letztlich doch

Chefredakteur Kai Gniffke hatte die Entscheidung seiner Redaktion in einem Blogbeitrag am Sonntag verteidigt. „Die Tagesschau berichtet über gesellschaftlich, national und international relevante Ereignisse. Da zählt ein Mordfall nicht dazu“, schrieb Gniffke. Gniffke betonte, die Herkunft des mutmaßlichen Täters habe mit der Entscheidung nichts zu tun.

Am Montagabend berichteten die „Tagesthemen“ dann doch noch über den Fall. Er habe nach den Diskussionen in den Medien und im Internet eine politische Dimension bekommen, lautete die Begründung. (epd)