Krimireihe

In „Der Kommissar und das Meer“ endet eine Party tödlich

Eben gerade haben sie noch gefeiert, jetzt muss Robert Anders (Walter Sittler) den Tod eines Paares aufklären. War es ein Serientäter?

Kommissar Robert Anders (Walter Sittler) und seine Frau Emma Winarve (Frida Hallgren).

Kommissar Robert Anders (Walter Sittler) und seine Frau Emma Winarve (Frida Hallgren).

Foto: Stefan Erhard / ZDF und Stefan Erhard

Berlin.  Es ist Winter auf Gotland. Die Stimmung ist auf der schwedischen Ostsee-Insel noch ein bisschen frostiger und düsterer als sonst. Kommissar Robert Anders (Walter Sittler) ist auf jeden Fall schon „ziemlich angefressen“, als er am frühen Morgen zum Tatort gerufen wird. Er kennt die Opfer: Am Abend zuvor war er mit seiner Frau Emma (Frida Hallgren) noch dabei gewesen, als der junge Mats Levander glücklich die Verlobung mit seiner Freundin Sanna auf der Neujahrsparty seiner Eltern bekannt gegeben hatte. Nun liegt das junge Paar Arm in Arm erschossen im nasskalten Wald.

War es ein Überfall? Denn Wertgegenstände und Papiere sind weg. Oder war es ein Jagdunfall? Kaltblütiger Mord aus Eifersucht oder Neid? Oder ist auf der schönen Insel sogar ein Serientäter unterwegs? Viele Fragen stellen sich in „Der Kommissar und das Meer“. Zwei Jahre zuvor war an gleicher Stelle die Frau des Chorleiters erschossen aufgefunden worden. Der Fall wurde nicht aufgeklärt, alle Spuren sind inzwischen kalt. Möglich aber doch, dass es eine Verbindung zwischen den Todesfällen gibt.

Viele Verdächtige, aber auch etwas wirr

Verdächtige gibt es jedenfalls genug, die Kommissar Anders und sein Team, (darunter auch Pippi-Langstrumpf-Darstellerin Inger Nilsson als Pathologin) in ihrem 21. Fall befragen können. Da ist zum Beispiel Andy: Wild in Sanna verliebt, war er dem jungen Paar aus Göteborg gefolgt und in der Nähe ihres Hauses aufgefallen. Auch Sannas Mutter war ihrer Tochter heimlich auf die Insel gefolgt, angeblich, um jemanden nach langer Zeit wiederzusehen. Dazu gibt es den despotischen Nachbarn, der gern in den Wäldern jagt und nach eigener Überzeugung besonders „fette Beute“ macht, wenn er wütend auf seine Frau ist. War er etwa der „Liebespaarmörder“, wie ihn die Lokalzeitung nennt?

Routiniert und etwas bieder lotsen uns die Krimi-erfahrene Drehbuchautorin Annette Hess („Weissensee“) und Regisseur Miguel Alexandre („Tatort“), der hier auch die Kamera führt, durch eine Vielzahl von Andeutungen und irreführenden Verdächtigungen, bevor sie nach fast anderthalb Stunden eine durchaus überraschende Lösung präsentieren.

Tagdunkler Schweden-Krimi

Die deutsch-schwedische Produktion um den sensiblen Kommissar, an Originalschauplätzen gedreht, setzt jedoch Geduld beim Zuschauer voraus. Schließlich geht es in diesem tagdunklen Schweden-Krimi mehr um die verzwickt-vertrackten Beziehungen der verschiedenen Ehe- und Liebespaare untereinander als um die Aufklärung eines brutalen Verbrechens.

Fazit: Ein düsteres Drama um allerlei schuldhafte Verstrickungen in skandinavischer Krimi-Manier und Landschaft. Die melancholische Stimmung, die durch die gräulichen Nebelbilder unterstrichen wird, passt zum Novemberabend. Für Sittler-Fans ein schönes Wiedersehen. Die anderen werden wegen der Längen sicher gelegentlich gähnen.

ZDF, 12. November, 20.15 Uhr