Sat.1-Show

Dicke Luft und gähnende Langeweile bei „Promi Big Brother“

Die Hölle, das sind die anderen. Sie riechen schlecht, schnarchen oder nerven. Das ist nach zwei Tagen „Promi Big Brother“ schon klar.

Von Louisa Rascher
Mario Basler hält alle wach, indem er schnarcht.

Mario Basler hält alle wach, indem er schnarcht.

Foto: Sascha Steinbach / Getty Images

Berlin.  Noch am Einzugstag hatte Edona James Mitbewohnerin Jessica Paszka ihre Designer-Vagina gezeigt, da verflog die traute Zweisamkeit zwischen den Promi Big Brother-Kandidatinnen schon wieder. Bereits am zweiten Tag herrschte in der Kanalisation dicke Luft zwischen der drallen Transsexuellen und der einstigen Bachelor-Kandidatin.

Zum Glück!

Denn ohne Drama-Queen Edona wären dem Zuschauer während der beinahe zweistündigen Sendung wohl aus Langeweile die Augen zugefallen. Also zurück zu den Stimmungsschwankungen des operierten Busenwunders.

Was war geschehen?

Edona ging in der Sendung vom Samstag durch ein Auf und Ab der Gefühle. Gleich nachdem die Kandidaten die erste Nacht in der Hölle der vierten Staffel überstanden haben, entdeckt Edona im Raucherraum aus Streichhölzern gelegte Zeichen. “Ein Auge, ein Herz. Das heißt Big Brother liebt dich Edona”, ruft Noch-Busenfreundin Jessica ihr fröhlich zu.

Edona, sichtlich bewegt, schluchzt sogleich: “Das sind so Kleinigkeiten, die mich einfach sehr berühren. Über so etwas freut man sich.” Was sie nicht weiß: Mitbewohner Stephen „braune Tolle“ Dürr hatte das kleine Kunstwerk in der Nacht zuvor arrangiert. Vermutlich aber nicht, um Edona eine Freude zu machen.

„Es stinkt zur Hölle“

Die hält ohnehin nicht lange an. „Es stinkt hier überall, es stinkt zur Hölle“ ruft das dralle Escort-Girl nur wenig später und der Zuschauer freut sich über diese Erkenntnis, denn an genanntem Ort soll sie sich in der Big Brother-Welt ja auch befinden. Während Christine Zierl alias Dolly Dollar nicht müde wird, jedem der zuhört, permanent von ihren Frühstückswünschen zu berichten (“Brezn’ und Butter wären jetzt fein”), redet Edona sich regelrecht in Rage und beschimpft Jessica schließlich wüst: „Du stinkst, aber richtig! Wie Scheiße.“

Blöd, dass sie auch noch auf die Idee kommt, mit Stephen und dem ausgeglichenen Ringer Frank Stäbler Sport zu treiben, organisiert im Quetsch-Badeanzug prompt ein filmreifes Workout vor Kloaken-Kulisse. Nach einigen geräuschvollen Gewichthebe-Sessions platzt Edona der Kragen. „Jessica macht so einen Krach, sie schreit und stöhnt. Es nervt, ich kann es nicht mehr hören. Die hat solche Minderwertigkeitskomplexe“, ruft Edona und stampft wütend wie ein kleines Kind durch die Kloakenhölle, vorbei an der hungrigen Dolly („Ein Marmeladencroissant wäre auch nicht schlecht“).

Désirée Nick spult ihren Text ab

Schon beinahe hatte man vergessen, dass Posterboy Jochen Schropp eine Ko-Moderatorin hat. Désirée Nick betritt das Studio rund eine Stunde nach Sendungsbeginn und rattert quasi frei von Intonation ein kurzes Programm voller schlüpfriger Witze herunter. Nach einem Auftritt von 4 Minuten 42 Sekunden darf die Kabarettistin die Moderatoren-Couch wieder verlassen und man bildet sich ein, dass Jochen Schropp ein bisschen aufatmet.

War da noch was? Achja, in der bislang nicht genannten Oberetage des Promiknasts machen es sich derweil Millionärsgattin Cathy Lugner, NDW-Star Joachim Witt und Natascha Ochsenknecht gemütlich. Von Skandal-Prinz Marcus von Anhalt oder dem ebenfalls Knasterfahrenden Ben Tewaag hatte sich der gemeine Big Brother-Zuschauer spätestens am Samstag die ein oder andere amüsante Unverschämtheit erwartet, doch diese Hoffnungen starben schnell.

Ach Gottchen, ein Spezi-Fleck

Teewags schlimmstes Vergehen war der Versuch, die Unterwäschebeutel der Damen zu verstecken. Das ist eher so vierte Klasse Grundschule. Schließlich nötigte ihn Verbotene Liebe-Darstellerin Isa Jank auch noch, einige ihrere Schlüpfer auszuwaschen, nachdem Teewag versehentlich Spezi darauf gekippt hatte.

Heißestes Reizthema wurde schließlich das Schnarchen von Ex-Kicker Mario Basler. Der hat zumindest nicht zu viel versprochen und hält den Promi-Schlafsaal in der Nacht wach.

Tewaag und Ochenknecht steigen ab

Aus dem müden Staffelauftakt der vergangenen Tage ziehen die Sendungsmacher erste Konsequenzen. Zwei Höllen-Bewohner dürfen um einen Platz im Himmel spielen. Schließlich gewinnen Ringer Frank und Jessica Schlafplätze oberhalb der Erdoberfläche, Ben Tewaag und Natasha Ochsenknecht müssen dafür in die Kloake hinabsteigen.

“Ich bin lieber mit den richtigen Leuten unten, als mit den falschen Bewohnern oben”, beteuert der Knasterfahrene Teewag. Einen weiteren Platz “oben” hat übrigens Dolly bekommen, die sich im Himmel der reich gedeckten Frühstückstische sogleich über gebratenen Speck und Orangensaft hermacht.