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Kritische Löwen machen es Gründern dieses Mal schwer

Nicht für jeden Gründer springt in „Die Höhle der Löwen“ ein Deal heraus. Das mussten auch Gründer aus NRW und Österreich lernen.

Die Gründer von „Onkel Wolle“ gingen ohne Investment nach Hause: Katja Lamprecht, Markus Lambrecht, Gianna Guardabasso (v. l.).

Die Gründer von „Onkel Wolle“ gingen ohne Investment nach Hause: Katja Lamprecht, Markus Lambrecht, Gianna Guardabasso (v. l.).

Foto: VOX

Berlin.  Die Investoren zeigten sich in der achten Folge von „Die Höhle der Löwen“ von ihrer sehr kritischen Seite. Nur zwei von sechs Gründern konnten sich einen Löwen und damit auch ein Investment sichern. An schlechten Ideen lag das jedoch meist nicht.

Das Investment-No-Go

Sie wussten, dass sie es nicht leicht haben werden. Dennoch wagten sich Max Scharpenack (30) und sein Geschäftspartner Elvir Omerbegovic (37) in die „Höhle der Löwen“. Sie stellten Judith Williams, Ralf Dümmel, Frank Thelen, Carsten Maschmeyer und Jochen Schweizer ihr alkoholhaltiges Wassereis „SuckIt!“ vor – oder mit anderen Worten: einen Cocktail zum Lutschen.

Doch allein die Tatsache, dass es sich um etwas Alkoholisches handelt, machte das Werben um die Investoren nicht gerade leicht. „Ich werde nie in Alkohol investieren“, machte Williams ziemlich schnell deutlich. Die anderen Investoren sahen das ähnlich und schickten die Gründer ohne Kapital nach Hause.

Und dann war da ja auch noch die Sache mit dem Namen: Der kam bei den Löwen nämlich ebenfalls nicht gut an. Dass eine Frau verschmitzt lächelnd unter dem Titel „SuckIt!“ zu sehen ist, hinterließ bei Thelen einen bitteren Beigeschmack. Auch Williams fiel zum Namen nur eins ein: „Oberproll.“

Der emotionalste Auftritt

Viel Herzblut und all ihr Erspartes (70.000 Euro) haben Stefanie Hofbauer und Thomas Steinbach aus Österreich in ihre Idee gesteckt. Sie stellen Bio-Hundefutter aus der Region her und gründeten dafür „Oscar & Trudie“. Seit Ende 2015 sind nun drei Sorten ihres Hundefutters im Glas auf dem Markt. Es fehlt ihnen nur noch ein Partner, der weiß, wie der Handel funktioniert – und das nötige Geld liefert.

Für die Idee ernteten die Unternehmer Lob. Das „riecht überhaupt nicht nach Hundefutter“, stellte Williams fest. Maschmeyer fand die Gründer gar „liebenswert“ und auch Dümmel freute sich über den sympathischen Auftritt. Doch investieren wollte am Ende trotzdem niemand. Ein harter Rückschlag für das Paar. Da kullerten bei Hofbauer sogar Tränen.

Die härteste Abfuhr

Eine „halbgare Idee mit halbgaren Gründern“, urteilte Thelen. „Kommen Sie aus dem Gründerhimmel zurück auf die Erde“, wetterte Maschmeyer. Harte Worte, die drei Gründer aus Duisburg einstecken mussten. Dabei wirkte ihre Idee im ersten Moment gar nicht so blöd. Katja und Markus Lambricht sowie Gianna Guardabasso bieten mit „Onkel Wolle“ einen Service für Gebrauchtwagenkäufer an. Den Kunden wird ein Kfz-Mechaniker vermittelt, der sie beim Gebrauchtwagenkauf berät. Im Service enthalten ist außerdem eine Untersuchung auf technische Mängel durch den Profi, eine Probefahrt sowie Unterstützung bei der Preisverhandlung. Klingt eigentlich ganz gut – für die Löwen allerdings nicht.

Sie hielten den Preis von 119 Euro für den Service für deutlich zu hoch. Warum sollte man sich für so viel Geld einen Mechaniker an die Seite holen, wenn man für weniger auch ein Gutachten vom TÜV oder der Dekra bekommt, fragte Dümmel. Eine für den Geschäftsmann plausible Antwort blieb aus.

Hinzu kam, dass „Onkel Wolle“ noch nicht einmal die Pilotphase durchlaufen hat, also noch nicht im Live-Betrieb getestet wurde. Ein K.-o.-Kriterium für die Investoren. „Diese Vision könnte zu einer Halluzination werden“, prophezeite Maschmeyer. Er riet den Gründern, eine Nummer kleiner anzufangen und sich für die Testphase lieber Nachbarn und Bekannte zu suchen. Eine harte Abfuhr für das Trio. Sie gingen mit leeren Händen und einem unguten Gefühl nach Hause.

Die größte Wohltat

Ob Richard Kaulartz mit seinem „Pannenfächer“ erfolgreich wird , bleibt zwar noch abzuwarten, aber immerhin hat er einen ersten Schritt in diese Richtung getan – und gleichzeitig auch die Rente seiner Schwester Marita gerettet.

Kaulartz und seine Verwandtschaft haben einen Schilderfächer entwickelt, der bei einer Autopanne aufs Dach des Wagens geheftet wird und Passanten quasi über den „Pannenstatus“ informiert. In diese Geschäftsidee floss bereits die komplette Rentenauszahlung von Kaulartz‘ Schwester in Höhe von 58.000 Euro. Große Verkaufserfolge blieben jedoch bislang aus. Lediglich etwa 200 Stück konnte das Familienunternehmen an den Mann bringen. Es stand für die Kaulartz also viel auf dem Spiel.

Gut, dass Ralf Dümmel sich erbarmte und in das Start-up investierte. Im Gegensatz zu seinen Löwen-Kollegen sah er in dem Produkt nämlich Potenzial und „eine richtig gute Story“. Am Ende freuten sich allerdings nicht nur Dümmel und Kaulartz über den Deal, sondern auch Jochen Schweizer. Immerhin habe Dümmel damit eine ganze Familie gerettet.