Sportfernsehen

Mit einem neuen Sender im Free-TV will Sky Sportfans locken

Nachrichten und Live-Sport: Mit Sky Sport News drängt der Privatsender ins reguläre Fernsehen. So will Sky neue Abonnenten gewissen.

Von Lion Grote
Sportberichte rund um die Uhr – hier mit Silke Beickert und Noah Pudelko.

Sportberichte rund um die Uhr – hier mit Silke Beickert und Noah Pudelko.

Foto: Philipp Schieder/Sky Deutschland / Sky Deutschland AG und Sky Deutschland GmbH & Co. KG räumlich und zeitlich uneingeschränkte Exklusivnutzungsrechte

Berlin.  Vor fünf Jahren startete Sky seinen Sportnachrichtenkanal. 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche Nachrichten über Fußball, Tennis oder Handball. Wer das sehen wollte, musste zahlen. Mindestens 19 Euro im Monat. Ab Donnerstag ist das anders, ein einfacher Sendersuchlauf am Fernseher reicht. Erstmals strahlt der Pay-TV-Sender Sky einen Sender dauerhaft im regulären Fernsehen aus. Warum?

„Die Wachstumsraten der vergangenen Jahre haben uns darin bestärkt, nun diesen Schritt zu gehen“, sagt Sender-Chef Dirk Grosse. Das klingt wie ein gut gelernter Satz und ist doch nicht falsch.

Sky ist als Pay-TV-Sender abhängig von zahlenden Kunden, die ein Abo erwerben. Etwa 4,6 Millionen sind das zur Zeit. Um mehr Abonnenten zu gewinnen, muss die Sendergruppe bekannter werden. Und das geht eben am einfachsten, wenn man mit dem Lockangebot dahin geht, wo die Kunden sind – ins frei empfangbare Fernsehen.

20 Reporter berichten live von unterwegs

Zudem liegt das größte Pfund von Sky noch immer in den zahlreichen Übertragungsrechten von Sportereignissen wie der Bundesliga. Wer nicht nur wissen will, wie das Spiel Schalke gegen Dortmund ausgegangen ist, sondern die Partie live sehen will, kauft ein Sky-Abo – so das Kalkül des Senders. Das kann auch Dirk Grosse nicht abstreiten: „Natürlich geht es immer auch darum, Abos zu verkaufen und die Reichweite zu erhöhen.“

Eine Sache aber ändert sich durch den Wechsel ins Free-TV. Szenen aus Bundesliga-Spielen kann der Sender in der Regel nicht zeigen. Die Rechte besitzt Sky nur für das Bezahlangebot im Pay-TV. Dennoch: Das Angebot des Senders ist in Deutschland tatsächlich einzigartig. 18 Moderatoren klären im Wechsel rund um die Uhr über alle Neuigkeiten aus der Sportwelt auf. 20 Reporter sind bundesweit unterwegs, um live zu berichten.

Live-Übertragungen sollen Zuschauer locken

„Wir wollen das CNN des Sports werden“, sagt Senderchef Grosse an. Und deshalb hat sich der Sender zum Start gleich etwas Besonderes überlegt. Freitagabend überträgt Sky Sport News HD das Bundesliga-Duell zwischen Mainz 05 und Bayern München ausnahmsweise live (20.30 Uhr). Auch in Zukunft sollen Live-Übertragungen immer wieder Zuschauer locken. Der Schwerpunkt liegt dabei naturgemäß auf Fußball, aber auch Handball- und Tennispartien sollen Thema sein.

Mit dem früheren Sport1-Moderator Jörg Wontorra kehrt ein bekanntes Gesicht ins Fernsehen zurück. Wontorra moderiert ab Sommer 2017 eine eigene Sendung. Doch vor allem soll es um Informationen gehen. In 30 Minuten erfährt der Zuschauer alles, was er wissen muss, verspricht Sky.

Derzeit erreicht der Sender zu Spitzenzeiten eine Million Zuschauer – kein schlechter Wert in der Nische. Doch Senderchef Dirk Grosse verhehlt nicht, dass die Quote in Zukunft deutlich steigen soll.