Krimi

Der Mann mit den „Tatort“-Augen fordert neuen Vorspann

Seine Augen kennen Millionen „Tatort“-Fans aus dem Vorspann. Aber zufrieden ist Horst Lettenmayer mit ihm nicht. Er will einen neuen.

Horst Lettenmayer findet, dass der „Tatort“-Einspieler nicht mehr zu dem Format der Serie passt.

Horst Lettenmayer findet, dass der „Tatort“-Einspieler nicht mehr zu dem Format der Serie passt.

Foto: Matthias Balk / dpa

Dachau.  Seit 999 Folgen ist er fast jeden Sonntag im Fernsehen zu sehen. Und trotzdem dürften nur wenige Horst Lettenmayer kennen. Der Mann, der dem „Tatort“-Intro seit 46 Jahren sein Gesicht und seine Beine gibt, hält den Vorspann für veraltet. „Tatsächlich gehört der erneuert“, sagte der frühere Schauspieler aus Dachau bei München.

Der alte Vorspann passe heute einfach überhaupt nicht mehr zu dem Format. „Aber die Leute wollen nunmal die Augen sehen“, sagte der heute 75-Jährige. Seine Augenpartie sieht heute nicht mehr ganz so aus wie damals.

Kein „Maximum an Leichen zu produzieren“

Den Jubiläums-„Tatort“ der ARD am 13. November werde er voraussichtlich schauen – auch wenn er nicht mit allen jüngsten Entwicklungen der Krimireihe etwas anfangen könne. Den Hamburger „Tatort“ mit Til Schweiger mag er zum Beispiel gar nicht: „Das ist kein „Tatort" mehr, das ist ein kalifornisches Gemetzel.“ Lettenmayers Ansicht nach geht es im Sonntagskrimi nämlich nicht darum, „nur ein Maximum an Leichen zu produzieren“.

Trotz der Unsympathie Lettenmayers für die Schweiger-„Tatorte“ haben beide Schauspieler etwas miteinander gemeinsam: Denn auch Til Schweiger forderte kurz nach Bekanntwerden seines Engagements 2012, das „Tatort“-Intro zu verändern und wurde heftig dafür kritisiert.

„Den Vorspann, der ist jetzt wirklich outdated“

„Den würde ich gerne ändern. Also das finde ich irgendwie dämlich. Den Vorspann, der ist jetzt wirklich outdatet und da werde ich für kämpfen, dass bei meinem ersten „Tatort“ ein anderer Vorspann läuft“, sagte der Schauspieler damals. Der Vorspann blieb – bis heute. (bekö/dpa)