Tragikomödie

ZDF-Film „Hin und weg“ mit Florian David Fitz fehlt Tiefe

Die Tragikomödie „Hin und weg“ erzählt von der Radtour eines Todkranken. Das ZDF zeigt den Film mit Florian David Fitz am Donnerstag.

Abschied nehmen, aber fröhlich: Hannes (Florian David Fitz) und seine Frau Kiki (Julia Koschitz).

Abschied nehmen, aber fröhlich: Hannes (Florian David Fitz) und seine Frau Kiki (Julia Koschitz).

Foto: Wolfgang Ennenbach / ZDF und Wolfgang Ennenbach

Hamburg.  Es ist ein lieb gewonnenes Ritual: Jedes Jahr gehen Hannes (Florian David Fitz) und seine Frau Kiki (Julia Koschitz) mit ihren besten Freunden auf eine Radtour, das Ziel darf abwechselnd immer ein anderer bestimmen. Diesmal ist Hannes an der Reihe. Er entscheidet sich für Belgien, was bei den Mitstreitern Verwunderung auslöst, da sie das Land für extrem langweilig halten. Bei einem der ersten Zwischenstopps erfahren sie den Grund für seine Wahl: Der 36-jährige Hannes leidet an der unheilbaren Nervenkrankheit ALS, Lebenserwartung: drei bis fünf Jahre – und in Belgien hat er einen Sterbehilfetermin. Die Gesetzgebung dort lässt das zu. Den geschockten Freunden erklärt Hannes, dass er sich zum Abschied einfach eine gute Zeit mit ihnen wünscht.

Von seiner letzten Reise erzählt die Tragikomödie „Hin und weg“, die Ende 2014 bereits mit solidem Erfolg im Kino lief und in die Vorauswahl für den Deutschen Filmpreis aufgenommen wurde. Das Drehbuch stammt von Newcomerin Ariane Schröder, die 1985 im belgischen Eupen geboren wurde. Regie führte Christian Zübert („Dreiviertelmond“, 2011). Ungewöhnlich für ein Drehbuchdebüt ist die hochkarätige Besetzung: Neben dem Publikumsmagneten Fitz und der hier mal wieder großartigen Koschitz sind Jürgen Vogel, Volker Bruch, Miriam Stein, Victoria Mayer, Johannes Allmayer und Hannelore Elsner dabei.

Es geht um Freundschaft statt um die Sterbehilfe-Debatte

Der Film will keine Debatte für und wider die Sterbehilfe führen, es geht vor allem um Freundschaft, den Genuss des Augenblicks und natürlich um das Abschiednehmen. Erzählt wird das mit einem Wechselspiel von traurigen und komischen Szenen, wobei die traurigen Szenen selten eine besondere Tiefe besitzen und die komischen in vielen Fällen nicht von allergrößter Originalität sind.

Für spaßige Momente sollen vor allem kleine Aufgaben und Mutproben sorgen, die sich die Freunde gegenseitig stellen. Aber wenn Jürgen Vogel als Frau verkleidet durch einen Club läuft, erinnert das an verstaubten 50er-Jahre-Humor à la „Charleys Tante“. Und die eigentlich gute Nebengeschichte um ein frustriertes Paar aus dem Freundeskreis gerät schlüpfrig.

Letzte Viertelstunde entschädigt für vieles

Vor allem aber ist es schade, dass die Beziehungen zwischen Hannes und seinen Freunden nicht tiefer ergründet werden. Würden Menschen in einer solchen Situation nicht fundamentale Themen besprechen, in Erinnerungen schwelgen, offene Fragen klären? Es drängt sich der Verdacht auf, dass das Thema Tod vor allem dazu dient, eine mittelmäßige Komödie mit Bedeutung zu versehen. Umso überraschender, dass die hochdramatische letzte Viertelstunde doch noch zu Herzen geht und für vieles entschädigt. Das Finale ist überraschend, schockierend und enorm traurig, während es gleichzeitig eine positive Botschaft transportiert. Ein verwirrendes Gefühl.

Fazit: Gut gemeinter Versuch, ein schweres Thema leicht zu erzählen. Aber über weite Strecken ist dieser Film über den Tod und das Leben dann doch eher oberflächlich ausgefallen.

ZDF, Donnerstag, 14. Juli, 20.15 Uhr