Castingshow

„The Voice of Germany“ – große Stimmen, viele Tränen

In der letzten „Battle“-Show entschieden die Coaches, wer in die Sing-offs bei „The Voice of Germany“ kommt. Da gab’s Überraschungen.

Von Monika Idems
Vanessa und Dorothea hauen in der letzten Runde der Battles bei „The Voice“ mit ihren kraftvollen Stimmen Publikum und Jury vom Hocker.

Vanessa und Dorothea hauen in der letzten Runde der Battles bei „The Voice“ mit ihren kraftvollen Stimmen Publikum und Jury vom Hocker.

Foto: ProSieben / Sat1

Berlin.  Umwerfende Frauenstimmen, herzerweichende Jungsstimmen, unglaubliche Männerstimmen und leidenschaftliche Mädchenstimmen: So viel Talent! Da musste aussortiert werden, und das taten die Coaches bei „The Voice of Germany“ am Donnerstag in der letzten Battle-Show. Die Kandidaten, die es auf die neue Stufe „Sing-offs“ geschafft haben, treffen auf internationale Stars.

Die breiteste Stimmen-Wand

Wer die letzte Battle-Show der Saison nicht bis zum Schluss gesehen hat, sollte mal ganz rasch das Video mit Samu Habers Talents Dorothea Proschko und Vanessa Iraci ansehen. In „Masterpiece“ von Jessi J. verbanden die beiden ihre Riesen-Stimmen, ihr Können, schillernde Präsenz und elektrisierende Attitude zu einem Auftritt, der Coaches und Publikum wegblies.

„Ein absurd krasses Battle“ war alles, was Yvonne Catterfeld rausbrachte. Fanta-Viertel Michi Beck lobte Dorotheas „Kopfstimmen-Kapriolen“ und fasste die Begeisterung so zusammen: „Alles, was man sich erträumen darf von so ‘nem Lady-Battle, habt ihr hier gezeigt.“ Haber fluchte ausgiebig, bevor er sich für Proschko entschied. Immerhin war’s nicht das Aus für Iraci: Catterfeld holte die Sängerin per Steal-Deal in ihr Team.

Das authentischste Duo

Was Theresa und Jonas zeigten, war kein Battle, das war ein liebevolles Duett. Coach Andreas Bourani ließ Jonas Hug und Theresa Gratzl „Eternity“ von Robbie Wiliams singen. Der 22-Jährige mit dem weichen Bass und die kleine 20-Jährige mit der großen Stimm-Umfang interpretierten die Ballade mit so viel Persönlichkeit wie Zuneigung – das gab Gänsehaut und Sympathie. Bourani war hin und weg und entschied sich, nicht wirklich überraschend, für Jonas.

Abteilung herausragende Teenie-Talents

So jung und schon so stark: Im Team Fanta mussten sich Florentina Krasniqi und Marijana Maksimovic, beide 16, miteinander messen. Die Aufregung der beiden konnten die Hip-Hopper nachvollziehen – hatte Smudo doch vorher schon erzählt, wie er sich vor Auftritten fühlte, als die „Fantastischen Vier“ pop-, pop-, populär wurden: „Ich hab’ taube Unterarme bekommen und musste brechen.“

Ob es Marijana und Florentina ähnlich ging, ist nicht überliefert. Miterleben konnten die Zuschauer, dass die unterschiedlichen Stimmen und Stile der jungen Sängerinnen bei Alessia Caras „Scars to Your Beautiful“ gut harmonierten. Die sicherere Florentina kam weiter – Marijana kullerten die Tränen über die Wangen.

Das war noch gar nichts gegen die Tränenströme der goldgelockten Angelina Schmigelski. Die 18-Jährige trat gegen die ein Jahr ältere Pauline Steinbrecher an: Wieder verschiedene Stile und Stimmfarben, wieder eine gute Kombination, diesmal von Coach Yvonne, die die beiden „If I Go“ von Ella Eyre singen ließ. Catterfeld wählte Pauline, Angelina musste weinen – wirkte aber dennoch nicht am Boden zerstört.

Die schrägsten Stimmen

Auch Anna-Lena Schäfer und Maja Endres sind noch Teenies, aber bei den Blind Auditions wäre niemand drauf gekommen. Die beiden klingen, als brächten sie’s zusammen auf mindestens 80 Jahre Lebenserfahrung, aber Maja ist 18 und Anna-Lena, vielleicht die blondgelockte Reinkarnation von Tom Waits, ist erst 17. Samu Haber ließ die beiden Rio Reisers „Junimond“ besingen – ein Auftritt mit ausgefallenen Stimmen, aber technischen Schwächen. Beide brauchten „noch viele Kilometer auf der Autobahn of Music“, sagte Haber, bevor er sich für Anna-Lena entschied.

Diese Talents sind ebenfalls weiter

Besonders überraschend: Andreas Bourani entschied sich nach Olly Murs’ „You Don’t Know Love“ für Steven Sylvester Ludkovski – Daniel Ferrer hatte die stärkere Performance geliefert, selbst Steven hatte damit gerechnet, dass der Battle-Konkurrent weiterkommen würde. Außerdem in den Sing-offs: Nico Laska (Team Catterfeld), Yasmin Sidibe (Team Fantas), und Robin Resch (Team Haber), der beim „Lost Boy“-Battle Dehua Hu schlug; der 28-Jährige hatte in den Blind Auditions viele gerührt, als er auf Chinesisch für seine Mutter sang.

Sie alle treten ab Sonntag zu den Sing-offs an, einer neuen Stufe bei „The Voice of Germany“: Jeder Coach wird nur drei Talente ins Halbfinale mitnehmen dürfen. Auf dem Weg dahin gibt’s Unterstützung von internationalen Stars. Mit dabei: Robbie Williams, Alicia Keys, Shawn Mendes und Emeli Sandé.