Themenabend

Bei Arte geht es einen Abend nur um „König Fußball“

Arte zeigt am Mittwoch zwei Filme über den Spieleralltag abseits des Star-Rummels. Die Streifen berühren sicher nicht nur Fußballfans.

Von Karina Krawczyk
Einer, der auszog, um Fußballer zu werden: In „Wie ein Löwe“ zeigt Mytri (Mytri Attal, Mitte), dass man vieles schaffen kann, wenn man an sich glaubt.

Einer, der auszog, um Fußballer zu werden: In „Wie ein Löwe“ zeigt Mytri (Mytri Attal, Mitte), dass man vieles schaffen kann, wenn man an sich glaubt.

Foto: Arte / © Ivan Mathie/Lazennec

Berlin.  Noch dreieinhalb Wochen bis zum Bundesligastart – viele Fans sehnen schon den Anpfiff herbei. Arte füllt die kickerlose Zeit heute Abend mit zwei Kinofilmen, die mit frischem Blick auf die Welt des Fußballs blicken.

Es geht um den Fußballeralltag abseits von Starrummel und Millionenablösen. Um pure Spielfreude und Leidenschaft ebenso wie um schweißtreibende Lauftrainings und derbe Späße unter der Mannschaftsdusche.

Die Filme, die erstmals im deutschen Fernsehen gezeigt werden, handeln aber auch von zerplatzten Träumen – ein großartiges Beispiel dafür ist der Debütfilm des französischen Regisseurs Samuel Collardey aus dem Jahr 2012.

Geschichte basiert auf wahrer Begebenheit

Collardey erzählt die fast märchenhafte Geschichte, die auf einer wahren Begebenheit basiert, dicht an der Lebenswirklichkeit seines jungen Hauptdarstellers angelehnt: Mitri (Mytri Attal) ist 15 Jahre alt und kämpft „Wie ein Löwe“ (20.15 Uhr) für seinen Traum, einmal beim FC Barcelona oder bei Manchester United zu spielen.

Als ein Talentscout aus Kamerun in dem senegalesischen Dorf auftaucht, im dem Mitri lebt, setzt der Junge alles auf eine Karte: Er überredet seine Großmutter, ihren Obstgarten zu verkaufen und sich zu verschulden, um ihm die Reise nach Paris zu einem Probetraining und dem versprochenen Klubvertrag zu ermöglichen.

Doch in Paris ist alles anders. Niemand ist da, der auf ihn wartet. Ganz allein auf sich gestellt und ohne Geld muss Mitri selber zusehen, wie er Fußballprofi wird. Weil er nicht aufgibt, bekommt er seine Chance: In dem Trainer des kleinen Vereins von Sochaux findet er den Mann, der an ihn glaubt.

Mit Mitte dreißig ist der Traum von Ruhm zerplatzt

Die Karriere als Fußballprofi hat Patón (Esteban Lamothe) in dem darauffolgenden, prämierten Spielfilm schon hinter sich. „Der Spieler mit der Nummer 5 (21.50 Uhr), auch „Locke“ genannt, kickt in der dritten argentinischen Liga und hat seine Träume von Fußballerruhm bereits so gut wie aufgegeben. Doch was soll er nun machen, mit Mitte dreißig? Ohne Abschluss, ohne Ausbildung, ohne einen Plan für eine berufliche Zukunft stehen die Chancen für ein Leben jenseits des Spielfeldes nicht gerade gut. Ein Grund, sich hängen zu lassen, ist es aber nicht.

Mit leichter Hand und mit viel Witz erzählt der argentinische Regisseur Adrián Biniez in dieser Koproduktion von Arte und ZDF, die auch mit Mitteln der NRW-Filmförderung realisiert wurde, dass Fußball auch eine Schule fürs Leben sein kann: Man fällt hin und steht wieder auf, man scheitert und fängt wieder von vorne an.

Irgendwann wird der Ball schon im Tor sein. Ein noch schöneres Happy End schrieb da wohl nur die Wirklichkeit: Zur argentinischen Kinopremiere 2014 schaffte der im Film porträtierte Club „Atlético Talleres de Córdoba“ seinen Wiederaufstieg in die zweite Liga (und spielt ab diesem Jahr sogar in der ersten).

Fazit: Sensibel inszenierte Filme aus der Welt des Fußballs, die aber keineswegs nur Fußballfans berühren.

• Mittwoch, 2. August, Arte, um 20.15 Uhr und 21.50 Uhr