ARD-Reihe

Rebecca Immanuel gibt ihr Comeback in „Die Eifelpraxis“

Rebecca Immanuel wurde bekannt als schlagfertige Anwältin in „Edel & Starck“. Ihre neue Rolle: alleinerziehende Mutter in der Provinz.

Rebecca Immanuel bei den Dreharbeiten für die ARD-Reihe „Die Eifelpraxis".

Rebecca Immanuel bei den Dreharbeiten für die ARD-Reihe „Die Eifelpraxis".

Foto: Jens Kalaene / dpa

Monschau.  Aus der Großstadt wegen des Jobs aufs Land ziehen? Klar würde sie das machen, versichert Rebecca Immanuel. Dabei hat die Provinz so ihre Tücken: Der Handyempfang bricht ständig ab, die Einheimischen sind störrisch. Dafür stehen überall hübsche Fachwerkhäuschen und zutrauliche Tiere herum. So zumindest stellt sich die ARD das vor. Ausgerechnet da soll die Berliner Familie hin? „Ich wusste bis gerade gar nicht, dass es die Eifel überhaupt gibt“, empört sich im Film der 16-jährige Sohn Paul. Aber der Protest hilft nichts, die alleinerziehende Mutter braucht den neuen Arbeitsplatz. So beginnt das neue Leben der toughen Krankenschwester Vera Mundt und ihrer beiden Kinder – und Rebecca Immanuels großes Fernsehcomeback.

„Die Eifelpraxis – Erste Hilfe aus Berlin“ ist so aufregend wie der Titel – eine leicht verdauliche Schmonzette. 90 Minuten lang sieht man Vera (Immanuel) dabei zu, wie sie in der Eifel gegen allerlei Widrigkeiten zu kämpfen hat: Ihr Chef, Landarzt Wegner (Simon Schwarz), ist desillusioniert. Patienten wie der Banker mit Herzinfarkt sind uneinsichtig. Und Sohn Paul hat so gar nichts übrig für Landromantik. Zwei weitere Filme sind schon abgedreht.

Bekannt durch „Edel & Starck“

Dass der Pilotfilm bei aller Vorhersehbarkeit kurzweilig ist, hat viel mit der charmanten Hauptdarstellerin zu tun. Rebecca Immanuel (45) war neben Christoph M. Ohrt eine schlagfertige Anwältin in der vielgelobten Sat.1-Serie „Edel & Starck“. Vor elf Jahren lief die letzte Folge, danach wurde es ruhig um sie. Fast ein Jahr reiste sie um die Welt und kam als neuer Mensch zurück. Sie habe eine Grundgelassenheit entwickelt, sagt sie, rege sich über Nörgler nicht mehr auf. „Das Leben ist kostbar, kurz und kann sehr schnell vorbei sein.“ Sie weiß das: Ihre „geliebte PR-Agentin“ starb ganz plötzlich mit Ende 40. Immanuel wurde klar, dass sie nicht immer nur an ihre Karriere denken wollte.

Mittlerweile hat Immanuel, die in Oberhausen zur Welt kam und in Hamburg aufwuchs, bei den Öffentlich-Rechtlichen eine neue Heimat gefunden. Seit vier Jahren gehört sie beim ZDF zum Ensem­ble von „Der Bergdoktor“. Auch die „Eifelpraxis“ funktioniert wie eine klassische Arztreihe: Vera Mundt absolviert als Versorgungsassistentin jede Menge Hausbesuche, nimmt Anteil am Schicksal der Patienten und streitet mit Wegner darüber, wie viel Zeit sie sich für die Kranken nehmen kann. „Inhaltlich wird der Ärztemangel auf dem Land thematisiert“, sagt Immanuel. Die Rolle der guten Seele aus der „Eifelpraxis“ wurde ihr auf den Leib geschrieben. „Die Reihe hat die Leichtigkeit, den Charme und die Poesie von ,Edel & Starck‘“, beteuert sie. Leider ist der Handlungsrahmen der von Brigitte Müller geschriebenen und von Sibylle Tafel inszenierten „Eifelpraxis“ wenig originell. Eine Frau zieht aus der Großstadt in die Provinz: Diesem Schema folgten zuletzt schon die ZDF-Reihen „Lena Lorenz“ und „Hanna Hellmann“.

Fazit: Klar, Ähnliches hat man schon einige Male gesehen. Aber der Wohlfühlfaktor stimmt und die Hauptdarstellerin ist einfach sympathisch.

• Freitag, 16. September, 20.15 Uhr, ARD: „Die Eifelpraxis“