EM-Alternativen

Killer-Romanze und Kuschel-Rock statt Torjubel bei der EM

Die Fußball-EM überstrahlt derzeit alles – zumindest im Fernsehen. Für alle, die keine Lust auf Kicker haben, gibt es Alternativen.

Wenn die Ehe ein Trümmerhaufen ist: Angelina Jolie und Brad Pitt als „Mr und Mrs. Smith“.

Wenn die Ehe ein Trümmerhaufen ist: Angelina Jolie und Brad Pitt als „Mr und Mrs. Smith“.

Foto: RTL

Berlin.  Zwischen Kopierer und Kaffeemaschine funkt’s. Die meisten Menschen lernen sich immer noch nicht im Internet, sondern am Arbeitsplatz kennen. Das ist bei Filmstars nicht anders. Große Paare der Filmgeschichte verliebten sich bei Dreharbeiten, Humphrey Bogart und Lauren Bacall etwa, Richard Burton und Elizabeth Taylor. Oder eben Brad Pitt und Angelina Jolie. Am Set zur Krimikomödie „Mr. Und Mrs. Smith“ (RTL, 20.15 Uhr) soll es um die beiden geschehen sein, zwei Menschen, so strahlend schön, dass man sich fragt, wie sie sich bis dahin übersehen konnten. Beide spielen Auftragskiller, die sich gegenseitig in die Tasche lügen. Das Gute für den Zuschauer: Chemisch zündende Reaktionen zwischen den Hauptdarstellern verleihen einem Film wahrhaftige Würze. Zum Filmstart dementierten sie noch alle Gerüchte. Doch dann gründete Brangelina, wie die Presse das Doppelwesen bald taufte, im Zeitraffer eine Familie: Laut aktueller Zählung haben sie inzwischen sechs Kinder.

Grzimeks großes Herz für Tiere

Um eine große Liebe geht es auch in der Biografieverfilmung „Grzimek“ (WDR, 20.15 Uhr), und zwar um die Liebe des Verhaltensforschers Bernhard Grzimek zu Tieren. Seine Fernsehserie „Ein Platz für Tiere“ machte den Direktor des Frankfurter Zoos zur Legende. Ulrich Tukur spielt Grzimek facettenreich als einen Mann, der zerrissen ist zwischen seiner Mission und seiner Familie, der gebeutelt wird von Schicksalsschlägen und Schuldgefühlen. Mit Barbara Auer und Katharina Schüttler.

Wer Samstagabend nicht ohne Krimi ins Bett will, kann sich einen sanften Gruselabend in der ARD machen. Los geht’s um 20.15 Uhr mit der „Donna Leon“-Wiederholung „Auf Treu und Glauben“ (ARD, 20.15 Uhr). Commissario Brunetti (Uwe Kockisch) ermittelt im stickigen Venedig den Mord an einem heimlich schwulen Gerichtsdiener.

Mehr Action erwünscht? Die gibt es um 23.40 Uhr nach einer weiteren „Donna Leon“-Folge von 2006. Dann läuft der internationale TV-Krimi „Die fünfte Frau“: Komissar Wallander (überragend: Kenneth Branagh) klärt eine Mordserie an scheinbar braven Bürgern auf.

Unterhaltung auch am späten Abend

Schlecht bei dicht erzählten Krimis: Wer mal zwischendurch ein Bier holt oder am Smartphone spielt, verpasst die Handlung. Warum sich also nicht von einem Konzertabend auf ZDF Kultur berieseln lassen. Den Anfang macht um 21.15 Uhr Andreas Bourani mit seiner „Hey (Live)“-Show aus dem Aachener Eurogress. Der Augsburger singt wie Xavier Naidoo, ist aber bisher noch nicht mit verschwurbelten Theorien aufgefallen, dafür aber mit Kuschelpop und Hymnen zum Mitsingen. Im Anschluss ab 22 Uhr: Lenny Kravitz, der 2014 auf seiner „Just Let Go“-Tour bewies, dass man als Rock ’n’ Roller nicht früh sterben muss, sondern sich auch mit 50 noch als Sex-Idol anhimmeln lassen kann.

Von Rock ’n’ Roll zu „Rock’n’Rolla“ (Sat.1): Wer eh nicht schlafen kann, sollte die Zeit ab 1.10 Uhr für Guy Ritchies lässige Kleinkriminellenkomödie mit Gerard Butler und Idris Elba nutzen. Handlung ist hier zweitrangig, es geht um coole Sprüche und exzellente Rockmusik.