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Wie drei Gründer die Löwen mit einem Handtuch begeistern

Das Sporthandtuch „Towell+“ überzeugte in der Vox-Show „Die Höhle der Löwen“ die Investoren. Ein Deo fanden sie hingegen „fahrlässig“.

Die Investoren Carsten Maschmeyer und Judith Williams. In der dieswöchigen Sendung von „Die Höhle der Löwen“ kam es nur zu zwei Deals.

Die Investoren Carsten Maschmeyer und Judith Williams. In der dieswöchigen Sendung von „Die Höhle der Löwen“ kam es nur zu zwei Deals.

Foto: Bernd-Michael Maurer / VOX

Berlin/Köln.  Für Judith Williams waren die drei lässig gestylten Jungs die perfekten Schwiegersohn-Typen, Frank Thelen fand ihre Geschäftsidee einfach nur „mega“ und auch der Rest der „Löwen“-Jury war von dem Auftritt der Jungunternehmer begeistert: Die Hamburger Gründer Paul Dudda, Florian Goecke und Lennart Riepe waren in der dieswöchigen Sendung von „Die Höhle der Löwen“ mit ihrem speziellen Sporthandtuch „Towell+“ wohl die Jury-Lieblinge.

Nicht die Gründer warben am Ende um die Zusammenarbeit mit den „Löwen“, sondern die Investoren um die Gründer. Dudda, Goecke und Riepe betreiben die Kreativagentur „Thinks“, die Produkte designt und entwickelt, die den Alltag erleichtern sollen. So auch ihr „Towell+“. Das Handtuch können Sportler im Fitnessstudio durch seinen speziellen Schnitt etwa wie eine Kapuze über die Trainingsbank stülpen, zudem hat es eine Reißverschlusstasche zum Verstauen von Smartphone und Co. und über einen magnetischer Clip kann es bei Bedarf an den Sportgeräten aufgehängt werden. Um mehr und preisgünstiger produzieren zu können, forderten die Gründer von den „Löwen“ ein Investment von 250.000 Euro und boten dafür 20 Prozent ihrer Firmenanteile an.

„Towell“-Deal ohne zu verhandeln

Hätte ihm vorher jemand gesagt, dass ihm ein Handtuch präsentiert werde, hätte sich seine Begeisterung in Grenzen gehalten, sagte Juror Ralf Dümmel. Doch dann bot der Investor den drei Jungs gemeinsam mit Jochen Schweizer den gewünschten Deal an. Denn die Jungs erläuterten ihr Geschäftsmodell schlüssig. Frank Thelen stieg ohne überhaupt zu verhandeln sofort auf die Forderung der Gründer ein. Der Investor nannte die Idee und Präsentation der Hamburger „mega“. „Ihr habt die fast perfekten Produktpitch gemacht“, sagte er.

Am Ende entschieden sich die Gründer für Dümmel und Schweizer. „Genau für diesen Moment hat sich die harte Arbeit gelohnt“, sagte Mitgründer Goecke. Judith Williams fand offenbar nicht nur am Auftreten, sondern auch am Aussehen der Jungs Gefallen. „Wären meine Töchter älter, wären diese Jungs genau die Richtigen für sie“, sagte sie.

Einen Deal von den Löwen bekamen auch die Gründer Randall Pitts und Philip Kirchhoff aus dem nordrhein-westfälischen Würselen mit ihren „Penta-Sense“-Lutschpastillen gegen Karies. Standardtänzer Pitts hat mit Zahnmedizin eigentlich nichts zu tun. Und doch entwickelte er Zahnpflege-Bonbons in verschiedenen Geschmacksrichtungen. „Lecker“, sagte Judith Williams immer wieder. Gemeinsam mit Ralf Dümmel bot sie den Gründern ein Investment von 150.000 Euro für 30 Firmenanteile. Obwohl die Gründer eigentlich nur 10 Prozent ihrer Anteile abgeben wollten, nahmen sie den Deal an. „Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit“, sagte Investorin Williams.

„Pony Hütchen“-Gründerin beißt in vegane Deocreme

Für einen besonders kuriosen Auftritt sorgte die Gründerin Hendrike Grubert. Die 36-Jährige aus der Schweiz wollte die Löwen mit ihrer veganen Naturkosmetik überzeugen. Unter der Marke „Pony Hütchen“ vertreibt sie handgemachte Deocremes und Gesichtspflege. Um zu demonstrieren, wie natürlich ihre Produkte sind, wählte sie einen ungewöhnlichen Weg. „Viele behaupten ihre Produkte seien natürlich, aber bei mir stimmt es“, sagte sie – und biss zur Demonstration in ihre Deocreme. „Der Abgang ist etwas fies“, sagte sie beim Herunterschlucken. Das sorgte bei der Jury zunächst noch für Schmunzeln.

Doch dann geriet die Präsentation der Unternehmerin ins Stocken. Zahlen zu ihrem Wareneinsatz wollte sie nicht nennen. „Wenn ich Ihnen das sage, schwäche ich meine Verhandlungsposition gegenüber meinen Händlern“, sagte sie. „Das glaube ich nicht“, meinte Schweizer. Und so nannte Grubert am Ende doch noch Details.

Doch eins machte Kosmetikexpertin Williams fassungslos: Die Naturkosmetik-Gründerin hat ihre Produkte nach eigenen Angaben nicht dermatologisch getestet. „Das ist fahrlässig“, sagte Williams. „Undenkbar.“ Und so geht die Naturkosmetik-Herstellerin am Ende ohne Deal nach Hause.