ARD-Show

„Gefragt – Gejagt“: Ein Selbstversuch beim ARD-Quiz

Als Zuschauer kann man schon verzweifeln, wenn man zögerliche Quiz-Kandidaten sieht. Doch wie fühlt es sich an, selbst dabei zu sein?

Das Herz hüpfte vor Aufregung: Irene Jung, Reporterin dieser Redaktion, mit ihren Mitstreitern Rob und Christian bei einer Testsendung von „Gefragt – Gejagt“. Alexander Bommes (r.) versuchte zu beruhigen.

Das Herz hüpfte vor Aufregung: Irene Jung, Reporterin dieser Redaktion, mit ihren Mitstreitern Rob und Christian bei einer Testsendung von „Gefragt – Gejagt“. Alexander Bommes (r.) versuchte zu beruhigen.

Foto: Klaus Bodig / HA / Klaus Bodig

Hamburg.  Etwas flau ist mir ja schon. Zum Auftakt der neuen Folgen von „Gefragt – Gejagt“ – aktuell freitags um 18.50 Uhr in der ARD – hat sich das Erste für die Presseleute etwas ausgedacht: Drei Journalisten können die Quizshow als Rateteam selbst ausprobieren, auf der Original-Quizbühne im Studio Hamburg. Gleich dreimal sind wir herausgefordert: Einzeln müssen wir so viele Fragen wie möglich in einer Minute beantworten – wie fühlt sich so eine Schnellraterunde an? Wenn man als Kandidatin dann gegen ein Superhirn antritt, den „Jäger“ – kriegt man da Schweißausbrüche oder Blackouts? Und hat man im Team hinterher noch Nerven fürs Finale?

Unser „Jäger“ ist Sebastian Jacoby, der es bei Quizweltmeisterschaften bisher immer unter die Top Drei aus Deutschland geschafft hat. In dem Format „Gefragt – Gejagt“, das aus Großbritannien kommt, ist der Jäger eigentlich eine furcht- und respektheischende Gestalt, die das gesammelte Schul- und Allgemeinwissen der Kandidaten herausfordert. Aber meine Mitstreiter, Christian von „TV Spielfilm“ und der Hamburger Blogger Rob, sind guten Mutes. Wir finden Jacoby sympathisch.

Moderator Bommes senkt liebevoll die Nervosität

Und Moderator Alexander Bommes, erfahren im Umgang mit nervenflatternden Kandidaten, baut uns liebevoll auf. Einer seiner Standardsätze: „Es bleibt immer was liegen“ – soll heißen: Kein Mensch kann alles wissen. Ich erinnere mich, dass ich schon mal auf einer Varietébühne zersägt wurde. Das habe ich auch überlebt.

Christian schlägt sich souverän durch den ersten Schnelldurchlauf und rät 5500 Euro zusammen. Beim Duell mit dem Jäger dagegen hat er Pech und verliert. Jetzt bin ich dran. Ich spüre, dass mein Headset mein rechtes Ohr abknickt. Und betrete die Bühne nun doch etwas nervös.

Das Wissen reicht bis zum Finale

Welche Farbe hat der mittlere Streifen der Flagge Deutschlands? Äh, ist Gelb nicht in der Mitte? Nein, Rot. Welcher „adlige“ Roland hatte in den Achtzigern mit „Santa Maria“ einen Nummer-eins-Hit? Kaiser! Yeah! In welchem Gewässer liegt der Inselstaat Palau? Pazifik! Klappt doch prima! Welcher Planet unseres Sonnensystems hat die meisten Monde? Uranus? Oha. Da hat man nun wer weiß wie viele Phoenix-Dokus über das Universum gesehen ... So ist das beim Tempo-Raten: Erst eine Stunde später an der Bushaltestelle fällt einem der Jupiter ein. Dennoch: In einem Zustand heiteren Fatalismus qualifiziere ich mich tatsächlich fürs Finale ...

Kandidat(in) sein ist gefragt, erzählt Produzentin Pamela Müller, „die Anwärter rennen uns die Bude ein“. Die Teilnehmer werden sorgsam gecastet. Spezialwissen auf nur einem Gebiet – etwa Musicals oder Haflingerzucht – wäre nicht hilfreich. Unter den Bewerbern seien begeisterte Zocker, aber auch ganz Vorsichtige. Und die meisten Teams entwickelten schnell eine gemeinsame Strategie.

Noch dominieren Männer im Wettkampf-Quiz

Dennoch: In dreiviertel aller Shows gewinnt am Ende der Jäger. In unserer Runde auch. Nur eine Frage bleibt offen: Warum sind die Jäger eigentlich immer Männer? Wettkampf-Quiz ist tatsächlich männerdominiert, räumt Sebastian Jacoby ein. Pamela Müller lässt nun gezielt Jägerinnen suchen: „Wir arbeiten daran.“