TV-Serie

„Club der roten Bänder“ droht in neuer Staffel zu zerfallen

In der zweiten Staffel steht der „Club der roten Bänder“ unter einer harten Zerreißprobe. Gelacht werden darf in der Vox-Serie dennoch.

Hugo (Nick Julius Schuck, l-r), Alex (Timur Bartels), Emma (Luise Befort), Leo (Tim Oliver Schultz), Toni (Ivo Kortlang) und Jonas (Damian Hardung) aus der Serie "Club der roten Bänder".

Hugo (Nick Julius Schuck, l-r), Alex (Timur Bartels), Emma (Luise Befort), Leo (Tim Oliver Schultz), Toni (Ivo Kortlang) und Jonas (Damian Hardung) aus der Serie "Club der roten Bänder".

Foto: VOX/Martin Rottenkolber / dpa

Köln.  In der Vox-Eigenproduktion „Club der roten Bänder“ ist der erste Herzschmerz das kleinste Übel. Die Charaktere auf der Kinderstation kämpfen auch in Staffel zwei gegen den Krebs. Die Serie vereint zwei Komponenten, die für sich genommen schon Stoff für unzählige Doku-Soaps bieten.

Zum einen ist da der Krankenhaus-Kosmos inklusive Personal und Patienten. Zum anderen der Alltag von Jugendlichen, die versuchen die, Herausforderungen des Erwachsenwerdens zu bewältigen. Mit dieser Mischung und einem guten Anteil Galgenhumor war der Sender Vox in der ersten Staffel so erfolgreich, dass nun die zweite startet.

Geschichte nimmt in Staffel zwei Wendung

Die Handlung der ersten von dem Privatsender eigenproduzierten Fiction-Serie ist schnell zusammengefasst: Ernste Krankheiten und Verletzungen führen fünf Jugendliche in einem Krankenhaus zusammen. Sie alle müssen dort längere Zeit verbringen. Feste Freundschaften werden geschlossen. Sie gründen den „Club der Roten Bänder“.

In der zweiten Staffel wird die Freundschaftsbande nun auf die Probe gestellt: Emma, das einzige Mädchen in der Gruppe, wird entlassen. Auch für zwei andere Clubmitglieder tun sich Möglichkeiten außerhalb des Krankenhauskosmos auf.

Positive Kritik und mehrere Auszeichnungen

Neben positiven Kritiken bescherte die erste Staffel dem Privatsender Vox und damit der RTL Group gute Quoten – beim Finale schalteten 2,71 Millionen Zuschauer ein. Dazu gab es gleich mehrere Auszeichnungen – unter anderem den Deutschen Fernsehpreis und einen Grimme-Preis.

Das Ensemble wurde außerdem mit dem Deutschen Schauspielpreis 2016 geehrt. Regisseur Richard Huber sowie die Produzenten Gerda Müller und Jan Kromschröder der in Monheim am Rhein gedrehten Serie erhielten den Bayerischen Fernsehpreis 2016.

Drehbuch basiert auf einer wahren Begebenheit

Die Geschichte basiert auf dem Bestseller des spanischen Autoren Albert Espinosa. Als Jugendlicher hat er selbst viel Zeit im Krankenhaus verbracht. Wie zwei der Serienhelden hat er wegen seiner Krebserkrankung ein Bein verloren.

„Zum Glück hat Albert viel von sich veröffentlicht, das ist ein großes Geschenk“, sagt Tim Oliver Schultz (28), der den beinamputierten Leo spielt. Bei der Rollen-Vorbereitung habe er durch die Lektüre und Krankenhausbesuche viel lernen können.

Momente von Aufmerksamkeit und Glück

In Spanien sei die Besucherzahl auf den Kinderstationen nach der Ausstrahlung der Serie um 40 Prozent gestiegen, berichtet Schultz. Er glaubt, dass auch die deutsche Serie Aufmerksamkeit für die jungen Patienten wecken kann. Über soziale Netzwerke erreichten ihn Nachrichten von Zuschauern, die sich für die Serie und den Mut bedankten, ein so schwieriges Thema anzugehen.

„Als Schauspieler wünscht man sich, zu helfen und den Leuten etwas Gutes mit auf den Weg zu geben, aber letztendlich sind wir doch nur Gaukler und schaffen für ein paar Sekunden Aufmerksamkeit, Glücksgefühle und Spaß“, sagt Schultz, dessen Vater Arzt ist und seinen Sohn gerne in dem Beruf gesehen hätte.

Serie in fast 20 Ländern zu sehen

Mittlerweile war „Club der roten Bänder“ als TV-Serie in fast 20 Ländern zu sehen. Längst nicht überall liefen die Adaptionen aber so erfolgreich wie in Deutschland, heißt es bei Vox. In den USA, wo „Red Band Society“ auf Fox zu sehen war, wurde Serie sogar vorzeitig vom regulären Sendeplatz abgesetzt.

Vielleicht hat Autor Espinosa deshalb bei der Premiere der deutschen zweiten Staffel in einem Kölner Kino von seiner Lieblingsversion gesprochen. Deutschland fühle er sich inzwischen sowieso verbunden, scherzte er: „Zu ein paar Prozent bin ich ja jetzt deutsch, meine neue Beinprothese kommt aus Deutschland.“ (dpa/emb)