Dreharbeiten

ARD beobachtet Situation in Türkei für weitere Krimi-Drehs

Nach dem Putschversuch ist die politische Lage in der Türkei heikel. Die Macher der ARD-Serie „Mordkommission Istanbul“ denken um.

Der Schauspieler Erol Sander als Kommissar Mehmet Özakin bei Dreharbeiten im Mai 2009 in Istanbul. Die Drehs zweier weiterer Folgen wurden im Juni und Juli in die Küstenstadt Izmir verlegt.

Der Schauspieler Erol Sander als Kommissar Mehmet Özakin bei Dreharbeiten im Mai 2009 in Istanbul. Die Drehs zweier weiterer Folgen wurden im Juni und Juli in die Küstenstadt Izmir verlegt.

Foto: Ulrich Perrey / dpa

Frankfurt/Main/Izmir.  Die politische Lage in der Türkei könnte auch weitere Produktionen der ARD-Krimireihe „Mordkommission Istanbul“ beeinflussen. „Wir beobachten die Situation in der Türkei sehr genau“, sagte Redaktionsleiter Sascha Schwingel von der ARD-Filmtochter Degeto. „In der aktuellen Stoffentwicklung berücksichtigen wir die politische Lage und werden uns auf Schauplätze konzentrieren, an denen wir, nach allen Recherchen und Beratungen, unter normalen Bedingungen arbeiten können.“

Nach mehreren Terroranschlägen in der Türkei waren die Dreharbeiten für zwei Folgen der Krimireihe wegen der Sicherheitsbedenken in der Bosporus-Metropole in die Küstenstadt Izmir und Umgebung verlegt worden. Dort wurden der ARD zufolge im Juni und Juli die Filme „Schlafende Hunde“ und „Gier“ mit Erol Sander als Kommissar Mehmet Özakin gedreht. Sendetermine dafür stünden noch nicht fest.

Dreharbeiten liefen selbst in der Putschnacht weiter

Die Produktionsfirma Ziegler Film hatte nach eigenen Angaben verschiedene mögliche Drehorte in- und außerhalb der Türkei recherchiert. „Izmir kam für diese zwei Folgen inhaltlich und visuell Istanbul am nächsten“, sagte Produzentin Regina Ziegler. Einen Polizeischutz habe es während der dreimonatigen Drehzeit nicht gegeben, sagte der ausführende Produzent von Ziegler Film, Hartmut Köhler – selbst in der Nacht des Putschversuchs am 15. Juli nicht. Die Dreharbeiten seien ohne Probleme verlaufen.

„Mordkommission Istanbul“ ist nicht der einzige Donnerstags-Krimi der ARD, dessen Produktion von einer angespannten politischen Lage im Ausland beeinträchtigt wurde. 2014 mussten die Macher des damals neuen Tel-Aviv-Krimis kurzerhand das Drehbuch neu verfassen, weil die Sicherheitslage in Israel wegen des Gaza-Krieges heikel war. Sie schrieben für die Kommissarin Sara Stein (gespielt von Katharina Lorenz) eine Vorgeschichte, die in Berlin spielte. Die zweite Folge spielte dann in Tel Aviv. Stoff für weitere Folgen der Krimireihe würden derzeit entwickelt, sagte eine Degeto-Sprecherin.

Neuer Island-Krimi im Herbst

Die ARD plant auch neue Formate von Donnerstags-Krimis im Ausland: Im Herbst soll zum einem ein Island-Krimi mit Franka Potente („Die Bourne Identität“) als Krimiautorin, die nebenbei Verbrechen aufdeckt, starten. Zudem hat Neda Rahmanian („Die Pfefferkörner“) die Hauptrolle in einer Kroatien-Reihe übernommen.

Der nächste Film in der Reihe „Mordkommission Istanbul“, die Doppelfolge „Im Zeichen des Taurus“, wird am 8. und 10. September jeweils um 20.15 Uhr im Ersten ausgestrahlt. Zudem werde noch in diesem Jahr ein weiterer Krimi mit Standort Bozen gedreht, sagte die Degeto-Sprecherin. Die im italienischen Urbino angesiedelte Krimireihe dagegen werde jedoch nicht fortgesetzt. (dpa)