Berliner Schauspieler

"Die Sex-Szenen waren definitiv nicht unser Problem"

Nicolette Krebitz und Clemens Schick spielen in dem Film „Treffen sich zwei“ ein Liebespaar. Ein Gespräch mit den beiden Schauspielern.

Von Tina Molin
Schauspielerin Nicolette Krebitz (l.) mit ihrem Kollegen Clemens Schick (r.)

Schauspielerin Nicolette Krebitz (l.) mit ihrem Kollegen Clemens Schick (r.)

Foto: Reto Klar

Clemens Schick erscheint pünktlich zum Interview. Da kommt ein Anruf von Nicolette Krebitz, sie stehe vor dem „ARD“-Gebäude in Mitte. „Ach, Coco“, sagt Schick. Dann lacht er und lotst sie mit dem Handy zum „ZDF“-Hauptstadtbüro Unter den Linden. Dort wollten sie eigentlich ihren Film „Treffen sich zwei“, der am heutigen Mittwoch im Fernsehen läuft („ZDF“, 23.15 Uhr), vorstellen. Die beiden Berliner Schauspieler sind seit Jahren befreundet. Ein Gespräch über Intimität, Sex-Szenen und Ausflüge auf seinem Motorrad.

Berliner Morgenpost: Wie lange kennen Sie sich schon?

Nicolette Krebitz: Gehört habe ich von ihm, als ich am „Gorki“ ein Stück mit Armin Petras gemacht habe. Armin hatte damals von Clemens geschwärmt, und konnte nicht fassen, dass ich ihn nicht kannte: ‚Du weißt nicht, wer das ist? Der spielt bei James Bond mit!’

Clemens Schick: Hat ja lange gedauert, bis das Wort ‚James Bond’ fiel!

Sie wurden als Bösewicht in „Casino Royale“ berühmt. Nun wirken Sie bei „Treffen sich zwei“ des Kleinen Fernsehspiels mit. Was hat Sie an der Rolle gereizt?

Schick: Ich habe mir immer gewünscht, mit Coco zu spielen, denn ich hatte mich relativ bald nach unserem Kennenlernen in Coco verliebt.

Herr Schick, Sie haben sich 2014 geoutet. Das klingt nun doch so, als hätten Sie sehr starke Gefühle für Nicolette Krebitz?

Schick: Nein, aber ich war immer fasziniert von Coco.

Krebitz: Wir haben herausgekriegt, dass wir ähnlich spielen. Wir reden nicht mehr viel über die Figuren, wenn wir drehen, sondern es ist mehr eine Rhythmusfrage. Das ist ein sinnlicher Vorgang für uns. Wir müssen uns nicht immer positionieren.

Schick: Wir reagieren aufeinander.

In dem Film gibt es viele Sex-Szenen, muss man viel dabei lachen?

Krebitz: Wir haben auch schon mal gelacht, aber eigentlich fanden wir es toll.

Schick: Das war überhaupt nicht komisch, sondern sehr sexy. Es gab einen Moment im Film, wo wir nach dem ‚Büro-Drama’ aus dem Haus rennen. Das war der letzte Drehtag und im Drehbuch stand nichts von einem Kuss, doch ich wusste, dass ist der letzte Moment wo ich Coco in dieser Rolle begegne und da dachte ich: ‚Egal’.

Krebitz: Und hat mich geküsst!

Schick: Und alle haben im Skript geblättert, wo das steht (er lacht).

Sie waren also nicht nervös deswegen?

Schick: Nein, die Sex-Szenen waren definitiv nicht unser Problem (er lacht).

Krebitz: Wir waren im Film ein Paar und haben uns irgendwie auch in echt ineinander verknallt. Es war sogar komisch, abends ohne den anderen nach Hause zu gehen. Man musste es sich nach dem Dreh wieder aus dem Kopf schlagen.

Nun sind die Dreharbeiten vorbei. Haben Sie jetzt noch viel Kontakt miteinander?

Krebitz: Wir „what’s appen“.

Schick: Ich schreibe Coco immer Post.

Krebitz: Von überall aus der Welt. Ganz hübsch altmodisch. Er liebt es zu schreiben, und ich bekomme sehr gerne Post und platziere sie dann so in der Wohnung, dass ich sie immer sehen kann.

Wieso schreiben Sie mit der Hand?

Schick: Ich habe mir das vor zehn Jahren angewöhnt, und das macht echt Spaß. Ich schreibe fast jeden Tag morgens als erstes Briefe. So fange ich meinen Tag an.

Krebitz: Er ist Frühaufsteher.

Schick: Du sagst das mit so einem verächtlichen Blick (er lacht).

Wann ist denn früh bei Ihnen?

Schick: Gerade ist es fünf Uhr morgens.

Krebitz: Ich muss auch früh aufstehen, aber wenn mein Sohn in der Schule ist, lege ich mich meistens noch mal eine Stunde hin. Unter acht Stunden zu schlafen, ist echt ein Problem für mich.

Schick: Bei unserem Beruf wird man morgens zum Drehen abgeholt und dann ist man den Rest des Tages kaum für sich. Ich brauche aber Zeit für mich, und so habe ich festgestellt, dass ich das morgens machen kann. Ich schreibe Briefe, trinke Kaffee und gehe dann joggen. Später kommen dann Leute und wollen was von mir, und dann bin ich auch dafür bereit.

Was unternehmen Sie zusammen?

Krebitz: Wir gehen essen, aber noch besser finde ich, dass er ein Motorrad hat. Ich liebe es, mit ihm durch Berlin zu fahren. Er hat mir auch das ganze Car-Sharing-Ding gezeigt, mit Karten und so zack zack Autos aufmachen (sie lacht). Ich will ihn hingegen mal in eine Yoga-Klasse mitnehmen.

Schick: Das wird nichts, dazu bin ich viel zu ungelenk. (Er steht auf und versucht mit den Fingerspitzen seine Zehen zu erreichen. Er kommt jedoch nur kurz über die Knie. Alle lachen.)