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ZDF-Moderator Steven Gätjen sucht das deutsche „Superhirn“

Der ZDF-Moderator Steven Gätjen will zum zweiten Mal eine Familienshow wiederbeleben: Die Neuauflage der Show „Deutschlands Superhirn“.

Steven Gätjen mit den Kinderkandidaten Max Kier und Aneska Heidemüller.

Steven Gätjen mit den Kinderkandidaten Max Kier und Aneska Heidemüller.

Foto: Max Kohr / ZDF und Max Kohr

Berlin.  Unsereins kann sich den Namen des neuen Kollegen genauso wenig merken wie den Pin-Code zum Onlinebanking. Und dann gibt es Wunderhirne wie die 29-jährige Architektin Alisa Kellner aus München, die sich völlig unangestrengt schwierige Zahlencodes einprägen und sie zuordnen kann. Sie ist Kandidatin der zweiteiligen Neuauflage der Show „Deutschlands Superhirn“, die am heutigen Donnerstag im ZDF startet. Von 2011 bis 2013 wurde das Format von Jörg Pilawa moderiert. Jetzt soll es von einem wiederbelebt werden, der dieses Jahr beim ZDF angetreten war, die große Familienabendshow zu retten: Steven Gätjen (43).

Auf Kritik reagiert Gätjen oft direkt

Der Start seiner Mission verlief mau. Für den Aufguss der „Versteckten Kamera“ im Februar erntete Gätjen ausbaufähige Quoten und deutliche Kritik. „Lass es eine Parodie sein“, lautet eine Schlagzeile, „Ein schlechter Witz“, eine andere. Kalt ließ das Gätjen nicht. „Konstruktive Kritik ist sehr wichtig für mich“, sagt er unserer Redaktion. So sehe er ein, dass die Einspielfilme „kurzweiliger und moderner“ werden müssten. Die Promi-Jury müsse Macht aufs Endergebnis bekommen – oder sie fliege raus.

Bei Spott und Häme allerdings wundere er sich, „wo so etwas herkommt“. Gätjen: „Nur weil ich in der Öffentlichkeit stehe, heißt das nicht, dass man so etwas schreiben oder sagen darf. Ich kann es nicht allen recht machen.“ Trotzdem liest er sogar abschätzige Internetkommentare über sich: „Spannend, was da geschrieben wird“, sagt er. „Wird es zu böse, schreibe ich direkt zurück. In 99,9 Prozent der Fälle passiert dann gar nichts mehr. Dann knicken sie ein.“

Leichtigkeit lässt sich nicht verordnen

Natürlich merke er, dass er jetzt „mehr im Fokus“ stehe. Er werde aber weiterhin seinem Bauchgefühl vertrauen. Fast schon trotzig fügt er hinzu: „Ich mache den Job schon länger und habe schon vieles gehört und gesehen, aber ich bin mir und meiner Leidenschaft treu geblieben.“ Da ist Thomas Gottschalk sein Vorbild, dem er angesichts seines TV-Comebacks mit „Mensch Gottschalk“ (RTL) „Leichtigkeit und Spaß“ bescheinigt: „Beeindruckend bei all dem, was er sich alles hat anhören müssen.“ Das Wort „Leichtigkeit“ fällt immer wieder, als wolle Gätjen sich darauf einschwören bei seiner schweren Aufgabe.

Doch steckt er damit in einem Paradoxon, denn Leichtigkeit lässt sich nun mal nicht verordnen wie etwa Disziplin. Vielleicht war er bei der „Superhirn“-Aufzeichnung deswegen besonders beeindruckt von seinen Kinderkandidaten Aneska Heidemüller (14) und Max Kier (12) und der Unbefangenheit, mit der die Schüler in der Sendung ihre Gedächtnisleistung präsentierten. Das habe ihm gezeigt: „Ohne Spaß keine Leidenschaft und ohne Leidenschaft kein gutes Ergebnis.“

Auch dem Nachwuchs für den Moderationsberuf empfiehlt er „Leichtigkeit und Spaß“. Und Geduld: „Es passiert nicht alles von jetzt auf morgen, aber vielleicht übermorgen.“

Was hat Gätjen nun in der Sendung über sein eigenes Gehirn gelernt? „Es lässt sich trainieren wie ein Muskel. Das gibt mir Hoffnung.“ Uns allen.

9. Juni, ZDF, 20.15 Uhr